Arbeitsschutz - Allgemeines

Die Rechtsvorschriften des Arbeitsschutzes sollen den Schutz des Lebens und der Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei ihrer beruflichen Tätigkeit gewährleisten. Durch menschengerechte Arbeitsbedingungen und einen hohen Sicherheitsstandard in den Betrieben werden die volkswirtschaftlichen und betrieblichen Folgekosten von Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen gesenkt.

Einleitung

Der Gesetzgeber legt Pflichten - d.h. Gebote oder Verbote - fest, für deren Umsetzung bzw. Einhaltung der/die Verantwortliche (im Allgemeinen die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber) zu sorgen hat.

Vorschriften zum Schutz von arbeitenden Menschen regeln z.B.

  • den Einsatz gefährlicher Maschinen und Werkzeuge,
  • den Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen wie z.B. giftigen oder entzündlichen Chemikalien,
  • Belastungen durch Arbeitsvorgänge und andere Einwirkungen wie z.B. Lärm,
  • Einrichtungen zur Gefahrenverhütung,
  • die Unterweisung und Untersuchungen,
  • die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsräumen und sanitären Anlagen,
  • die Arbeitsbedingungen von Jugendlichen und Schwangeren,
  • Arbeitszeit und Arbeitsruhe.

Das grundlegende Ziel des modernen Arbeitsschutzes ist die „Prävention", also z.B. nicht erst handeln, wenn der Unfall geschehen ist, sondern vorher die Maßnahmen zu setzen, die die Eintritts-Wahrscheinlichkeit eines Unfalles minimieren. In diesem Sinne verpflichtet § 3 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes die Arbeitgeberin und der Arbeitgeber (AG), in Bezug auf alle Aspekte, die die Tätigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (AN) betreffen, für deren Sicherheit und Gesundheitsschutz zu sorgen. Damit diese Bemühungen effektive und nachhaltige Wirkungen zeigen, hat der/die AG eine geeignete Arbeitsschutz–Organisation bereitzustellen.

Diese Arbeitsschutz-Organisation kann je nach Betriebsgröße, Branche und vorhandener betrieblicher Organisationsform sehr unterschiedlich gestaltet werden. Fixpunkte der Aufbau-Organisation sind jedenfalls die gesetzlich vorgesehenen Funktionsträger, wie Sicherheitsvertrauens – Personen und Präventivfachkräfte.

Die AG haben bei der Gestaltung des betrieblichen Arbeitsschutzes die Grundsätze der Gefahrenverhütung zu beachten.

Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht regelt die in Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis stehenden Rechtsfragen.

Primärer Zweck des Arbeitsrechts ist es, das ökonomische und soziale Ungleichgewicht zwischen AN und AG auszugleichen. Deshalb ist das Arbeitsrecht wesentlicher Bestandteil der Sozialpolitik.

Arbeitsrecht ist das Sonderrecht der unselbständig Erwerbstätigen (AN) und besteht aus dem

  • Arbeitsvertragsrecht,
  • Arbeitsverfassungsrecht und
  • Arbeitsschutz

Anknüpfungspunkt ist das Arbeitsverhältnis, d.h. die Beziehung zwischen AN und AG.

Arbeitsvertragsrecht
sind jene Rechtsvorschriften, die die individuelle Rechtsbeziehung zwischen AN und AG regeln.

Arbeitsverfassungsrecht (Kollektivarbeitsrecht)
sind jene Rechtsvorschriften, die die Struktur, Funktion und Organisation der überbetrieblichen (Berufsverfassungsrecht) und betrieblichen Interessenvertretung (Betriebsverfassungsrecht) regeln.

Die Arbeitsinspektion ist nur für die Kontrolle der Einhaltung der arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften zuständig.

Für Auskünfte zu arbeitsrechtlichen Fragen wenden Sie sich am besten an Ihre Arbeiterkammer.

Die österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie 2013 – 2020

Die österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie 2013 – 2020 vernetzt alle nationalen und regionalen Akteurinnen und Akteure, die im Arbeitsschutz tätig sind.

Die Erfahrungen aus den bisher durchgeführten „Arbeitsschutzstrategien" zeigten deutlich, dass der Erfolg im gemeinsamen Entwickeln und Handeln aller in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz Tätigen liegt und dieser Weg nicht nur weiter beschritten, sondern auch noch weiter ausgebaut und genutzt werden soll.

Die Kompetenzen und zur Verfügung gestellten Ressourcen aller Stakeholder werden optimal in Strategie, Zielsetzung, Planung und Durchführung von Projekten eingebunden.

Inhaltliche Basis und Aktionsrahmen der österreichischen ArbeitnehmerInnenschutzstrategie sind die jeweils geltende Rechtslage des Arbeitsschutzes sowie eine konsensuale Zielsetzung von für den Arbeitsschutz relevanten Akteurinnen und Akteuren, wie Ministerien, Unfallversicherungsträger,  Sozialpartnern und Interessenvertretungen.

Um dies zu gewährleisten, wurden in einer  Gemeinsame Resolution (PDF, 0,6 MB) von Ministerien, Sozialpartnern, Interessenvertretungen und Trägern aller Unfallversicherungen folgende Ziele vereinbart:

Reduktion des Risikos von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, Verringerung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen insbesondere in den Bereichen der

  • Belastungen des Muskel- und Skelettapparates
  • psychischen Belastungen
  • Gefahren durch krebserzeugende Arbeitsstoffe
  • Arbeitsplatzevaluierung und Betreuung durch Fachleute der Prävention
  • alter(n)sgerechten Arbeitsgestaltung
  • schulischen und universitären Ausbildung und Weiterbildung für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Der organisatorische Ablauf ist durch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (PDF, 0,1 MB) grundsätzlich festgelegt.

Struktur, Regelabläufe und Ziele sind im Strategiedokument (PDF, 1,5 MB)   zusammengefasst.

Letzte Änderung am: 04.06.2020