Österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie (ÖAS)

In der österreichischen ArbeitnehmerInnenschutzstrategie (ÖAS) werden mit dem Ziel, die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Arbeit zu erhalten, zu verbessern und zu fördern nationale und regionale Akteurinnen und Akteure, die im Arbeitsschutz tätig sind, vernetzt und gemeinsame Arbeitsschutzziele und Handlungsfelder erarbeitet.

Österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie (ÖAS) 2013 – 2020

Die österreichische ArbeitnehmerInnenschutzstrategie (ÖAS) 2013 – 2020 wurde Ende 2020 abgeschlossen und das Ergebnis der Evaluation dem Arbeitnehmerschutzbeirat (ASB) im Jänner 2021 vorgestellt. Weites wurde dem ASB auch skizziert, wie die nächste ÖAS 2021 – 2027 aussehen könnte.

Rückblick auf die ÖAS 2013 – 2020

In der österreichischen ArbeitnehmerInnenschutzstrategie (ÖAS) 2013 – 2020 wurden mit dem Ziel, die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Arbeit zu erhalten, zu verbessern und zu fördern nationale und regionale Akteurinnen und Akteure, die im Arbeitsschutz tätig sind, vernetzt und gemeinsame Arbeitsschutzziele und Handlungsfelder erarbeitet.

Die Erfahrungen aus der vorher durchgeführten Arbeitsschutzstrategie 2007 – 2012 zeigten deutlich, dass der Erfolg im gemeinsamen Entwickeln und Handeln aller in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz Tätigen liegt und dieser Weg nicht nur weiter beschritten, sondern auch für die ÖAS 2013 – 2020 weiter ausgebaut und genutzt werden soll.

Grundlegende Ziele und Themen der Arbeitsschutzstrategie 2007 – 2012 wurden auch in der ÖAS 2013 – 2020 beibehalten, da weiterhin die gesellschaftliche Relevanz und Aktualität gegeben war:

  • Verringerung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen, insbesondere von Belastungen des Muskel- und Skelettapparates und von psychischen Belastungen sowie die Reduktion des Risikos von Arbeitsunfällen
  • Verbesserung von Arbeitsplatzevaluierung und Betreuung durch Fachleute der Prävention
  • Stärkung von Bewusstsein, Sensibilisierung und Verbesserungen in der Aus- (schulische und universitäre) und Weiterbildung für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

Hinter der ÖAS stand eine politische Willenserklärung (Resolution) des damaligen Sozialministers Hundstorfer gemeinsam mit anderen für den ArbeitnehmerInnenschutz relevanten Akteurinnen und Akteure (Ministerien, Unfallversicherungsträger, Sozialpartnerinnen und Sozialpartner, Interessenvertretungen). In der Resolution sind eine Reduktion des Risikos von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie eine Verringerung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen als Ziele formuliert und konkrete Schwerpunktmaßnahmen zur Erreichung dieser beschrieben, wie z.B. Verbesserung des ArbeitnehmerInnenschutzes in Kleinbetrieben, Beratung und Unterstützung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber durch die Arbeitsinspektion, Hilfestellung zur Arbeitsplatzevaluierung.

Für die operativen und koordinativen Tätigkeiten wurde ein Netz aus Arbeitsgruppen und Plattformen nach Befassung und unter weiterer Aufsicht des Arbeitnehmerschutzbeirates (ASB) eingesetzt. Für die Evaluation der ÖAS wurde ein eigenes Evaluationsteam eingesetzt.

Ergebnisse der Evaluation

Für die Evaluation wurde das „integrative Baukastensystem (IBE)“ der AUVA eingesetzt. Dieser konzeptionelle Rahmen inkludiert Bausteine bezüglich des Zusammenspiels von Verhaltens- und Verhältnisprävention, die zugrundeliegenden Wirk-Logiken „Input-Output-Outcome-Impact“, das Vierebenenmodell von Donald Kirkpatrick (2006) sowie Merkmale der Umsetzungsgenauigkeit von Maßnahmen.

Die Ergebnisse der Prozessorientierten, Wirkungsorientierten und Konzeptorientierten Evaluation mündeten in einer abschließenden Gesamtbeurteilung der ÖAS und enthielten konkrete Vorschläge für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Strategie.

Bericht

Mit dem Bericht wurde die ÖAS 2013-2020 abgeschlossen. 

Im Bericht wurde den ÖAS-Arbeitsgruppen und der Branchenplattform Bau Raum gegeben, ein Resümee ihrer Arbeit in der abgelaufenen ÖAS zu verfassen. Der Bericht schließt mit einem Ausblick auf mögliche Zielsetzungen und die Organisationform der nächsten ÖAS.

Abschlussbericht_OeAS_2013-2020.pdf (PDF, 1,7 MB)

Ausblick auf die ÖAS 2021 - 2027

Institutionen und Stakeholder sollen für die nächste ÖAS erarbeiten und berichten, wo sie sich bei Teilprojekten bzw. auch bei den übergeordneten Themen konkret mit welchen Initiativen einbringen werden und auch definieren, wo für sie ein Nutzen bei der Bearbeitung eines Themas, Setzen einer Initiative, Bearbeitung eines Teilprojektes bestehen könnte. Stakeholder werden daher aufgerufen werden, allenfalls Sub-Ziele und Beiträge zur Zielerreichung zu formulieren und zwar für deren eigene Anspruchsgruppen (z.B. WK - AG, AK - AN) sowie die eigene Organisation (z.B. „Alle von den Zielen direkt oder indirekt betroffenen OE unseres Hauses wissen über unsere Beiträge zur ÖAS Bescheid“). Diese Ziele sollten innerhalb der eigenen Systemgrenzen erreichbar sein bzw. klar erforderliche Kooperationen benennen können.

Jede teilnehmende Institution muss den eigenen Nutzen in der gemeinsamen ÖAS-Arbeit für sich selber finden und in der Arbeit erkennen können (Mitmachmotivation – Netzwerkarbeit muss Nutzen haben). Die ÖAS braucht eine einfache Struktur (ÖAS ist die Summe ihrer einzelnen Projekte) und ein wirksames Projektmanagement.

Zentraler Fokus soll auf Kooperation und dem Austausch zwischen den Organisationen gelegt werden. Diese Kooperationen sollen insbesondere regional, themen- und/oder branchenspezifisch sein. – „Gemeinsam Handeln – jede und jeder in ihrer und seiner Verantwortung“.

Auf Europäischer Ebene liegt schon ein erster Input zur Strategie 2021 – 2027 vor, drei Entschließungen des Rates, Input vom dreigliedrigen Ausschuss und vom Senior Labour Inspectors Commitee (SLIC). Die auslaufende Strategie wird auf EU Ebene ebenfalls evaluiert, Schlussfolgerungen werden ausgearbeitet. Es gibt eine öffentliche Konsultation, jede(r) Bürgerin/Bürger konnte einen Input über die künftige Strategie liefern. Die Kommission wird voraussichtlich im Juni Ergebnisse präsentieren.

Bezüglich des Inhalts sind Themen, wie die Zukunft der Arbeit, neue Arbeitsformen, Digitalisierung, mobiles Arbeiten, Robotik, zu nennen. Psychische Belastungen und ergonomische Risiken bleiben ebenfalls ein Thema, sowie auch gefährliche Arbeitsstoffe, insbesondere krebserzeugende Arbeitsstoffe und die Pandemie im Arbeitsschutz.

 



Letzte Änderung am: 17.06.2021