Hitzeschutz: Praktische Lösungen in Betrieben In diesem Beitrag findet sich eine Übersicht an Beispielen, wie wirksamer Hitze- und UV-Schutz bereits in der Praxis umgesetzt wurde.

Hinweis

Ihr Betrieb hat bereits positive Hitze- und UV-Schutzmaßnahmen umgesetzt? Dann senden Sie uns eine E-Mail an viiia5@sozialministerium.gv.at, um in diesem Beitrag gelistet zu werden. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag für mehr Hitze- und UV-Schutz bei der Arbeit in Österreich.

Beschattung und Verneblung auf Baustellen

Ein großer Baubetrieb hat in den letzten Jahren Bemühungen zum Hitzeschutz intensiviert. Das ist nicht zuletzt deshalb begrüßenswert, da Arbeitnehmer:innen im Straßenbau und in der Asphaltierung sowie im Hoch- und Industriebau besonders von Hitze betroffen sind. Neben personenbezogenen Maßnahmen wie geeigneter Arbeitsbekleidung und Kühlschweißbändern werden auch immer mehr technische Maßnahmen getroffen, z. B.

  • Einsatz klimatisierter Container (Pausenräume) auf den Baustellen
  • Abschattung von Arbeitsmitteln mit Dach (z. B. Walzen oder Dumper) sowie von Pausenflächen mit Zelten oder Baucontainern mit Klimaanlage (Bild 1)
  • Austesten unterschiedlicher Beschattungs- und Verneblungslösungen auf einzelnen Baustellen, z. B. Verneblerdüsen zur Verringerung der Hitzebelastung in Bereichen wie Gussasphalt, Straßenbau und Kabelleitungsbau – mit positiven Ergebnissen (Bild 2).
Das ist eine Grafik zum Thema Hitzeschutz und zeigt überdachte Pausenbereiche.
Bild 1: Überdachung von Pausenbereichen
Das ist eine Grafik zum Thema Hitzeschutz und zeigt Vernebelungsdüsen auf einer Baustelle.
Bild 2: Verneblerdüsen auf Baustelle

Hitzepausen, Wasserspender und UV-Ärmlinge

Ein weiterer Betrieb hat neben Beschattungsmaßnahmen auch vorbildliche Maßnahmen im Bereich Arbeitspausen, Wasserversorgung und UV-Schutz getroffen, z. B.

  • Hitzepausen: bei über 30 Grad wird auf einen neuen Arbeitsrhythmus umgestiegen (30 Minuten Arbeit, 15 Minuten Pause)
  • Trinkwasserversorgung mittels Wasserspendern mit Einweg-Papierbechern auf jedem Stockwerk der Baustelle sowie regelmäßige Wartung. Mistkübel für die Entsorgung der Einwegbecher vermeiden Verunreinigungen auf der Baustelle (Bild 3). Zudem werden Arbeitnehmer:innen regelmäßig daran erinnert, ausreichend zu trinken.
  • Atmungsaktive Ärmlinge mit UV-Schutz und Nackenschutz (Bild 4): auf der Baustelle sind lange Hosen und lange Oberkleidung verpflichtend zu tragen. Da man mit den Ärmlingen kaum schwitzt, sie auch gegen Verunreinigungen schützen, und es auch eine Variante im „Tattoo-Design“ gibt, werden sie gut angenommen.
Das ist eine Grafik zum Thema Hitzeschutz und zeigt überdachte Wasserspender.
Bild 3: Überdachte Trinkwasserversorgung auf jedem Stockwerk

Schutzmaßnahmen auf Baustelle

Auf einer Baustelle einer großen Baufirma wurden mehrere vorbildliche Maßnahmen zum UV- und Hitzeschutz umgesetzt, darunter:

  • klimatisierte Container für regelmäßige Kühlpausen
  • Simple Kühlungsmöglichkeit mittels eines am Vordach angebrachten Wasserschlauchs, den die Beschäftigten bei Bedarf aufdrehen können. Ein leichter Wasserstrahl wird mithilfe eines Ventilators (mit Zeitschaltuhr) zur Abkühlung verteilt. Bei permanenter Spülung bestehen bei Verwendung von Wasser mit Trinkwasserqualität und Sauberhalten der Austrittsstelle grundsätzlich keine Hygienebedenken.
  • Sonnensegel über dem Aufenthaltsbereich
  • Bauhelme mit anklippbaren Polyester-Beschattungsflächen sowie Nackenschutz

Warn-App

Ein Arbeitsmediziner hat aus Eigeninitiative eine App entwickelt, mit der mehrere Arbeitsorte gespeichert werden können. Nutzer können damit per Push-Benachrichtigung informiert werden, sobald für die jeweiligen Arbeitsorte eine Hitzewarnstufe ab Stufe 2 - dem Auslösewert für Maßnahmen gemäß Hitzeschutzverordnung - gilt. Zusätzlich enthält die App einen Infobereich mit möglichen Schutzmaßnahmen. Das ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie digitale Hilfsmittel die Planung und Überwachung wirksamer Hitze- und UV-Schutzmaßnahmen unterstützen können. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden:

Hinweis: Es handelt sich dabei um keine offizielle App des BMASGPK.