Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Durchführung der Evaluierung

Der Aufwand für die Erstellung der Evaluierung ist nur dann sinnvoll, wenn diese als Arbeitsschutz-Werkzeug verwendet wird, um jene Maßnahmen zu „produzieren", die ein hohes betriebliches Arbeitsschutzniveau gewährleisten und für seine stete Verbesserung sorgen.

Leider entsprechen nicht alle Evaluierungen diesen Ansprüchen. Der Kardinalfehler, der oft gemacht wird, besteht darin, Evaluierungs-Vorlagen „auszufüllen" und das damit entstandene, nicht selten umfangreiche Werk zu schubladieren und allenfalls bei behördlichen Kontrollen vorzuzeigen.

Auf Grund der Erfahrungen der Arbeitsinspektoren und Arbeitsinspektorinnen bei der Kontrolle der Evaluierungen wird geraten, folgende Aspekte bei der Erstellung (oder „Renovierung") der Evaluierung zu beachten:

  • Evaluierungs-Vorlagen sollten nur als Checklisten und Anregung für die formale Gestaltung benützt werden; nicht der Betrieb soll durch die Schablone der Vorlage gesehen werden, sondern die Vorlage auf Grund der betrieblichen Gegebenheiten geändert werden.
  • Die Evaluierung muss (nachdem Kompetenzen und Verantwortlichkeiten geklärt und dokumentiert sind) am konkreten Arbeitsplatz stattfinden. Immer wieder ist festzustellen, dass das Dokumentierte wenig mit der betrieblichen Wirklichkeit zu tun hat.
  • Die Gefahren-Analyse am Arbeitsplatz muss umfassend sein. Jede Gefährdung von ArbeitnehmernInnen ist zu bewerten und zwar nicht nur für den Normal-Betrieb, sondern auch für Wartungs- und Reparaturarbeiten und die Behebung vorhersehbarer Störungen.
  • Die Kausalkette Gefahr - Schutzziel - Maßnahme muss in der Evaluierung (im Allgemeinen im „Maßnahmenblatt" der Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente) erkennbar sein.
  • Technische Schutzmaßnahmen allein sind in der Regel nicht ausreichend. Wie z. B. Unfallanalysen beweisen, ist der weitaus größte Teil der Unfälle nicht auf technische Gebrechen, sondern auf organisatorische und informatorische Mängel zurückzuführen. Bei der Maßnahmenfestlegung darf also insbesondere auf organisatorische (z. B. Prüfpflichten) und informatorische (z. B. Unterweisung, Kontrollen) Maßnahmen nicht vergessen werden.

Letztlich muss die Evaluierung Maßnahmen zur Folge haben, die als Prozesse in die betriebliche Organisation integriert sind, also aktiven Output darstellen.

Weitere Informationen zum Thema:

Leitfaden für die Arbeitsplatzevaluierung im Lebensmittelhandel

Der Evaluierungsleitfaden richtet sich an UnternehmerInnen, die ArbeitnehmerInnen beschäftigen (bereits ab einer/einem ArbeitnehmerIn). Er dient zur Unterstützung bei der Ermittlung und Beurteilung von Gefahren und Belastungen am Arbeitsplatz sowie der Festlegung von geeigneten Maßnahmen.

Leitfaden für die Arbeitsplatzevaluierung im Lebensmittelhandel

Der Leitfaden besteht aus zwei Teilen:

Im Informationsteil werden spezifische Informationen zu einzelnen Themenbereichen gegeben, die für den Sicherheits- und Gesundheitsschutz im Lebensmittelhandel von besonderer Bedeutung sind:

  • Belastungen durch Arbeitsstoffe
  • Hautschutz
  • Belastungen des Stütz- und Bewegungsapparats
  • Stürzen, Stolpern und Ausrutschen
  • Beleuchtung und Belichtung
  • Elektroschutz
  • Gefahren an Arbeitsmitteln
  • Erste Hilfe
  • Brandgefahr, Sicherung der Flucht
  • Wiederkehrende Prüfungen
  • Transport und Lagerung
  • Besonders schutzbedürftige ArbeitnehmerInnen
  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Arbeitsbedingte psychische Belastungen
  • NichtraucherInnenschutz
  • Information, Unterweisung
  • Alternsgerechtes Arbeiten

Im Dokumentationsteil werden Dokumente, Leerformulare und Beispiele zur Arbeitsplatzevaluierung zur Verfügung gestellt, die eine Hilfestellung für die betriebsbezogene Arbeitsplatzevaluierung bieten sollen.

Letzte Änderung am: 24.10.2017