Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Gute Beratung - Faire Kontrolle

LenkerInnen

LenkerInnen sind ArbeitnehmerInnen, die im Rahmen eines Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnisses ein Kraftfahrzeug auf öffentlichen Straßen, sei es auch nur kurze Zeit, selbst lenken oder sich im Kraftfahrzeug befinden, um es gegebenenfalls später bei einer Mehrfahrerbesetzung selbst zu lenken.

Auf die Besonderheiten des Einsatzes von LenkerInnen von Kraftfahrzeugen wird neben den allgemeinen Arbeitszeitbestimmungen durch zusätzliche nationale und europäische Regelungen Bedacht genommen.

Für LenkerInnen gelten das Arbeitszeitgesetz (AZG), das Arbeitsruhegesetz (ARG), die Verordnung (EG) Nr. 561/2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und die Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 über das Kontrollgerät im Straßenverkehr. Daneben gelten noch die Regelungen der Fahrtenbuchverordnung und der Kollektivverträge.

Broschüre LenkerInnen - Grundsätzliche Bestimmungen (VO-Fahrzeuge/Sonstige Fahrzeuge) (pdf-110 kB)

Bescheinigung von Tätigkeiten gemäß Verordnung EG 561/2006

Weitere Informationen finden Sie auch unter "Der Arbeitsplatz der BerufskraftfahrerInnen".

Rechtsvorschriften

  • Die Verordnung (EG) Nr. 561/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr.
    Die Verordnung regelt insbesondere die zulässigen Lenk- und Ruhezeiten sowie das Mindestalter der LenkerInnen und gilt für die
    • Güterbeförderung mit Kraftfahrzeugen, deren zulässige Höchstmasse einschließlich Anhänger oder Sattelanhänger 3,5 Tonnen übersteigt, oder
    • Personenbeförderung mit Kraftfahrzeugen, die für die Beförderung von mehr als 9 Personen einschließlich des Lenkers/der Lenkerin konstruiert oder dauerhaft angepasst und zu diesem Zweck bestimmt sind, und zwar
    • unabhängig vom Land der Zulassung des Kraftfahrzeugs innerhalb der Gemeinschaft, oder zwischen der Gemeinschaft, der Schweiz und den Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum.
  • Die Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates über das Kontrollgerät im Straßenverkehr.
    Sie regelt insbesondere die Pflicht zum Einbau eines Kontrollgerätes und die Pflichten zur ordnungsgemäßen Benutzung des Kontrollgerätes.
  • Die Verordnung (EU) Nr. 165/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Februar 2014 über Fahrtenschreiber im Straßenverkehr hebt die Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 auf und gilt vorbehaltlich der Übergangsmaßnahmen grundsätzlich ab 2. März 2016, bestimmte Regelungen insbesondere über die Benutzung von Fahrerkarten und Schaublättern (Artikel 34) gelten schon mit 2. März 2015.
  • Das Arbeitszeitgesetz (AZG) BGBl. Nr. 461/1969.
    Es enthält im 4. Abschnitt Sonderbestimmungen für LenkerInnen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen. Diese Bestimmungen gelten sowohl für VO-Fahrzeuge als auch für sonstige Fahrzeuge.
  • Das Arbeitsruhegesetz (ARG) BGBl. Nr. 144/1983.
  • Die LenkerInnen-Ausnahmeverordnung – L-AVO, BGBl. II Nr. 10/2010.
    Sie enthält Ausnahmen von der Anwendung der Verordnungen (EG) Nr. 561/2006 und (EWG) Nr. 3821/85 sowie vom Arbeitszeitgesetz.
  • Der jeweils für Ihren Betrieb gültige Kollektivvertrag.
  • Mit BGBl. II Nr. 313/2017 wurde die Verordnung des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz über das Lenkprotokoll (Lenkprotokoll-Verordnung - LP-VO) kundgemacht, die am 1. Jänner 2018 in Kraft tritt. Das persönliche Fahrtenbuch gemäß § 17 Abs. 4 bis 6 AZG ist in Form eines Lenkprotokolls zu führen.
    Muster Lenkprotokoll:
    Lenkprotokoll mit Ausnahme nach § 5 Abs. 3 LP-VO
    Lenkprotokoll keine Ausnahme nach § 5 Abs. 3 LP-VO
    Allgemeine persönliche Fahrtenbücher können bis zum Ablauf des 31. Dezember 2018 an Stelle der Lenkprotokolle weiter verwendet werden.
Letzte Änderung am: 06.12.2019