Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Umbau von Werkzeugmaschinen

In der Praxis finden sich oft Werkzeugmaschinen, die in Punkto Fertigungsgenauigkeit, Flexibilität und Zuverlässigkeit nicht den modernen Anforderungen entsprechen, deren Grundsubstanz aber noch durchaus brauchbar ist.

Mögliche Ziele bei Umbauten von alten Werkzeugmaschinen

  • Steigerung der Genauigkeit
  • Höhere Verfügbarkeit
  • kürzere Umrüstzeiten
  • größere Flexibilität
  • höhere Leistung

Betroffene Baugruppen

  • Austausch der alten Steuerung gegen eine moderne Steuerung (Standard-SPS oder Steuerung mit integrierten Sicherheitsfunktionen, moderne CNC-Steuerung)
  • Einbau neuer Achsen (bspw. Kugelrollspindeln)
  • Ausrüstung mit neuen Achsantrieben
  • Einbau von Längenmesssystemen
  • Einbau eines neuen (z.B. digitalen) Antriebsmotors
  • Nachrüstung mit Werkzeugspeichern
  • Ersatz von Verschleißteilen, Nacharbeiten der Führungsbahnen
  • Die Ermittlung der Gefährdungen im Rahmen der Gefahrenanalyse hat sich auf alle relevanten Lebensphasen der Maschine zu erstrecken:
  • Einrichten, Umrüsten, Einstellen, Programmieren, Erproben
  • Betrieb
  • Beseitigung von Störungen im Arbeitsablauf
  • Fehlersuche und –beseitigung
  • Reinigung, Instandhaltung
     

Gefährdungen bzw. Risikoerhöhungen können nach Umbauten entstehen durch

  • Ersatz einer Steuerung in Schütz-/Relaistechnik durch eine elektronische Steuerung
  • eine neue (Sonder-)Betriebsart
  • höhere Fliehkräfte durch (auch geringfügig) höhere Drehzahlen
  • schnellere Vorschubgeschwindigkeiten (z.B. bei Eilgängen)
  • größere Späne (z.B. Wickelspäne) und/oder heiße Späne durch höhere Vorschübe
  • höherer Lärm-Beurteilungspegel durch eine höhere Zerspanungsleistung
  • psychische Belastung durch häufiger wechselnde Bearbeitungsprozesse
  • neue Gefährdungen beim Einrichten der Maschine (z.B. Gefährdungen durch Steuerungsfehler)
  • Programmierfehler
  • neue Gefährdungen bei der Instandhaltung der Maschine (Fehlersuche und/oder –beseitigung)

Änderungen und erforderliche Maßnahmen - Beispiele

  • Ersatz einer Steuerung in Schütz-/Relaistechnik durch moderne elektronische Steuerung (CNC) mit höherem Automatisierungsgrad: Maßnahme erforderlich, wenn durch automatisch einsetzende bzw. ablaufende Bewegungen Gefahren entstehen können
  • Ersatz einer Steuerung durch eine neue gleicher Art, z.B. alte NC-Steuerung durch moderne CNC-Steuerung: Keine Maßnahme erforderlich, weil keine neuen Gefahren durch programmierte Maschinenbewegungen entstehen
  • Ersatz einer Standard-SPS durch eine Steuerung mit integrierter Sicherheitsfunktion: Keine Maßnahme erforderlich, weil die Sicherheit der Maschine erhöht wird, vor allem im Einricht- und Sonderbetrieb
  • Ersatz von Gleichstromantrieben mit Thyristorsteuerung durch frequenzgesteuerte Drehstromantrieb: Maßnahme erforderlich, wenn durch automatisch einsetzende bzw. ablaufende Bewegungen Gefahren entstehen können
  • Änderung der Funktion, des Anwendungsbereiches, der Leistung, der bestimmungsgemäßen Verwendung: Maßnahme erforderlich, wenn sich neue Gefahren ergeben.
Letzte Änderung am: 01.07.2016