Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Gute Beratung - Faire Kontrolle

Arbeitsunfälle mit Handmesser

Wenn Verpackungen geöffnet werden, besteht bei der Verwendung herkömmlicher Messer ein hohes Risiko, sich die Hand zu verletzen.

Jedes Jahr ereignen sich etwa 5400 Arbeitsunfälle mit Handmessern, die zum Teil schwere Handverletzungen mit langen Krankenstandszeiten zur Folge haben.

Wenn Verpackungen geöffnet werden, besteht bei der Verwendung herkömmlicher Messer ein hohes Risiko, sich die Hand zu verletzen. Geschnitten werden vor allem Karton, Klebebänder und Folien. Kratzer an den Waren sind sehr oft die Folge, wenn Messer eingesetzt werden, gute Sicherheitsmesser können auch hier Abhilfe leisten.

Bei herkömmlichen Cutter- oder auch Teppichmessern wird mit einer fest stehenden Klinge geschnitten, die weder verdeckt liegt noch sich nach dem Schnitt von allein zurückzieht. Das Risiko von Schneidunfällen ist dadurch deutlich erhöht.

Derzeit sind folgende Bauarten von Sicherheitsmessern mit unterschiedlicher (nach unten abnehmender Sicherheit) gebräuchlich:

  • Bei Sicherheitsmessern mit verdeckt liegender Klinge ist die Klinge so sicher abgeschirmt, dass weder der/die Arbeitnehmer/in noch die verpackte Ware mit ihr in Berührung kommen.
  • Bei Sicherheitsmessern mit vollautomatischem Klingenrückzug zieht sich die Klinge nach dem Schnitt selbsttätig und schnell zurück, selbst wenn der Schieber oder Hebel zum Auslösen der Klinge weiterhin betätigt wird.

Bei Sicherheitsmessern mit automatischem Klingenrückzug verschwindet die Klinge nach dem Schnitt sofort im Griff, allerdings nur, wenn vorher der Daumen bzw. der Finger vom Auslöser genommen wurde.

Das Universal-Sicherheitsmesser gibt es nicht, aber sehr oft optimale Lösungen für individuelle Schneidaufgaben!

Für die Auswahl des richtigen Sicherheitsmessers ist entscheidend, welches Material von wem und unter welchen Bedingungen geschnitten werden soll. Tests, Trainings und Schulungen helfen bei der Einführung der neuen Schneidwerkzeuge.

Gute Sicherheitsmesser erkennt man an:

  • der Eignung für den Schneidvorgang
  • der ergonomischen Form
  • der Eignung für Rechts- und Linkshänder bzw. die Verfügbarkeit von Messern für Rechts- bzw. Linkshänder
  • dem leichten und sicheren Klingenwechsel
  • der leicht lesbaren und verständlichen Bedienungsanleitung

Hier noch einige Tipps:

  • Binden Sie rechtzeitig die Sicherheitsfachkraft ein.
  • Lassen Sie sich von den Hersteller/innen bzw. Lieferant/innen der Sicherheitsmesser beraten. Renommierte Anbieter stellen auch Schulungsunterlagen und Schulungsvideos zur Verfügung.
  • Geben Sie Ihren Mitarbeiter/innen Gelegenheit, die Sicherheitsmesser ausgiebig zu probieren.
  • Verhindern Sie, dass Ihre Mitarbeiter/innen private Messer in Ihren Betrieb mitbringen.
  • Sorgen Sie immer für ausreichenden Ersatz bei Beschädigungen und für eine ausreichende Zahl an Austauschklingen.

Die Informationen zu Sicherheitsmessern und Tipps für den Einsatz finden Sie zusammengefasst im Merkblatt der Arbeitsinspektion zu Sicherheitsmessern.

Letzte Änderung am: 27.11.2019

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