Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Gefahrenstellen an Arbeitsmitteln

Gefahrenstellen sind alle Stellen an bewegten Teilen von Arbeitsmitteln, bei denen bei mechanischem Kontakt eine Verletzungsgefahr besteht.

Gefahrenstellen sind insbesondere

  • bewegte Teile von Kraftübertragungseinrichtungen, die Quetsch-, Scher-, Schneid-, Stich-, Fang-, Einzugs- oder andere Gefahrenstellen bilden
  • sonstige bewegte Teile von Arbeitsmitteln, die Quetsch-, Scher-, Schneid-, Stich-, Fang-, Einzugs- oder andere Gefahrenstellen, wie zB Bewegungsbahnen von Gegen- und Schwunggewichten, bilden
  • vorstehende Teile an bewegten Teilen von Arbeitsmitteln, wie Stellschrauben, Bolzen, Keile, Schmiereinrichtungen,
    rotierende Teile von Arbeitsmitteln
  • bewegte Teile eines Arbeitsmittels, die der Bearbeitung, Verarbeitung, Herstellung oder der Zuführung oder Abführung von Stoffen oder Werkstücken dienen (zB Werkzeuge), die Quetsch-, Scher-, Schneid-, Stich-, Fang-, Einzugs- oder andere Gefahrenstellen bilden
  • bewegte Werkstücke, die Quetsch-, Scher-, Schneid-, Stich-, Fang-, Einzugs- oder andere Gefahrenstellen bilden.

Keine Gefahrenstelle liegt vor, wenn

  • die Leistung des Arbeitsmittels so gering ist, dass bei Berührung keine Verletzungsgefahr besteht
  • die an der Gefahrenstelle wirkende Kraft unter Berücksichtigung der Form der Gefahrenstelle so gering ist, dass bei Berührung keine Verletzungsgefahr besteht, oder
  • die Einhaltung des jeweils erforderlichen Sicherheitsabstands gewährleistet ist

Der Schutz muss in erster Linie durch Verdecken oder Verkleiden der Gefahrenstelle erfolgen bzw. bei größeren Teilen durch Umwehren (z.B. durch einen Zaun).

  • Verkleidungen müssen ein Erreichen der Gefahrenstelle von allen Seiten verhindern
  • Verdeckungen müssen ein unbeabsichtigtes Berühren der Gefahrenstelle von den zugänglichen Seiten verhindern
  • Umwehrungen müssen ein unbeabsichtigtes Annähern an die Gefahrenstelle verhindern

Wenn die Gefahrenstellen nicht durch Verdecken oder Verkleiden gesichert werden können, weil sonst Arbeitsvorgänge nicht durchgeführt werden können, müssen

  • Sicherungen mit Annäherungsreaktion wie Lichtschranken und Trittschaltmatten oder
  • abweisende Einrichtungen oder
  • Schalteinrichtungen ohne Selbsthaltung ("Tot-Mann-Schalter") oder
  • ortsbindende Einrichtungen wie Zweihandschaltungen

verwendet werden.

Soweit aufgrund der Arbeitsvorgänge eine Sicherung der Gefahrenstellen auch nicht mit Schutzeinrichtungen möglich ist, sind die ArbeitnehmerInnen über die Gefahrenstellen zu informieren und jährlich in der Vermeidung von Verletzungsgefahren zu unterweisen.

Schutzeinrichtungen müssen auch bei Einstell-, Wartungs-, Reinigungsarbeiten und Störungsbeseitigung an eingeschalteten Maschinen vorhanden sein.

§ 43 AM-VO

Letzte Änderung am: 01.07.2016