Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Gefahren, die von Arbeitsmitteln ausgehen können

Arbeitsmittel müssen so ausgelegt werden, dass ArbeitnehmerInnen durch Freisetzung von Arbeitsstoffen (zB Gase, Dämpfe, Rauch, Staub, Flüssigkeiten), die in dem Arbeitsmittel verwendet werden, nicht gefährdet werden können. Erforderlichenfalls müssen die Arbeitsmittel mit Einrichtungen ausgestattet sein, die den Anschluss an eine Absauganlage ermöglichen.

Gefahren durch Späne, Splitter oder ähnliche Teile

Können bei der Verwendung von Arbeitsmitteln Späne, Splitter oder ähnliche Teile wegfliegen und dadurch Gefahren für die ArbeitnehmerInnen entstehen, müssen

  • die Arbeitsmittel mit Schutzeinrichtungen ausgestattet sein, die das Wegfliegen verhindern (zB Verdeckungen, Verkleidungen, Schutzhauben, Schutzfenster, Absauganlagen, Rückschlagsicherungen) oder
  • wenn dies aufgrund der Arbeitsvorgänge nicht möglich ist Maßnahmen getroffen sein, die Gefährdung verhindern (zB Umwehrungen oder räumliche Trennung)

Gefahren durch hohe oder niedrige Oberflächentemperatur

Teile von Arbeitsmitteln, die eine Oberflächentemperatur von mehr als 60°C oder von weniger als -20°C erreichen können und sich innerhalb des Schutzabstands befinden, sind so zu sichern, dass die ArbeitnehmerInnen sie nicht berühren oder ihnen gefährlich nahe kommen können. Das gilt nicht, wenn die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren ergeben hat, dass aufgrund der konkreten Verhältnisse in Abhängigkeit von

  • Temperatur
  • Wärmeleitfähigkeit
  • Eigenschaft der Oberfläche
  • Art und Dauer der möglichen Berührung

keine Gefährdung der ArbeitnehmerInnen besteht.

Soweit eine Sicherung dieser Gefahrenstellen aufgrund der Arbeitsvorgänge nicht möglich ist, ist der Gefahrenbereich zu kennzeichnen und dafür zu sorgen, dass sich dem betreffenden Teil nur ArbeitnehmerInnen nähern können, die über die Gefahr besonders informiert wurden und geeignete persönliche Schutzausrüstung tragen.

§ 44 AM-VO

Maßnahmen zum Schutz vor Verbrennung bei Kachelöfen

Die Bundesinnung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker hat in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kachelofenverband und dem Zentralen Arbeitsinspektorat des Bundesministeriums für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz ein Informationsblatt zum Thema „Heiße Oberflächen – Maßnahmen zum Schutz vor Verbrennung bei Kachelöfen“ herausgegeben.

Gefahren durch hohe Drücke

Arbeitsmittel müssen so ausgelegt werden, dass ArbeitnehmerInnen nicht gefährdet werden können durch Brand oder Erhitzung des Arbeitsmittels oder durch Explosionen des Arbeitsmittels oder von Stoffen, die in dem Arbeitsmittel erzeugt, verwendet oder gelagert werden.

§ 44 AM-VO

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein nicht erkannter Druckanstieg in einem Tankwagen für die Entsorgung von Speiseresten und Küchenabfällen führte zu einem schweren Arbeitsunfall, bei dem ein Arbeitnehmer beim Öffnen einer Luke vom Tankwagen geschleudert wurde.

Biologisches Material ist natürlichen Prozessen von Mikroorganismen unterworfen, die Gärung, Verrottung, etc. sein können. Jeder dieser Prozesse geht damit einher, dass festes oder flüssiges biologisches Material unter anderem in Gase (CO, CO2, H2S, CH4, etc.) umgewandelt wird und es somit zu einer Druckerhöhung in Behältern kommt, sofern diese dicht abgeschlossen sind.

Sicherheitsmaßnahmen und Hintergrundinformationen enthält der Erlass Sicherheit von geschlossenen Fahrzeugen zur Beförderung und Entsorgung von Speiseresten , Küchenabfällen und anderer organischer Substanzen.

Letzte Änderung am: 10.10.2017