Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Abnahmeprüfungen, wiederkehrende Prüfungen

Abnahmeprüfungen

Bestimmte Arbeitsmittel sind vor der ersten Inbetriebnahme einer Abnahmeprüfung zu unterziehen (siehe Übersicht prüfpflichtige Arbeitsmittel).

Die Ergebnisse von Abnahmeprüfungen sind schriftlich in Prüfbefunden festzuhalten.

Vor der ersten Inbetriebnahme ist zu prüfen

  • der ordnungsgemäße Zustand, die korrekte Montage und die Stabilität
  • die Steuer- und Kontrolleinrichtungen
  • die Funktion mit und ohne Belastung
  • die Einhaltung der Sicherheitsfunktionen bei vorhersehbaren Störungen und Fehlbedienungen
  • die sichere Zu- und Abfuhr von Stoffen und Energien
  • die Schutzmaßnahmen für allfällig vorhandene, nicht vermeidbare Restrisiken (z.B. Sicherheitsaufschriften, Warneinrichtungen und persönliche Schutzausrüstungen)

Bei Verwendung von Arbeitskörben, die der Hersteller oder Inverkehrbringer nicht vorgesehen hat, auch die Eignung des Arbeitsmittels (Kran, Hubstapler), mit dem der Arbeitskorb gehoben werden soll.

PrüferInnen:

  • ZiviltechnikerInnen
  • Prüf- und Überwachungsstellen
  • Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure)

§ 7 AM-VO

Wiederkehrende Prüfungen

  • Bestimmte Arbeitsmittel, bei denen Abnutzung (Verschleiß) oder andere schädigende Einflüsse eine Gefährdung von ArbeitnehmerInnen hervorrufen können, sind wiederkehrend zu überprüfen (siehe Übersicht prüfpflichtige Arbeitsmittel).

Die wiederkehrenden Prüfungen sind einmal im Kalenderjahr (Jänner bis Dezember), längstens aber nach 15 Monaten vorzunehmen. Die Ergebnisse von wiederkehrenden Prüfungen sind schriftlich in Prüfbefunden festzuhalten.

Es ist zu prüfen:

  • Zustand von verschleißbehafteten Komponenten (z.B. Bremsen, Kupplungen, Rollen, Räder und Tragmitteln),
  • Einstellung von sicherheitsrelevanten Bauteilen und Sicherheitseinrichtungen (z.B. Lastkontrolleinrichtungen, Bewegungsbegrenzungen),
  • Funktion sicherheitsrelevanter Bauteile (z.B. Schalteinrichtungen, Notausschaltvorrichtungen, Lichtschranken, Bewegungssensoren, Kontaktleisten, Schaltmatten, Warn- und Signaleinrichtungen, Verriegelungen),

Bei Arbeitskörben auch die Eignung des Arbeitsmittels (Kran, Hubstapler), mit dem der Arbeitskorb gehoben wird.

PrüferInnen

  • ZiviltechnikerInnen
  • Prüf- und Überwachungsstellen
  • Ingenieurbüros, beratende Ingenieure
  • sonstige fachkundige Personen (außer Arbeitsmittel zum Heben von ArbeitnehmerInnen)

Vier-Jahres-Regelung

Für bestimmte Arbeitsmittel gilt eine Sonderregelung für den Fall, dass die wiederkehrende Prüfung durch fachkundige Betriebsangehörige durchgeführt wird. In diesen Fällen ist zumindest jedes vierte Jahr ein externer Prüfer beizuziehen:

  • ZiviltechnikerInnen
  • Prüf- und Überwachungsstellen
  • Ingenieurbüros, beratende Ingenieure

Der externe Prüfer hat dafür zu sorgen, dass die fachkundigen Betriebsangehörigen dieser Prüfung beigezogen werden oder durch die PrüferInnen über allfällige Neuerungen auf dem Gebiet der Prüfinhalte oder Methoden für die Durchführung dieser Prüfung (z.B. durch Weitergabe des Prüfbefundes) informiert werden.

Arbeitsmittel mit Vier-Jahres-Regelung

  • Krane
  • kraftbetriebene Arbeitsmittel zum Heben von Lasten
  • Winden und Zuggeräte
  • durch mechanische oder elektronische Führungs- bzw. Leitsysteme geführte Regalbediengeräte,
    Fahrzeughebebühnen
  • kraftbetriebene Türen und Tore
  • Bagger und Radlader zum Heben von Einzellasten
  • mechanische Leitern

§ 8 AM-VO

Prüfung von Kranen - Leitfaden

Der Leitfaden (Doc 1598_01) bietet Mindestnormen, um die Kompetenz (und Unparteilichkeit) von Personen sicherzustellen, die wiederkehrende Prüfungen und Montagekontrollen bei Turmdrehkranen und großen Mobilkranen durchführen.

Laut der konsolidierten Richtlinie 2009/104/EG über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung von Arbeitsmitteln durch Arbeitnehmer bei der Arbeit (Anmerkung: in Österreich umgesetzt durch den 3. Abschnitt des ASchG und die Arbeitsmittelverodnung) ist die Prüfung von Turmdrehkranen und mobilen Kranen vorgeschrieben.

In zahlreichen Mitgliedstaaten sind die Registrierung von Prüfern und die Anforderungen für die Überprüfung ihrer Kompetenz durch anerkannte oder akkreditierte Dritte gesetzlich geregelt. Dieser Leitfaden ist nicht dazu gedacht, diese Anforderungen zu ersetzen, sondern soll Hilfestellung bei der Bewertung der Kompetenz von Kranprüfern leisten.

Der Zweck dieser Prüfungen besteht darin, tatsächliche und potenzielle Mängel/Schwachstellen festzustellen und diese zu melden/zu beheben, um den sicheren Betrieb von Kranen zu gewährleisten.

Der Leitfaden bietet Mindestnormen, um die Kompetenz (und Unparteilichkeit) von Personen sicherzustellen, die wiederkehrende Prüfungen und Montagekontrollen bei Turmdrehkranen und großen Mobilkranen durchführen. Die darin enthaltenen Informationen können auch für die Prüfung kleinerer Kranen relevant sein, diese sind jedoch nicht ausdrücklich Gegenstand dieses Dokuments. Der Leitfaden enthält ferner Einzelheiten zu einem Verwaltungsrahmen, der von Organisationen benutzt werden kann, um die Kompetenz von Kranprüfern sicherzustellen und nachzuweisen.

Prüfung von Kranen - Leitfaden

Letzte Änderung am: 15.07.2016