Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Stress - "Würze des Lebens oder Gifthauch des Todes"

Dieser Titel eines Forschungsberichtes der Europäischen Union macht deutlich, dass Stress sowohl eine Herausforderung als auch eine Bedrohung für die Betroffenen bedeuten kann. Krankmachende Stressbelastungen haben aber in den letzten Jahren merklich zugenommen.

Einfluss zu haben, frei entscheiden und Kontrolle ausüben zu können reduziert Stress. Menschen, die extrem gefordert aber nur wenig Entscheidungsbefugnisse haben, erkranken häufiger.

Was sind die Ursachen von Stresssituationen?

Ursachen bzw. auslösende Faktoren (= Stressoren) für Stresssituationen können z.B. sein:

  • Über- und Unterforderung bei der Arbeit
  • Zeitdruck
  • Arbeitszeitgestaltung
  • fehlende oder mangelhafte Arbeitsanweisungen
  • geringe Mitsprache oder Entscheidungsbefugnisse
  • keine oder zu geringe Anerkennung und Wertschätzung
  • gefährliche Arbeitsbedingungen
  • Vorurteile gegen Personen z.B. wegen Alter, Rasse, Geschlecht oder Religion
  • fehlende Ausbildung
  • persönliche Probleme (z.B. Doppelbelastung bei Frauen)

Welche Folgen kann "negativer" Stress haben?

Als Stressfolgen sind sowohl körperliche als auch psychische Beeinträchtigungen zu beachten.

Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Magen/Darmprobleme oder Herz/Kreislauferkrankungen können ebenso wie Angst, Anspannung, Aggressionsverhalten, Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Rückenbeschwerden kommen überdurchschnittlich häufig bei Menschen vor, die sich gestresst fühlen oder mit ihrer Lebenssituation nicht zufrieden sind.

Von jedem Menschen wird Stress anders wahrgenommen und verarbeitet. Für die Bewältigung von stressbedingten Belastungen ist es wichtig, welche Ressourcen der betroffenen Person zur Verfügung stehen. Ressourcen sind z.B.

  • Handlungs- und Entscheidungsspielraum
  • Unterstützung
  • Qualifikation
  • Gesundheit
  • Motivation

Welche Präventivmaßnahmen können gesetzt werden?

Als Maßnahmen zur Prävention von Stresssituationen müssen die Ursachen und Folgen ermittelt werden und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Arbeitsumgebung, Arbeitsinhalte und sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz berücksichtigt werden.

Rahmenvereinbarung der europäischen Sozialpartner zu Stress am Arbeitsplatz

Am 8. Oktober 2004 unterzeichneten die vier großen europäischen Organisationen der Sozialpartner - Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB), Union der Industrie- und Arbeitgeberverbände Europas (UNICE), europäischer Verband des Handwerks sowie Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME), sowie der Europäische Zentralverband der Öffentlichen Wirtschaft (CEEP) - eine Rahmenvereinbarung zur Prävention von Stress am Arbeitsplatz.

Weitere Informationen zur Vereinbarung selbst erhalten sie hier:
Zusammenarbeit der Sozialpartner in der Bekämpfung von Stress

Letzte Änderung am: 25.01.2016