Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Gute Beratung - Faire Kontrolle

Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung kann eine sinnvolle Ergänzung zum traditionellen präventiven Sicherheits- und Gesundheitsschutz sein.

Maßnahmen der BGF sollen zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz der Beschäftigten in Ergänzung zu Maßnahmen einer gesundheitsgerechten Arbeitsplatzgestaltung beitragen.

Partizipation, Integration als Teil der Unternehmenspolitik und Ganzheitlichkeit sind wichtige Kriterien für BGF-Maßnahmen.

Instrumente der BGF

  • Betrieblicher Gesundheitsbericht
  • MitarbeiterInnenbefragung
  • Gesundheitszirkel
  • Betriebsvereinbarungen
  • Projektmanagement

ArbeitgeberInnen haben ArbeitsmedizinerInnen und erforderlichenfalls weitere geeignete Fachleute (z.B. ArbeitspsychologInnen) in allen Fragen der Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz beizuziehen. (§ 81 Abs.3 ASchG)

Dem Arbeitsschutzrecht sind aber nur jene betrieblichen Gesundheitsförderungsmaßnahmen zurechenbar, die sich auf konkrete betriebliche Arbeitsbedingungen beziehen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen und Initiativen im Arbeitsschutzbereich sind daher auch vom Gesundheitsförderungsgesetz (GfG) ausgenommen.

In die Präventionszeit (Mindesteinsatzzeit) können auch nur jene Gesundheitsförderungsmaßnahmen eingerechnet werden, die im untrennbaren Zusammenhang mit den konkreten Arbeitsbedingungen stehen, nicht jedoch Maßnahmen der allgemeinen Gesundheitsförderung.

BGF Modellprojekt in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)

Das Zentral-Arbeitsinspektorat hat in den Jahren 2004 bis 2006 im Projektbeirat des Modellprojektes "switch2006.at" mitgearbeitet. Dieses Modellprojekt des FGÖ hatte die Gesundheitsförderung von Erwerbstätigen in Unternehmen bis 100 MitarbeiterInnen zum Ziel. In Zusammenarbeit mit 13 Projektbetrieben aus dem Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien wurden entsprechende Vorgangsweisen und Methoden entwickelt.

Entwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung

Die betriebliche Gesundheitsförderung hat in Europa, aber auch in Österreich, schon eine lange Tradition.

Ottawa Charta

Bei der Konferenz der WHO in Ottawa 1986 wurde der Begriff Gesundheitsförderung zum ersten Mal definiert.

"Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können."

Luxemburger Deklaration

Von den Mitgliedern des europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung wurden die Grundlage, die Ziele und Leitlinien zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz 1997 in Luxemburg vereinbart.

"Die sich verändernden Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und die Freizeit organisiert, sollte eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein. Gesundheitsförderung schafft sichere, anregende, befriedigende und angenehme Arbeits- und Lebensbedingungen."

Cardiff Memorandum

Schließlich wurden 1998 in Cardiff die Prioritäten des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung in Klein- und Mittelbetrieben festgelegt.

Österreichisches Netzwerk betriebliche Gesundheitsförderung

Die österreichische Kontaktstelle des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung ist die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse. Im Jahr 2000 wurde das österreichische Netzwerk betriebliche Gesundheitsförderung gegründet.

Fonds Gesundes Österreich

Der Fonds Gesundes Österreich wurde im Jahre 1998 gegründet und hat die Aufgabe Fachtagungen, Aus- und Weiterbildung zu organisieren und Projekte zu fördern und zu evaluieren. Im Fonds gibt es einen eigenen Bereich, der sich mit betrieblicher Gesundheitsförderung befasst.
Auf der Homepage des FGÖ finden sich unter anderem Informationen zu Projekt-Förderansuchen und Informationen zu allen vom FGÖ geförderten Projekten. Es finden sich darunter auch eine große Anzahl von Vorhaben der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Letzte Änderung am: 03.12.2019

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