Sozialministerium - Arbeitsinspektion
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Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz (VGÜ)

Die Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz (VGÜ 2014) wurde mit BGBl. II Nr. 26/2014 vom 18.2.2014 verlautbart. Die Verordnung trat mit 1.3.2014 in Kraft.

Mit der Kurz-Novelle BGBl. II Nr. 253/2017 vom 19.9.2017 wurde die gesetzliche Basis für die geplante elektronische Übermittlung der Befunde geschaffen. Gleichzeitig wurde der Titel der Verordnung auf VGÜ 2017 geändert.

Informationen zu den Intervallen der ärztlichen Untersuchungen befinden sich in Anlage 1.

Die Richtlinien zur Durchführung der ärztlichen Untersuchungen sind in Anlage 2 zusammengefasst. Detaillierte Informationen zum Untersuchungsumfang jeder einzelnen Untersuchung finden Sie auch unter Untersuchungsintervalle und Untersuchungsumfang.

Die wichtigsten Veränderungen werden im Folgenden kurz zusammengefasst 

  • Mit der Novelle 2014 wird die Wichtigkeit der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren als Voraussetzung für die Durchführung der Eignungs- und Folgeuntersuchungen betont, da ohne diese das Erfordernis einer Untersuchungspflicht hinsichtlich eines bestimmten Arbeitsbereiches/Arbeitsplatzes oder Arbeitsvorganges nicht beurteilt werden kann. Dabei ist neben der Einwirkungsdauer (im Durchschnitt einer Arbeitswoche länger als eine Stunde pro Arbeitstag), die Eigenschaften eines Arbeitsstoffes (z.B. gesundheitsschädlich, hautresorptiv, krebserzeugend), die Expositionshöhe (mittels repräsentativer Messung im Sinne des 5. Abschnittes der Grenzwerteverordnung 2011 (GKV 2011)) und die Expositionsart besonders zu berücksichtigen. (§ 2 Abs. 3 bis 5 VGÜ, § 6a Abs. 1 VGÜ)
  • Untersuchungen im Sinne der VGÜ sind vorrangig von gemäß § 79 ASchG bestellten ArbeitsmedizinerInnen durchzuführen. ArbeitgeberInnen sind verpflichtet, den untersuchenden Ärztinnen und Ärzten Zugang zu den Arbeitsplätzen zu gewähren und die erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen. (§ 6 Abs. 8 VGÜ)
  • Untersuchende Ärztinnen und Ärzte müssen ArbeitgeberInnen nachweislich über das Erfordernis der Überprüfung und Anpassung der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren in Kenntnis setzen. Untersuchenden Ärztinnen und Ärzten ist Einsicht in das angepasste Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument zu gewähren. (§ 6a Abs. 3 VGÜ)
  • Durch die Zusammenführung von Untersuchungen die denselben/dieselbe ArbeitnehmerIn betreffen, möglichst zu demselben Zeitpunkt, kann es zu einer Verringerung der Belastung für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen und auch zu einer Reduzierung des Verwaltungsaufwandes für ermächtigte Ärztinnen und Ärzte kommen. (§ 6 Abs. 3 VGÜ)
  • In den allgemeinen Bestimmungen zur Durchführung der Untersuchungen ist ausgeführt, wie die Untersuchungen zu gestalten sind. Ein wesentliches Augenmerk wird dabei auf die Arbeitsanamnese gelegt, die unverzichtbar für die arbeitsmedizinische Beurteilung und die gezielte Beratung der ArbeitnehmerInnen hinsichtlich Belastung, Arbeitsgestaltung und Schutzmaßnahmen ist. Bei jeder Untersuchung ist eine Anamnese und die Arbeitsanamnese zu erheben und eine ärztliche Untersuchung durchzuführen. Bei vorzeitigen Folgeuntersuchungen ist nur jener Untersuchungsbefund (z.B. Blut, Harn, Lungenfunktion) zu erheben, der die vorzeitige Folgeuntersuchung begründet hat.

Eine übersichtliche Darstellung der Änderungen: Wesentliche Änderungen in der VGÜ 2014 - Vergleich mit der VGÜ 2008.

Im Einführungserlass werden die wesentlichen Änderungen und Hintergründe zur VGÜ-Novelle 2014 dargestellt. Eine Kurzfassung der Änderungen finden Sie auch in dem gemeinsamen Merkblatt des Sozialministeriums und der WKÖ.

Letzte Änderung am: 31.10.2018