Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Liste, Verfahren und Anzahl der Berufskrankheiten

Die Liste der anerkannten Berufskrankheiten ist dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) als Anlage 1 beigefügt. Durch eine Generalklausel stehen auch Krankheiten unter Versicherungsschutz, die nicht in dieser Liste enthalten sind; sie müssen nachweisbar berufsbedingt sein und durch schädigende Stoffe oder Strahlen hervorgerufen werden.

Mit 1.1.2013 traten folgende Änderungen in der Anlage 1 § 177 ASVG in Kraft:

  • BK Nr. 20 wird nunmehr mit der Bezeichnung "Vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen sowie andere Erkrankungen durch Erschütterung bei der Arbeit mit Pressluftwerkzeugen und gleichartig wirkenden Werkzeugen und Maschinen sowie durch Arbeit an Anklopfmaschinen" angegeben. Damit sind nicht nur Erkrankungen des Skelettsystems erfasst, sondern zudem eine Gefäßerkrankung.
  • BK Nr. 22 lautet nunmehr "Druckschädigung der Nerven" und erlaubt die Anerkennung eines Nervenschadens durch Druck bevor eine Lähmung aufgetreten ist.
  • BK Nr. 23 wird jetzt mit "Chronische Erkrankungen der Schleimbeutel, der Sehnenscheiden und des Sehnengewebes sowie der Sehnen- und Muskelansätze durch ständigen Druck oder ständige Erschütterung" beschrieben. So sind auch Sehnenscheidenerkrankungen erfasst und eine Anerkennung nicht mehr begrenzt auf Knie- und Ellenbogengelenke.
  • BK Nr. 26 wird erweitert um c) "Bösartige Neubildungen der Lunge durch die Einwirkung von kristallinem Siliziumoxid bei Silikose". Mit dieser Erweiterung ist die Lungenkrebserkrankung bei Quarzstaubexposition inkludiert worden.
  • BK Nr. 30 wurde erweitert auf "Rhinopatie (allergischer Schnupfen), wenn und solange sie zur Aufgabe schädigender Tätigkeiten zwingt". Damit ist die Vorstufe zum allergischen Asthma bronchiale bereits als Berufskrankheit erfasst.

Auslöser für Berufskrankheiten sind beispielhaft

  • gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe wie Blei, Toluol, Trichlorethan, Arsen, Benzol, Phosphor, Quecksilber
  • physikalische Einwirkungen wie Lärm, ständiger Druck, Erschütterungen, Strahlung
  • Infektionserreger wie Hepatitis A, B oder C, Salmonellen, Tuberkulose
  • Stäube, welche die Atemwege oder Lunge belasten, wie Quarzstaub, Asbest und Hartmetallstaub
  • Hautkrankheiten wie akutes oder chronisches Hautekzem, z.B. bei FriseurInnen oder bei im Reinigungsgewerbe Beschäftigten
  • allergische Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale durch z.B. Mehlstaub oder Isocyanate

Verfahren zur Anerkennung von Berufskrankheiten

Bei Verdacht einer Berufskrankheit ist die/der behandelnde Ärztin/Arzt verpflichtet eine Berufskrankheitsmeldung zu machen. Auch das Unternehmen (ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen) kann eine Anzeige erstatten. Für die BK-Meldung sind die von der AUVA ausgearbeiteten Formulare Ärztliche Meldung und Meldung durch das Unternehmen zu verwenden.

Im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens wird festgestellt, ob eine Anerkennung durch den Unfallversicherungsträger erfolgt und ob eine BK-Rente bei Minderung der Erwerbsfähigkeit bezahlt wird.

Für die Überarbeitung und Aufnahme von neuen Berufskrankheiten ist das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz zuständig.

Anzahl der anerkannten Berufskrankheiten

In den Tätigkeitsberichten der Arbeitsinspektion werden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Sektion Arbeitsrecht und Zentral-Arbeitsinspektorat, die Anzahl der anerkannten Berufskrankheiten, aufgegliedert nach Branchen und Geschlecht, veröffentlicht.

Letzte Änderung am: 13.09.2018

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