Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Ausführungsphase

Ausführungsphase ist der Zeitraum von der Auftragsvergabe bis zum Abschluss der Bauarbeiten.

Die Ausführungsphase dauert somit von der ersten Auftragsvergabe bis zum Abschluss sämtlicher Bauarbeiten. Im Regelfall stellt die Übergabe die Beendigung der Bauarbeiten dar.

§ 2 Abs 5 BauKG

BaustellenkoordinatorInnen

Für die Ausführungsphase ist, sofern ArbeitnehmerInnen von zumindest zwei ArbeitgeberInnen beschäftigt werden, ein BaustellenkoordinatorIn vom Bauherrn/von der Bauherrin (gegebenenfalls ProjektleiterIn) spätestens bei Auftragsvergabe zu bestellen.

Der/Die BaustellenkoordinatorIn hat zu koordinieren:

  1. die Umsetzung der allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ASchG bei der technischen und organisatorischen Planung, bei der Einteilung der Arbeiten, die gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden, bei der Abschätzung der voraussichtlichen Dauer für die Durchführung dieser Arbeiten, sowie bei der Durchführung der Arbeiten,
  2. die Umsetzung der für die Baustelle geltenden Bestimmungen über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
  3. die Überwachung der ordnungsgemäßen Anwendung der Arbeitsverfahren.

Der/Die BaustellenkoordinatorIn hat darauf zu achten, dass:

  1. die ArbeitgeberIn den Sicherheits und Gesundheitsschutzplan anwenden,
  2. die ArbeitgeberIn die allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ASchG anwenden,
  3. die auf der Baustelle tätigen Selbstständigen den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan und die allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ASchG anwenden, wenn dies zum Schutz der ArbeitnehmerInnen erforderlich ist.

Der/Die BaustellenkoordinatorIn hat:

  1. die Zusammenarbeit und die Koordination der Tätigkeiten zum Schutz der ArbeitnehmerInnen und zur Verhütung von Unfällen und berufsbedingten Gesundheitsgefährdungen zwischen den ArbeitgeberInnen zu organisieren und dabei auch die Selbständigen einzubeziehen,
  2. für die gegenseitige Information der ArbeitgeberInnen und der auf der Baustelle tätigen Selbständigen zu sorgen,
  3. den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan und die Unterlage unter Berücksichtigung des Fortschritts der Arbeiten und eingetretener Änderungen anzupassen oder anpassen zu lassen,
  4. die erforderlichen Maßnahmen zu veranlassen, damit nur befugte Personen die Baustelle betreten.


Stellt der/die BaustellenkoordinatorIn bei Besichtigungen der Baustelle Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der ArbeitnehmerInnen fest, hat er/sie unverzüglich den Bauherrn/die Bauherrin oder den/die ProjektleiterIn sowie die ArbeitgeberInnen und die allenfalls auf der Baustelle tätigen Selbständigen zu informieren. Der/Die BaustellenkoordinatorIn hat das Recht, sich an das Arbeitsinspektorat zu wenden, wenn er/sie der Auffassung ist, dass die getroffenen Maßnahmen und bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sicherzustellen, nachdem er/sie erfolglos eine Beseitigung dieser Missstände verlangt hat.

§ 5 BauKG

Letzte Änderung am: 08.07.2016