Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Gute Beratung - Faire Kontrolle

Koordination bei Bauarbeiten

Die Koordination von Bauarbeiten wird im BauKG (Bauarbeitenkoordinationsgesetz BGBl. I 37/1999) sowie im § 8 ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz BGBl. Nr 450/1994) geregelt.

Inhaltsverzeichnis

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Das BauKG soll durch Koordinierung bei Vorbereitung und Durchführung von Bauarbeiten die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf Baustellen erhöhen. Erreicht soll dies dadurch werden, dass zum Beispiel gemeinsame Sicherheitseinrichtungen wie Gerüste oder Geländer so ausgebildet werden, dass sie zum Schutz von ArbeitnehmerInnen von verschiedenen ArbeitgeberInnen geeignet und im Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (neben anderen Maßnahmen) festgelegt werden.

Verantwortlich für die Umsetzung sind die Bauherren bzw. ProjektleiterInnen und (beschränkt auf die jeweiligen Bauphasen) für ihren Aufgabenbereich die KoordinatorInnen.

Koordination und Absturzsicherung

Bauarbeitenkoordination Leitlinie für Bauherrn

EU Leitfaden zur Durchführung der Baustellen-Richtlinie

Kommentare und Erläuterungen zum BauKG

Koordination von Bauarbeiten auf Umbaubaustellen

Bericht SPA BauKG 2013

BauherrIn

BauherrIn ist jede natürliche oder juristische Person oder sonstige Gesellschaft mit Rechtspersönlichkeit, in deren Auftrag ein Bauwerk ausgeführt wird.


Das BauKG richtet sich primär an den/die Bauherrn/Bauherrin, der/die für die Umsetzung der nach BauKG erforderlichen Maßnahmen verantwortlich ist.


Der/Die BauherrIn kann seine/Ihre Verpflichtungen an einen/eine ProjektleiterIn mit dessen/deren Zustimmung übertragen. Auch ohne Pflichtenübertragung kann ein/e ProjektleiterIn beauftragt werden (ist dann aber nicht nach BauKG anstelle des/der Bauherrn/Bauherrin verwaltungsstrafrechtlich verantwortlich).


Der/Die BauherrIn bzw. ProjektleiterIn sorgen dafür, dass bei Entwurf, Ausführungsplanung und Vorbereitung des Bauprojekts sowie bei der Abschätzung der voraussichtlichen Dauer der Arbeiten die Grundsätze der Gefahrenverhütung entsprechend § 7 ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz) für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der ArbeitnehmerInnen berücksichtigt werden.


Weitere Aufgaben des/der Bauherrn/Bauherrin (gegebenenfalls: ProjektleiterIn) sind :


ProjektleiterInnen

ProjektleiterInnen können sowohl eine natürliche oder juristische Person oder sonstige Gesellschaft mit Rechtspersönlichkeit sein.


Sie können unter bestimmten Voraussetzungen die Aufgaben der Bauherrn/Bauherrinnen nach BauKG übernehmen. Eine Beauftragung von ProjektleiterInnen ist nicht verpflichtend.


Die ProjektleiterInnen sind Personen, die vom Bauern/von der Bauherrin mit der Planung, der Ausführung oder der Überwachung der Ausführung des Bauwerks beauftragt sind. Sie können aber auch andere Baufachkundige (z.B. Bauträger) sein, die sonstige Tätigkeiten für das Bauvorhaben durchführen.


Sie übernehmen die Aufgaben, die der/die BauherrIn durch das BauKG übertragen bekommen hat. Stimmt der/die ProjektleiterIn zu, kann der/die BauherrIn seine/ihre BauKG-Pflichten zusätzlich gemäß § 9 Abs 1 BauKG übertragen. Anstelle des Bauherrn/der Bauherrin ist dann der/die ProjektleiterIn für die Erfüllung der Bauherrnpflichten/Bauherrinnenpflichten nach BauKG verwaltungsstrafrechtlich verantwortlich.

KoordinatorInnen

Wenn auf einer Baustelle gleichzeitig oder aufeinanderfolgend ArbeitnehmerInnen von zumindest zwei ArbeitgeberInnen beschäftigt werden, muss der Bauherr KoordinatorInnen (Planungs- und Baustellenkoordination) bestellen.


§ 3 Abs 1 BauKG


Für die Bestellung ist Schriftform und Nachweis der Zustimmung erforderlich.


Für die Vorbereitungsphase ist vom Bauherrn/von der Bauherrin (ProjektleiterIn) ein/e PlanungskoordinatorIn zu bestellen.


Für die Ausführungsphase ist vom Bauherrn/von der Bauherrin (ProjektleiterIn) ein/e BaustellenkoordinatorIn zu bestellen.


Als KoordinatorInnen können sowohl natürliche als auch juristische Personen oder sonstige Gesellschaften mit Rechtspersönlichkeit bestellt werden. Bei der Bestellung einer juristischen Person oder sonstigen Gesellschaften mit Rechtspersönlichkeit ist eine geeignete natürliche Person, welche mit den Koordinationsaufgaben betraut wurde, namhaft zu machen. Diese Benennung darf nicht mit der Bestellung zum KoordinatorIn verwechselt werden (KoordinatorIn ist die juristische Person oder sonstige Gesellschaft mit Rechtspersönlichkeit) .


Die Bestellung der KoordinatorInnen muss durch den Bauherrn/die Bauherrin (ProjektleiterIn) erfolgen - keine Sub-KoordinatorInnen! Es kann ein und dieselbe Person zum/zur Planungs- und BaustellenkoordinatorIn bestellt werden, wenn sie ausreichend qualifiziert ist (auch der/die BauherrIn selbst kann die Koordinationsaufgaben wahrnehmen).


Wer als KoordinatorIn bestellt oder namhaft gemacht wird muss folgende Voraussetzungen erfüllen:



  • einschlägige Ausbildung abhängig vom Bauvorhaben

  • mindestens dreijährige einschlägige Berufserfahrung


Zu den einschlägigen Ausbildungen zählen insbesonders:



  • erfolgreicher Abschluss aus dem Fachbereich Hoch- oder Tiefbau im Rahmen einer

    • Höheren technischen Lehranstalt ,

    • Fachhochschule oder

    • Universität



  • Baumeister

  • sonstige baugewerbliche Ausbildung


Baustellenrelevante Kenntnisse des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes sind erforderlich.


Werden mehrere KoordinatorInnen nebeneinander bestellt (z.B. für bestimmte Baulose) müssen deren Verantwortlichkeiten räumlich klar abgegrenzt sein.

Letzte Änderung am: 04.12.2019