Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Arbeitsbereitschaft

Unter Arbeitsbereitschaft versteht man Arbeitszeit, in der ArbeitnehmerInnen keine Arbeitsleistung erbringen, sich aber an einem von den ArbeitgeberInnen bestimmten Ort zur jederzeitigen Aufnahme der Arbeit bereithalten müssen.

Fällt in die Arbeitszeit von ArbeitnehmerInnen regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft, kann die tägliche Normalarbeitszeit bis auf zwölf Stunden und die wöchentliche Normalarbeitszeit bis auf 60 Stunden ausgedehnt werden.

Durch Überstunden darf die Tagesarbeitszeit auf maximal 13 Stunden und die Wochenarbeitszeit auf maximal 60 Stunden ausgedehnt werden.

Voraussetzung ist die Zulassung durch

  • den Kollektivvertrag oder
  • die Betriebsvereinbarung, wenn
    • diese durch den Kollektivvertrag dazu ermächtigt wurde oder
    • kein Kollektivvertrag wirksam ist,
  • das zuständige Arbeitsinspektorat auf Antrag, wenn
    • im Betrieb kein Betriebsrat errichtet ist und
    • kein Kollektivvertrag wirksam ist.


§ 5 Arbeitszeitgesetz
§ 7 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz

Besteht die Arbeitszeit überwiegend aus Arbeitsbereitschaft und bestehen für die ArbeitnehmerInnen während der Arbeitszeit besondere Erholungsmöglichkeiten, kann der Kollektivvertrag für solche Arbeiten die Betriebsvereinbarung ermächtigen, dreimal pro Woche eine Ausdehnung der täglichen Normalarbeitszeit bis auf 24 Stunden zuzulassen. Sämtliche Bedingungen, unter denen diese Verlängerung zulässig ist, sind im Kollektivvertrag und der Betriebsvereinbarung festzulegen. Voraussetzung ist, dass durch ein arbeitsmedizinisches Gutachten festgestellt wurde, dass wegen der besonderen Arbeitsbedingungen der ArbeitnehmerInnen diese im Durchschnitt nicht stärker gesundheitlich belastet werden. (Wenn kein Kollektivvertrag abgeschlossen werden kann, weil auf ArbeitgeberInnenseite keine kollektivvertragsfähige Körperschaft besteht, ist trotzdem eine Zulassung durch Betriebsvereinbarung möglich.)

Die wöchentliche Normalarbeitszeit darf im Durchschnitt 60 Stunden, in einzelnen Wochen des Durchrechnungszeitraumes 72 Stunden nicht überschreiten. Der Durchrechnungszeitraum ist im Kollektivvertrag festzulegen.

Beträgt die tägliche Normalarbeitszeit mehr als zwölf Stunden, ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 23 Stunden zu gewähren.

§ 5a und § 12 Abs. 2d Arbeitszeitgesetz

Letzte Änderung am: 15.01.2016