Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Krebserzeugende Arbeitsstoffe

In Österreich gelten alle Stoffe als krebserzeugend, die

  • im Anhang III der Grenzwerteverordnung aufgelistet sind oder
  • nach dem Chemikaliengesetz 1996 oder
  • nach dem Pflanzenschutzmittelgesetz

als krebserzeugend einzustufen oder zu kennzeichnen sind.

Es werden eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe sowie Arbeitsstoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial unterschieden.

Eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe sind Arbeitsstoffe, die beim Menschen erfahrungsgemäß Krebserkrankungen zu verursachen vermögen oder sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen haben. Für diese Stoffe besteht eine Ersatzpflicht, wenn ein gleichwertiges Arbeitsergebnis mit nicht oder weniger gefährlichen Arbeitsstoffen erzielt werden kann.

Die Liste der krebserzeugenden Arbeitsstoffe findet sich im Anhang III der Grenzwerteverordnung.

Grenzwerteverordnung 2011

Folder Grenzwerte und krebserzeugende Arbeitsstoffe

Lüftung bei Einsatz von Dieselfahrzeugen in Räumen

Partikel in Dieselabgasen sind krebserzeugend, daher ist der Einsatz von dieselbetriebenen Fahrzeugen - wie Dieselstaplern - in Räumen problematisch. Nicht immer können Dieselstapler aber durch andere Flurförderfahrzeuge ersetzt werden. Die Voraussetzungen dass dieselbetriebene Flurförderfahrzeuge eingesetzt werden dürfen, sind in folgendem Erlass und den zugehörigen Anhängen zusammengefasst.

Erlass Flurförderzeuge in Räumen

Flurförderzeuge in Räumen: Häufig gestellte Fragen

Flurförderzeuge in Räumen: Informationsblatt

Ersatz von Benzol in Motortreibstoffen für zweitaktmotorbetriebenen handgeführten Arbeitsmitteln

§ 110 Abs. 8 ASchG ordnet das Weitergelten einzelner Bestimmungen der AAV an, u.a. des § 55 Abs. 2 AAV, der für die Verwendung von Benzol in Motortreibstoffen eine Ausnahme vom Substitutionsgebot enthielt.
Da es sich bei Benzol um einen eindeutig krebserzeugenden Arbeitsstoff handelt, wurde diese Ausnahme in § 55 Abs. 2 AAV durch eine ASchG-Novelle insoweit geändert, dass bei Verwendung von zweitaktmotorbetriebenen handgeführten Arbeitsmitteln (insbesondere Kettensägen, Motorsensen, Heckenscheren…) benzolhältige Treibstoffe durch Alkylatbenzin (Gerätebenzin) ersetzt werden müssen. 

Von der Regelung betroffen sind nur handgeführte Geräte mit Zweitaktmotor. Bei diesen Arbeitsmitteln enthält das Abgas im Vergleich zu Viertaktmotoren konstruktionsbedingt deutlich mehr unverbrannte Kohlenwasserstoffe und damit mehr Benzol.

Unberührt davon bleibt die weiterhin bestehende Ausnahme vom Substitutionsgebot für Benzol in Motortreibstoffen für den gesamten KFZ-Bereich und für Arbeitsmittel mit Viertaktmotoren.

Letzte Änderung am: 10.10.2017