Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Stand der Technik im Explosionsschutz

Der Stand der Technik im Explosionsschutz wird durch Erlässe, Normen und technische Regeln festgehalten.

Hier finden Sie Erlässe zum Thema Explosionsschutz, aber auch grundlegende Informationen und Hilfestellungen für bestimmte Branchen, als auch Berechnungstools.

Erlässe zum Explosionsschutz

Verordnung explosionsfähige Atmosphären (VEXAT) - Klarstellungen

Konstruktiver Explosionsschutz, Schutzsysteme; (Druckentlastung von Staubexplosionen)

Sonderfälle Stäube die explosionsfähige Atmosphären bilden können

In der VEXAT ist die ganz klare Rangordnung primärer Explosionsschutz (Vermeiden des Bildens von explosionsfähigen Atmosphären) vor sekundärem Explosionsschutz (Nicht-Wirksam-Werden von Zündquellen) vor konstruktivem Explosionsschutz festgelegt.

Für Silos oder Bunker, die Schüttgüter enthalten, die staubexplosionsfähige Atmosphären bilden können, sind aber jedenfalls konstruktive Maßnahmen vorgeschrieben (§ 20 (2) VEXAT.

In Ausnahmefällen ist ein Abgehen von der Notwendigkeit eines konstruktiven Explosionsschutzes auch in diesen Fällen möglich. Wesentlich hierbei ist das vollständige Betrachten aller Zündquellen - sowie das Sicherstellen zugehöriger Maßnahmen - um das Wirksamwerden von Zündquellen sicher ausschließen zu können.

In folgenden Erlässen sind zu bestimmten Themen diese Maßnahmen, welche in diesen Fällen auch die Voraussetzung für eine Ausnahme vom § 20 (2) VEXAT beschreiben, zu finden:

Mehlsiloanlagen - Ausnahme vom konstruktiven Explosionsschutz *

Anlagen für Agrarhandel, Mischfutter- und Mühlenwirtschaft - Ausnahmen vom konstruktiven Explosionsschutz *

Pelletslager, Ausnahme vom konstruktiven Explosionsschutz; Vermeidung der CO-Gefahr Erlass *

Gutachten die den mit * gekennzeichneten Erlässen zu Grunde liegen können unter vii2@sozialministerium.at angefordert werden.

Datenbank Gestis-Staub-Ex

Brennbare Stäube sind auf Grund ihrer Heterogenität im Explosionsschutz eine besondere Herausforderung.

Als Grundlage zum sicheren Handhaben brennbarer Stäube und zum Projektieren von Schutzmaßnahmen gegen Staubexplosionen in stauberzeugenden und -verarbeitenden Anlagen sind in der GESTIS-STAUB-EX Datenbank wichtige Brenn- und Explosionskenngrößen von über 4000 Staubproben aus nahezu allen Branchen zusammengestellt.

Externer Link zur Gestis-Staubdatenbank: http://staubex.ifa.dguv.de/

Informationen und Merkblätter

Nachfolgende Informationen bieten konkrete Hilfestellungen für verschiedene Anwendungsfälle

Tischlereien & Holzstaub

Holzstaub bildet immer wieder explosionsfähige Atmosphären und kann daher zu Explosionen und Folgebränden führen

Folder Arbeitsstoffe - Explosionsschutz in Tischlereien

Merkblatt Explosionsschutzdokument zum Folder "Explosionsschutz in Tischlereien"

Merkblatt Konstruktiver Explosionsschutz bei bestehenden Silos und Filtern für Holzstaub

Antriebsbatterien

Akkumulatoren ("Batterien") bilden beim Laden häufig Wasserstoff, der explosionsfähige Atmosphären bilden kann.

Leitfaden Antriebsbatterien

Berechnung von Lüftungsmaßnahmen für stationäre Batterien und Antriebsbatterien von Elektrofahrzeugen nach ÖNORM EN 50272-2 und 3 (externer Link zu suva.ch)

KfZ-Lackierereien

Lacke sind brennbare Arbeitsstoffe. Durch die enthaltenen Lösemittel, aber auch durch die Verarbeitung der Lacke (zB Spritzlackieren) treten explosionsfähige Atmosphären auf.

Folder Arbeitsstoffe - Explosionsschutz in KFZ-Lackierereien

Merkblatt Mindestanforderungen an Ex-Schutz-Dokument

Bäckereien

Mehl ist ein brennbarer Arbeitsstoff. Daher können Mehlstäube zur Bildung von explosionsfähigen Atmosphären führen.

Folder Arbeitsstoffe - Explosionsschutz in Bäckereien

Apotheken

In Apotheken verwendete Lösemittel (zB Alkohole) oder pulverförmige Arbeitsstoffe können zu explosionsfähigen Atmosphären führen

Folder Arbeitsstoffe - Explosionsschutz in Apotheken

Anlagen für Agrarhandel, Mischfutter- und Mühlenwirtschaft

Folder Arbeitsstoffe - Explosionsschutz in Anlagen für Agrarhandel, Mischfutter- und Mühlenwirtschaft

Arbeitsgruben und Unterfluranlagen

In Arbeitsgruben und Unterfluranlagen kann eine Explosionsgefahr durch durch natürliche Lüftung und Anforderungen an elektrische Betriebsmittel vermeiden werden.

Eine natürliche Lüftung ist gemäß  BGR 157 und BGI 550 zur Vermeidung von Ex-Zonen ausreichend

  • bei nicht abgedeckten Arbeitsgruben im Freien,
  • bei nicht abgedeckten Arbeitsgruben in Bauwerken, wenn das Verhältnis der Länge ihrer Arbeitsöffnungen zu ihrer Tiefe min. 3:1 und ihre Tiefe max. 1,6 m beträgt (bei der Bemessung der Tiefe bleiben Bodenroste unberücksichtigt),
  • bei dicht abgedeckten Arbeitsgruben (z. B. mit Holzbohlen) nach Anstrich 2, wenn an den Enden jeweils eine Gitterrostabdeckung von min. 1 m Länge eingelegt ist, und die Länge der dichten Abdeckung 4 m nicht übersteigt,
  • bei dicht abgedeckten Arbeitsgruben nach Anstrich 2, wenn min. 25 % der abgedeckten Fläche mit Öffnungen versehen ist; die Öffnungen sind gleichmäßig über die gesamte Fläche zu verteilen (z. B. Arbeitsgrube mit Jalousie).

Anforderungen an elektrische Betriebsmittel

Dazu enthält die ÖVE-EN 1, Teil 4 (§ 90) "Elektroinstallationen in Arbeitsgruben und Unterfluranlagen für KFZ, u. a. folgende Bestimmungen:

Arbeitsgruben und Unterfluranlagen gelten als feuchte und nasse Räume,

Leuchten müssen gegen mechanische Beschädigung geschützt sein.
In Arbeitsgruben dürfen keine Schalter angebracht werden. Steckdosen sind nicht tiefer als 0,5 m unter der Oberkante der Grube zu montieren und müssen zumindest IPx4 entsprechen. Es dürfen nur Leuchten angebracht werden, die zumindest in Schutzart IP54 ausgeführt sind.

In Unterfluranlagen müssen sich Schalter und Steckdosen mindestens 1 m über dem Boden befinden und mindestens der Schutzart IPx4 entsprechen. Leuchten müssen die Anforderungen nach IP54 erfüllen.

Letzte Änderung am: 17.03.2017

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