Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Asbest - Verwendung, Gesundheitsgefahren

Asbestfasern gelten als eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe.

Asbest ist ein nicht brennbares, höchst beständiges und schwer verwitterbares Mineral. Auf Grund seiner idealen technischen Eigenschaften wurde es früher häufig eingesetzt. Asbestfasern sind jedoch auch in hohem Maße gesundheitsgefährdend.

Verwendung

Auf Grund ihrer idealen technischen Eigenschaften, wie Hitzebeständigkeit, Zugfestigkeit, Elastizität, Chemikalienbeständigkeit, thermischer und elektrischer Isolationswirkung, Korrosions- und Witterungsbeständigkeit, fanden Asbestfasern zwischen 1950 und 1990 in Österreich reichlich Verwendung. Jährlich wurden 30 000 bis 40 000 Tonnen Asbest (überwiegend Chrysotil, auch Weißasbest genannt) verarbeitet. Die technisch weitaus breiteste Anwendung fand der Asbestzement. Asbestzement ist ein Baustoff, welcher 10 % Asbestfasern und 90 % Bindemittel enthält und wurde z.B. als Dach- und Fassadenmaterial verwendet.

Heute kann Umgang mit Asbest immer noch bei Instandhaltungs-, Wartungs- oder Renovierungsarbeiten sowie bei der Entsorgung stattfinden. Von größter Bedeutung sind daher geeignete Risikomanagementmaßnahmen, Unterweisung der Beschäftigten sowie geeignete Verpackung mit entsprechender Kennzeichnung und richtiger Entsorgung der Asbestreste. 

Hinsichtlich ihrer Verwendung unterscheidet man zwischen festgebundenen und schwachgebundenen Asbestprodukten. Die Tabelle listet Beispiele von typischen Asbestprodukten auf.

Typische schwachgebundene Asbestprodukte  Typische festgebundene Asbestprodukte 
 Asbesthaltiger Mörtel zur Rohrisolation  Dach- und Fassadenplatten
Beschichtung aus Spritzasbest (Brandschutz) Lüftungskanäle und Rohrleitungen
Dichtungsschnüre aus reinem Asbest in Brenn- und Ofenkammern Fensterbänke und Arbeitsplatten
Asbesthaltige Kesselisolierung (abgedeckt) Formstücke, wie Blumenkästen und -tröge
Cushion-Vinyl-Bodenbeläge Chemikalienbehälter

 

Gesundheitsgefahren

Gesundheitsgefahren entstehen beim Einatmen von Asbestfasern. Asbestfasern werden vor allem bei mechanischer Behandlung von asbesthaltigem Material, wie z.B. durch das Zerbrechen von Asbestzementplatten, freigesetzt. Auf Grund ihrer Beständigkeit und Gestalt können die Asbestfasern, die sich in der Lunge einlagern, nicht mehr abgebaut werden. Lokale entzündliche Reaktionen können zu einer speziellen Form der Lungenfibrose führen. Asbestfasern können auch bis zum Lungen- und Rippenfell und weiter bis in die Bauchhöhle vordringen, wo sie wiederum bindegewebsbildende Prozesse hervorrufen können. In Folge dieser Veränderungen können sich auch noch nach Jahrzehnten verschiedene Krebserkrankungen entwickeln.

Berufliche Exposition gegenüber Asbest kann eine Berufskrankheit hervorrufen. Berufskrankheiten sind Schädigungen der Gesundheit durch eine berufliche Tätigkeit. Sie sind in einer Liste als Anhang (Anlage 1) zum ASVG angeführt.

Asbestbezogene Berufskrankheiten wären die BK 27a (Asbeststaublungenerkrankung (Asbestose)), die BK 27b (bösartige Neubildungen des Rippenfells, des Herzbeutels und des Bauchfells durch Asbest), die BK 27c (bösartige Neubildungen der Lunge durch Asbest) sowie die BK 27d (bösartige Neubildungen des Kehlkopfes durch Asbest).

Die Anzahl der anerkannten BK (27a - d) steigen seit Ende der 1990er Jahre stark an. Mit ca. 130 anerkannten BK-Fällen im Jahr ist der Umkehrpunkt derzeit noch nicht erreicht. 

Ergebnisse aus der Asbest-Nachsorge zeigen, dass bis 2013 ca. 9 000 Personen untersucht wurden, von denen knapp 1 300 auffällige Befunde ergaben, die zu einer Meldung mit Verdacht auf Berufskrankheit führten.

Literatur, Prävention

AUVA-Merkblatt M 367 "Richtiger Umgang mit Asbest"

Ein grundlegender Artikel zur Asbestdiskussion, "Asbest - eine tödliche Gefahr wurde über Jahrzehnte ignoriert" erschien im Sicherheitsingenieur 3/2013 S. 24 - 31.

Eine weitere lesenswerte kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Asbest bietet der Artikel "Geschichte des Asbest-Problems" (erschienen in sicher ist sicher 11/2015, S. 558 - 562).

Die Lösungswelt "Gesunde Arbeit" ist eine Initiative von AK, ÖGB und ÖGB-Verlag. Sie umfasst das vierteljährlich erscheinende Magazin "Gesunde Arbeit", den elektronischen Newsletter und die Website www.gesundearbeit.at, die laufend redaktionell betreut wird. Diese beinhaltet neben umfassenden Informationen zum Thema Gesundheit und Sicherheit in der Arbeit auch einen freien Zugang zur Online-Datenbank Gesetze und Verordnungen zum ArbeitnehmerInnenschutz sowie Studien, Musterbetriebsvereinbarungen, Broschüren zum kostenlosen Download und Buch- und Apptipps.

Der richtige Umgang mit Asbest ist auch ein Thema bei der Umweltberatung.

Informationen der Stadt Wien zum Thema Asbestabfälle.

Letzte Änderung am: 08.07.2016

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