Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Verordnung optische Strahlung – VOPST im Detail

Aktuelle Fassung der Verordnung optische Strahlung – VOPST (mit Anhängen)

Künstliche optische Strahlung

Expositionsgrenzwerte

Die in Anhang A für inkohärente künstliche optische Strahlung und in Anhang B für kohärente künstliche optische Strahlung (LASER) angeführten Expositionsgrenzwerte dürfen nicht überschritten werden.

§ 3 Abs. 1 VOPST

Kann die Überschreitung eines Expositionsgrenzwertes nicht ausgeschlossen werden, z.B. mittels Bewertung nach Stand der Technik, werden folgende Verpflichtungen ausgelöst:

  • Information, Unterweisung, Anhörung und Beteiligung der ArbeitnehmerInnen
  • Maßnahmen und Maßnahmenprogramm sowie der Inhalt des Maßnahmenprogramms mit dem Ziel Expositionsgrenzwerte nach Möglichkeit zu unterschreiten
  • Persönliche Schutzausrüstung, Arbeitskleidung und Kennzeichnung.

§ 3 Abs. 2 VOPST

Bewertungen und Messungen

Künstliche optische Strahlen an den Arbeitsplätzen sind einer Bewertung zu unterziehen. Zu einer Bewertung nach Stand der Technik können internationale oder europäische Normen und Empfehlungen oder, falls dies nicht möglich ist, nationale oder internationale wissenschaftlich untermauerte Leitlinien herangezogen werden, z.B. "Leitfaden - Evaluierung der biologischen Gefahren von Lampen und Lasern".

§ 4 Abs. 1 VOPST

Für die Bewertung können Angaben der HerstellerInnen und InverkehrbringerInnen herangezogen werden, wenn die Strahlungsquellen in den Wirkungsbereich von Gemeinschaftsrichtlinien fallen, z.B. die im "Leitfaden - Evaluierung der biologischen Gefahren von Lampen und Lasern" angeführten Bewertungen.

§ 4 Abs. 2 VOPST

Falls eine Bewertung nach obiger Vorgangsweise nicht zielführend ist, muss eine Bewertung mittels Messungen oder Berechnungen durch fachkundige Personen oder Dienste erfolgen.

§ 4 Abs. 3 u. 5 VOPST

Gefahrenermittlung und –beurteilung

ArbeitgeberInnen müssen Gefahren durch künstliche optische Strahlung auf Grundlage der Bewertungsergebnisse ermitteln und beurteilen, wobei insbesondere Art, Dauer und Intensität der Strahlung zu berücksichtigen ist. Einschlägige wissenschaftliche Erkenntnisse, Angaben der HerstellerInnen und InverkehrbringerInnen und Inhalte von Bedienungsanleitungen sind zu beachten. Siehe auch "Leitfaden - Evaluierung der biologischen Gefahren von Lampen und Lasern".

§ 5 Abs. 1 VOPST

Bei den Angaben der HerstellerInnen und InverkehrbringerInnen wären insbesondere die Einteilungen der Lampen in Risikogruppen und der Laser in Risikoklassen zu erwähnen, die als Unterstützung bei der Gefahrenbeurteilung herangezogen werden können. Die entsprechenden Tabellen A.4 und B.5 sind im Anhang der VOPST enthalten und im "Leitfaden - Evaluierung der biologischen Gefahren von Lampen und Lasern" näher ausgeführt.

§ 5 Abs. 2 VOPST

Weiters ist auf das Vorhandensein von fotosensibilisierenden Stoffen und auf indirekte Auswirkungen durch Blendung, Brand- und Explosionsgefahr und die Entstehung von gesundheitsgefährlichen Arbeitsstoffen zu achten.

§ 5 Abs. 3 VOPST

Die Gefahrenermittlung und –beurteilung ist regelmäßig zu aktualisieren. Eine Aktualisierung ist jedenfalls erforderlich bei relevanten Veränderungen der Arbeitsbedingungen oder auf Grund von Ergebnissen einer Bewertung oder der Gesundheitsüberwachung, die auf die Notwendigkeit einer Neubeurteilung hinweisen.

§ 5 Abs. 5 VOPST

Maßnahmen und Maßnahmenprogramm

Gefahren durch künstliche optische Strahlung müssen am Entstehungsort ausgeschlossen oder soweit verringert werden, wie dies nach dem Stand der Technik und der Verfügbarkeit von geeigneten technischen Mitteln möglich ist.

§ 7 Abs. 1 VOPST

Falls die Bewertung eine Überschreitung eines Expositionsgrenzwertes ergibt, sind gemäß § 7 Abs. 3 VOPST Gegenmaßnahmen nach dem Maßnahmenprogramm in § 8 Abs. 1 VOPST festzulegen und durchzuführen, um die Grenzwerte zu unterschreiten. Das Maßnahmenprogramm beinhaltet

  • bauliche Maßnahmen
  • Maßnahmen an der Quelle
  • Maßnahmen betreffend Arbeitsmittel und Arbeitsvorgänge
  • weitere technische und organisatorische Maßnahmen.

Persönliche Schutzausrüstung, Kennzeichnung

Für ArbeitnehmerInnen, die sich in Bereichen aufhalten, in denen ein Expositionsgrenzwert für künstliche optische Strahlung überschritten ist, ist geeignete persönliche Schutzausrüstung für Augen und Haut und geeignete Schutzmittel für ungeschützte Haut zur Verfügung zu stellen und von den ArbeitnehmerInnen auch zu benutzen. Falls PSA im Sinne des Inverkehrbringerrechts nicht erhältlich ist, muss geeignete Arbeitskleidung (Schutzkleidung) zur Verfügung gestellt und benutzt werden.

§ 9 Abs. 1 VOPST

Bereiche, in denen ein Expositionsgrenzwert überschritten ist, sind zu kennzeichnen und erforderlichenfalls, wenn möglich, abzugrenzen und der Zugang einzuschränken.

§ 9 Abs. 2 VOPST

Die Überschreitung von Expositionsgrenzwerten kann hierbei ortsbezogen oder personenbezogen erfolgen. Für eine personenbezogene Beurteilung muss die Aufenthaltsdauer der betroffenen ArbeitnehmerInnen im Gefahrenbereich dokumentiert werden.

§ 9 Abs. 3 VOPST

Information und Unterweisung, Anhörung und Beteiligung

Bei Überschreitung eines Expositionsgrenzwertes sind die betroffenen ArbeitnehmerInnen ausführlich über die möglichen Gefahren, das Erkennen und Melden resultierender gesundheitlicher Auswirkungen, den Anspruch auf Gesundheitsüberwachung, Vorgangsweisen zur Minimierung der Exposition und gegebenenfalls die richtige Verwendung von PSA zu informieren bzw. zu unterweisen.

§ 6 Abs. 1 VOPST

Die Anhörung und Beteiligung der ArbeitnehmerInnen hat sich insbesondere auf die Ergebnisse der Gefahrenbeurteilung, die getroffenen Maßnahmen zur Verringerung der Exposition und die Auswahl von PSA, Schutzmittel und Arbeitskleidung zu beziehen.

§ 6 Abs. 2 VOPST

Natürliche optische Strahlung

ArbeitnehmerInnen sind vor Gefahren durch natürliche optische Strahlung, insbesondere solarer Strahlung, wie IR-Strahlung, sichtbares Licht und UV-Strahlung, zu schützen, und eine entsprechende Gefahrenbeurteilung nach § 4 ASchG ist durchzuführen.

In der VOPST ist weiters durch Verweis auf Paragraphen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) festgelegt, welche Maßnahmen anzuwenden sind, um die ArbeitnehmerInnen insbesondere vor schädigender oder belastender solarer Strahlung (Infrarot- bzw. Wärmestrahlung, Ultraviolettstrahlung und sichtbares Licht) zu schützen.

§ 10 VOPST

In der VOPST sind keine konkreten Angaben gemacht, ab wann technische, organisatorische oder persönliche Schutzmaßnahmen gemäß § 66 ASchG bzw. § 69 und § 70 ASchG zu setzen sind. Im Folgenden eine konkrete Zuordnung, die hinsichtlich UV-Strahlung aus dem Stand der Technik (World Health Organisation - WHO, "UV index") abgeleitet ist:

  • technische Maßnahmen, z.B. für Arbeiten bei Belastung mit UV-I ab 8 Schatten schaffen, wenn keiner vorhanden ist - Schutz vor schädigender UV-Strahlung und hoher Hitzebelastung (IR-Strahlung),
    oder
  • organisatorische Maßnahmen, z.B. wenn Arbeiten während Belastung mit UV-I ab 8 im Schatten möglich sind, diese dort durchführen - Schutz vor schädigender UV-Strahlung und hoher Hitzebelastung (IR-Strahlung),
    jedenfalls
  • zur Verfügung stellen und verwenden von geeigneten UV-Schutzbrillen mit UV-Filterwirkung und Tönung gegen Blendung durch sichtbares Licht, sowie UV-Sonnencreme für unbedeckte Haut nach Stand der Technik, wenn die UV-Einwirkung 30 min bei einem UV-I ab 5 auftreten kann. 

Eine detaillierte Übersicht zur Gefahrenermittlung und -beurteilung solarer UV-Strahlung bietet der Leitfaden natürliche optische Strahlung - UV-Strahlung im Freien.

Betreffend solare IR-Strahlung, die zur Hitzebelastung beiträgt, wird auf das Merkblatt der Arbeitsinspektion „Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung bei hohen Temperaturen" verwiesen.

Letzte Änderung am: 29.06.2016

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