Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Vibrationen - vertiefende Informationen

Verordnung Lärm und Vibrationen - VOLV mit vertiefenden Informationen

Grenzwerte und Grenzbedingungen

Maßnahmen unter Berücksichtigung des Standes der Technik und der Verfügbarkeit von geeigneten technischen Mitteln sind zu setzen, um Vibrationen auf das niedrigste in der Praxis vertretbare Niveau zu senken.

§ 9 Abs. 1 und 2 VOLV

In Räumen mit geistigen Tätigkeiten, einfachen Bürotätigkeiten und vergleichbaren Tätigkeiten sowie in Aufenthalts-, Bereitschafts-, Sanitäts- und Wohnräumen ist die Störwirkung von Ganzkörper-Vibrationen so niedrig wie möglich zu halten und darf maximal den Auslösewert von 0,5 m/s² erreichen.

§ 5 VOLV

Auslösewerte (Hand-Arm-Vibrationen: 2,5 m/s², Ganzkörper-Vibrationen: 0,5 m/s²) sind möglichst zu unterschreiten (Maßnahmenprogramm). Jedenfalls darf die persönliche Vibrationsexposition die Expositionsgrenzwerte (Hand-Arm-Vibrationen: 5 m/s², Ganzkörper-Vibrationen: 1,15 m/s²) nicht überschreiten. Für Jugendliche gelten die Auslösewerte als Expositionsgrenzwerte.

Störende Auswirkungen auf die Stabilität von Strukturen, die Festigkeit von Verbindungen, das korrekte Handhaben von Bedienungselementen oder das Ablesen von Anzeigen sind zu vermeiden.

§ 7 Abs. 2 Z 5 lit. c VOLV

Vertiefung - Was ist wann zu tun? (inkl. physikalische Größen und Definitionen)

Bewertung und Messungen

Die Bewertung der Vibrationsexposition nach dem Stand der Technik kann unter Berücksichtigung von Angaben der Betriebsanleitung, Herstellerangaben, Vergleichsdatenbanken, etc. oder Berechnungen erfolgen.

§ 6 Abs. 1 VOLV

Eine Messung der Vibrationsexposition durch fachkundige Personen mit den geeigneten Messeinrichtungen muss dann erfolgen, wenn eine Überschreitung des Expositionsgrenzwertes oder des Grenzwertes für bestimmte Räume nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

§ 6 Abs. 2 bis 5 VOLV

Vertiefung - Vibrationskenn- und Vibrationsmessdaten sowie Rechner

Ermittlung und Beurteilung der Gefahren

Bei der Ermittlung und Beurteilung sind ausgehend vom Ist-Zustand technische, organisatorische und wirkungsverstärkende Aspekte von Vibrationen zu berücksichtigen.

§ 7 Abs. 1 bis 3 VOLV

Übersicht - Vibrationsgefahren - Ermittlung und Beurteilung (pdf-96 kB). Schutzziele und Maßnahmen siehe Abschnitt "Maßnahmen und Maßnahmenprogramm".

Die Ermittlung und Beurteilung ist regelmäßig zu aktualisieren, insbesondere wenn sie veraltet sein könnte oder wenn sie sich auf Grund die Ergebnisse einer Bewertung, Messung oder Gesundheitsüberwachung (siehe Abschnitt "Gesundheit im Betrieb/Gesundheitsüberwachung") als erforderlich erweist.

§ 7 Abs. 4 VOLV

Vertiefung - Ermittlung und Beurteilung

Maßnahmen und Maßnahmenprogramm

Gefahren durch Vibrationen müssen am Entstehungsort ausgeschlossen oder unter Berücksichtigung des Standes der Technik und der Verfügbarkeit von geeigneten technischen Mitteln auf das niedrigste in der Praxis vertretbare Niveau gesenkt werden.

§ 9 Abs. 1 und 2 VOLV

Wenn für Vibrationen ein Auslösewert oder für bestimmte Räume der Auslösewert für Ganzkörper-Vibrationen überschritten ist, ist gemäß § 9 Abs. 3 Z 1 oder 3 VOLV ein systematisches Programm aus folgenden Maßnahmen (Maßnahmenprogramm) festzulegen und durchzuführen:

  • Bauliche Maßnahmen (§ 10 VOLV),
  • Maßnahmen an der Quelle (§ 11 VOLV),
  • Maßnahmen betreffend Arbeitsmittel und Arbeitsvorgänge (§ 12 VOLV),
  • Technische und organisatorische Maßnahmen (§ 13 VOLV).

Vertiefung - Maßnahmen zur Vibrationsminderung

Kennzeichnung und persönliche Schutzausrüstung

Bereiche, in denen für Ganzkörper-Vibrationen der Expositionsgrenzwert, bei Übertragung von Vibrationen über den Boden, überschritten ist, sind in geeigneter Weise zu kennzeichnen. Wenn dies technisch möglich und auf Grund der Expositionsgefahr gerechtfertigt ist, sind sie auch abzugrenzen und ist der Zugang einzuschränken. Die Überschreitung des Expositionsgrenzwertes ist entweder ortsbezogen oder personenbezogen zu beurteilen.

§ 14 Abs. 3 und 4 VOLV

Die persönliche Exposition von ArbeitnehmerInnen darf den Expositionsgrenzwert nicht überschreiten. Sofern für die spezifische Vibrationseinwirkung eine geeignete vibrationsmindernde Schutzausrüstung erhältlich ist, kann diese Maßnahme im Sinne der Grundsätze der Gefahrenverhütung (siehe Abschnitt "Übergreifende Themen > Grundsätze der Gefahrenverhütung") angewandt werden, z.B. Antivibrations-Handschuhe (für Jugendliche unter bestimmten Voraussetzungen bei Kettensägen Verwendungsverpflichtung, § 6 Abs. 1 Z 1 KJBG-VO). Außerdem ist erforderlichenfalls persönliche Schutzausrüstung zum Schutz vor Kälte und Nässe, z.B. Handschuhe als Witterungsschutz bei Hand-Arm-Vibrationen, bereitzustellen. Die ArbeitnehmerInnen müssen die persönliche Schutzausrüstung benutzen.

§ 14 Abs. 2 VOLV

Vertiefung - Persönliche Schutzausrüstung

Anhörung, Beteiligung, Information und Unterweisung

Die Anhörung und Beteiligung der ArbeitnehmerInnen hat sich zu beziehen auf die Evaluierung (siehe Abschnitt "Übergreifende Themen/Arbeitsplatzevaluierung") und Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung (siehe Abschnitt "Übergreifende Themen/Persönliche Schutzausrüstung").
Wenn ein Auslösewert überschritten ist, muss eine ausführliche Information und Unterweisung der ArbeitnehmerInnen erfolgen.

Weitere vertiefende Informationen

Letzte Änderung am: 10.10.2017

Unterseiten zu diesem ThemaFurther Information

Dokumente zu diesem ThemaPublications