Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Lärm - vertiefende Informationen

Vertiefende Informationen zur Verordnung Lärm und Vibrationen - VOLV

Grenzwerte und Grenzbedingungen

Maßnahmen unter Berücksichtigung des Standes der Technik und der Verfügbarkeit von geeigneten technischen Mitteln sind zu setzen, um Lärm auf das niedrigste in der Praxis vertretbare Niveau zu senken.

§ 9 Abs. 1 und 2 VOLV

In Räumen mit überwiegend geistigen Tätigkeiten, sowie in Aufenthalts-, Bereitschafts-, Sanitäts- und Wohnräumen darf der Beurteilungspegel 50 dB nicht überschreiten, in Räumen mit einfachen Bürotätigkeiten und vergleichbaren Tätigkeiten darf der Beurteilungspegel 65 dB nicht überschreiten. Bei Einhaltung dieser Grenzen kann Sprachverständlichkeit (§ 7 Abs. 2 Z 5 lit. b VOLV) angenommen werden.

§ 5 Abs. 1 Z 1 bis 3 VOLV

Auslösewerte (LA,EX,8h = 80 dB bzw. LC,peak = 135 dB) sind möglichst zu unterschreiten. Jedenfalls darf die persönliche Lärmexposition die Expositionsgrenzwerte (LA,EX,8h = 85 dB bzw. LC,peak = 137 dB) nicht überschreiten.

Störende Auswirkungen von Lärm auf die Hörbarkeit von Warnsignalen bzw. anderen Geräuschen sind zu vermeiden (Warnsignale müssen deutlich wahrgenommen werden können).

§ 7 Abs. 2 Z 5 lit. a VOLV

Vertiefung: Was ist wann zu tun? (inkl. physikalische Größen und Definitionen)

Bewertung und Messungen

Die Bewertung der Lärmexposition nach dem Stand der Technik kann unter Berücksichtigung von Angaben der Betriebsanleitungen, Herstellerangaben, Vergleichsdatenbanken, veröffentlichte Informationen, etc. oder Berechnungen erfolgen.

§ 6 Abs. 1 VOLV

Eine Messung der Lärmexposition durch fachkundige Personen mit den geeigneten Messeinrichtungen muss dann erfolgen, wenn eine Überschreitung des Expositionsgrenzwertes oder des Grenzwertes für bestimmte Räume nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

§ 6 Abs. 2 bis 5 VOLV

Vertiefung: Lärmkenn- und Lärmmessdaten

Rechner für Lärm: Lärm - täglich (HSE) oder Lärm - wöchentlich (HSE)
Lärmexpositionsrechner (AUVA)
Lärmexpositionsrechner der DGUV (Excel-Kalkulationsblatt)
LÄRM - alternative physikalische Größen

Ermittlung und Beurteilung der Gefahren

Bei der Ermittlung und Beurteilung sind ausgehend vom Ist-Zustand technische, organisatorische und wirkungsverstärkende Aspekte von Lärm zu berücksichtigen.

§ 7 Abs. 1 bis 3 VOLV

Übersichtsdokument: Lärm - Ermittlung und Beurteilung. Die Schutzziele (Einhaltung der Lärmgrenzwerte) sind durch entsprechende Maßnahmen zu realisieren.

Die Ermittlung und Beurteilung ist regelmäßig zu aktualisieren, insbesondere wenn sie veraltet sein könnte oder wenn es sich auf Grund der Ergebnisse einer Bewertung, Messung oder Gesundheitsüberwachung als erforderlich erweist.

§ 7 Abs. 4 VOLV

Vertiefung: Ermittlung und Beurteilung

Evaluierung der Lärmbelastung, Evaluierungsheft - AUVA
Ermittlung der Lärmbelastung - Checkliste
Evaluierungshilfe für Lärm der AUVA

Maßnahmen und Maßnahmenprogramm

Gefahren durch Lärm müssen am Entstehungsort ausgeschlossen oder unter Berücksichtigung des Standes der Technik und der Verfügbarkeit von geeigneten technischen Mitteln auf das niedrigste in der Praxis vertretbare Niveau gesenkt werden.

§ 9 Abs. 1 und 2 VOLV

Wenn für Lärm ein Expositionsgrenzwert oder ein Grenzwert für bestimmte Räume überschritten ist, ist gemäß § 9 Abs. 3 Z 2 und 3 VOLV ein systematisches Programm aus folgenden Maßnahmen (Maßnahmenprogramm) festzulegen und durchzuführen:

  • Bauliche und raumakustische Maßnahmen (§ 10 VOLV),
  • Maßnahmen an der Quelle (§ 11 VOLV),
  • Maßnahmen betreffend Arbeitsmittel und Arbeitsvorgänge (§ 12 VOLV),
  • Technische und organisatorische Maßnahmen (§ 13 VOLV).

Vertiefung: Maßnahmen zur Lärmminderung

Kennzeichnung, persönliche Schutzausrüstung, Verzeichnis

Bereiche, in denen für Lärm ein Expositionsgrenzwert (LA,EX,8h = 85 dB bzw. LC,peak = 137 dB) überschritten ist (Lärmbereiche), sind in geeigneter Weise zu kennzeichnen. Wenn dies technisch möglich und auf Grund der Expositionsgefahr gerechtfertigt ist, sind sie auch abzugrenzen und ist der Zugang einzuschränken. Die Überschreitung von Expositionsgrenzwerten ist entweder ortsbezogen oder personenbezogen zu beurteilen.

§ 14 Abs. 3 und 4 VOLV

Die persönliche Exposition von Arbeitnehmer/innen darf den Expositionsgrenzwert (LA,EX,8h = 85 dB bzw. LC,peak = 137 dB) nicht überschreiten.
Arbeitnehmer/innen ist ab dem Auslösewert (LA,EX,8h = 80 dB bzw. LC,peak = 135 dB) Gehörschutz zur Verfügung zu stellen. Arbeitnehmer/innen in Lärmbereichen (Überschreitung eines Expositionsgrenzwertes) müssen geeigneten Gehörschutz benutzen (persönliche Lärmexposition muss kleiner als der Expositionsgrenzwert sein).

§ 14 Abs. 1 VOLV

Es ist ein Verzeichnis von Arbeitnehmer/innen in Lärmbereichen gemäß § 65 Abs. 4 Z 6 ASchG zu führen.

§ 14 Abs. 5 VOLV

Vertiefung - Gehörschutz (Kapselgehörschutz, Gehörschutzstöpsel, Otoplastiken und Kombinationen mit anderen Persönlichen Schutzausrüstungen, insbesondere am Helm befestigte Gehörschutz-Kapseln)

Anhörung, Beteiligung, Information und Unterweisung

Die Anhörung und Beteiligung der Arbeitnehmer/innen hat sich zu beziehen auf die Evaluierung (Abschnitt "Übergreifende Themen > Arbeitsplatzevaluierung") und Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung (Abschnitt "Übergreifende Themen > Persönliche Schutzausrüstung").
Wenn ein Auslösewert überschritten ist, muss eine ausführliche Information und Unterweisung der Arbeitnehmer/innen erfolgen.

§ 8 VOLV

Weitere vertiefende Informationen

Merkblatt der AUVA M 069: Grundlagen der Lärmbekämpfung,
Merkblatt der AUVA M 580: Lärmbekämpfung in Holzverarbeitungsbetrieben.

Letzte Änderung am: 29.03.2017

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