Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Raumklima in Arbeitsräumen

Raumklima

Das Raumklima ist ein wesentlicher Umgebungsfaktor bei der Gestaltung von Arbeitssystemen. Ein von den ArbeitnehmerInnen als behaglich empfundenes Raumklima wirkt positiv auf Wohlbefinden, Gesundheit und Produktivität. Wird das Raumklima von den Beschäftigten hingegen als unbehaglich empfunden, tritt genau das Gegenteil ein – Wohlbefinden und Leistung lassen nach. Dabei kann eine Raumtemperatur von 12 °C durchaus optimal sein, wenn Kleidung und Arbeit darauf abgestimmt sind, während dies für Büroräume nicht akzeptabel ist. Erst das komplexe Zusammenspiel vieler Parameter charakterisiert einen Klimazustand bzw. man kann mit deren Kenntnis diesen objektiv einschätzen.

Die wichtigsten Klimaparameter um sich am Arbeitsplatz wohl zu fühlen sind:

  • Lufttemperatur (°C)
  • Luftfeuchtigkeit
  • Luftgeschwindigkeit
  • Wärmestrahlung
  • Luftdruck
  • körperliche Aktivität
  • Isolierwirkung der Bekleidung

Der/die ArbeitgeberIn hat dafür zu sorgen, dass in Arbeitsräumen raumklimatische Verhältnisse vorherrschen, welche dem menschlichen Organismus angemessen sind.

Grundsätzlich sind alle Räume einer Arbeitsstätte entsprechend ihrer Nutzungsart ausreichend lüftbar einzurichten.

Detailinformationen und weiter Bezugsquellen:

Merkblatt M910 "Lüftung am Arbeitsplatz (AUVA)

Das Raumklima und seine Parameter - Informationen zu physikalischen Kenngrößen, personenbezogenen Faktoren und Luftqualität der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua)

Lufttemperatur

Die Lufttemperatur im Arbeitsraum soll während der kalten Jahreszeit im Zusammenhang mit der maximale Luftgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Schwere der Arbeit folgende Werte nicht über bzw. unterschreiten:

  • Raumtemperatur 19° bis 25° C, max. Luftgeschwindigkeit 0,10 m/s, geringe körperliche Belastung
  • Raumtemperatur 18° bis 24° C, max. Luftgeschwindigkeit 0,20 m/s, normale körperliche Belastung
  • Raumtemperatur mind. 12° C, max. Luftgeschwindigkeit 0,35 m/s, hohe körperliche Belastung

§ 28 AStV

Ausnahmen und Abweichungen von Klimabestimmungen der AStV

In einem Erlass der Arbeitsinspektion werden folgende Spezialfälle behandelt:

  • Berücksichtigung der Strahlungstemperatur (Ausnahme von § 28 Abs. 1 AStV)
  • Obergrenzen der Luftgeschwindigkeit bei geringer und normaler körperlicher Belastung (Ausnahme von § 28 Abs. 3 AStV)
  • zulässige maximale Lufttemperatur und Luftgeschwindigkeit in Küchen (Konkretisierung von § 28 Abs. 4 AStV)
  • zulässige maximale Luftgeschwindigkeit in Spritzlackieranlagen (Ausnahme von § 28 Abs. 3 Z 2 AStV)

Ausnahmen/Abweichungen von Klimabestimmungen der AStV

Raumklima während der warmen Jahreszeit

Lufttemperatur

Die Verpflichtung für ArbeitgeberInnen, Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz zu treffen, ist in § 28 AStV  festgelegt. Bei Arbeiten mit geringer körperlicher Belastung besteht eine Obergrenze der zulässigen Lufttemperatur in Arbeitsräumen von 25°C, bei normaler körperlicher Belastung von 24°C. Dabei verlangt § 28 Abs. 2 Z 2 AStV, dass in der warmen Jahreszeit (= Hitze wird durch Witterung verursacht) Maßnahmen durchzuführen sind, um nach Möglichkeit eine Temperaturabsenkung zu erreichen. Möglichkeiten wären z. B. eine Abschattung durch Jalousien oder Rollos (nach § 8 Abs. 1 Z 2 AStV) bzw. Durchlüftung am Morgen und Abend, wenn möglich auch während der Nachtstunden.

Es besteht keine Verpflichtung, eine Klimaanlage oder Klimageräte zur Verfügung zu stellen.

Ist die Einhaltung der maximal zulässigen Lufttemperatur auf Grund der Nutzungsart der Arbeitsräume (künstliche Wärmequellen, z. B. Maschinen) nicht möglich, müssen nach § 28 Abs. 4 Z 1 AStV zumindest im Bereich von ortsgebundenen Arbeitsplätzen entsprechende Temperaturen herrschen. Wenn auch dies nicht möglich ist, müssen ArbeitgeberInnen nach § 28 Abs. 4 Z 2 AStV andere technische oder organisatorische Maßnahmen zur Senkung der Belastung treffen, wie z. B. Abschirmung von wärmestrahlenden Flächen oder eine Verminderung der Einwirkdauer.

Luftfeuchtigkeit

Grenzwerte für die Luftfeuchtigkeit sind lediglich für Räume mit Klimaanlagen festgelegt, da in diesem Fall die Möglichkeit einer technische Einflussnahme auf die Höhe der Luftfeuchtigkeit bereits besteht (§ 28 Abs. 5 AStV).

In nicht klimatisierten Arbeitsräumen schreibt das Arbeitnehmerschutzrecht keine Grenzwerte für den zulässigen Bereich der relativen Luftfeuchtigkeit vor, der arbeitsmedizinisch empfohlene Luftfeuchtigkeitsbereich liegt zwischen 40% und 70%. Die AStV verlangt aber keine technischen Maßnahmen, um die Luftfeuchtigkeit entsprechend regulieren zu können. Somit sind die Grenzwerte nach § 28 Abs. 5 AStV zwar anzustreben, jedoch sind keine technischen Einrichtungen (wie z. B. Klimaanlagen) gefordert, die die Einhaltung der Grenzwerte garantieren.

Evaluierung

Besteht jedoch nach Beurteilung durch eine/n ArbeitsmedizinerIn eine Gesundheitsgefährdung für ArbeitnehmerInnen, so ist der Arbeitgeber laut § 4 ASchG, verpflichtet, im Zuge einer Ermittlung und Beurteilung der Gefahren entsprechende Maßnahmen zur Gefahrenverhütung festzulegen.

Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen

§ 28 AStV

Kachelöfen - Oberflächentemperatur

Maßnahmen zum Schutz vor Verbrennung bei Kachelöfen


Die Bundesinnung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker hat in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kachelofenverband und dem Zentralen Arbeitsinspektorat des Bundesministeriums für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz ein Informationsblatt zum Thema „Heiße Oberflächen – Maßnahmen zum Schutz vor Verbrennung bei Kachelöfen“ herausgegeben.

Klimaanlagen - gesundheitliche Auswirkungen

Keime in Klimaanlagen können die menschliche Gesundheit beeinflussen.

"Es zieht zu viel!", "Es riecht muffig!", "Mir ist kalt!", "Mir ist heiß!", "Es ist zu laut!", "Die macht mich krank!".

Solche oder ähnliche Beschwerden von ArbeitnehmerInnen, welche den Großteil ihrer Arbeitszeit in der Nähe von Lüftungs- und Klimaanlagen verbringen, steigen kontinuierlich an. Für die Arbeitsinspektion und die AUVA war dies der Anlass dafür, diese Probleme etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Diese Beschwerden sind einerseits durch Luftzug, trockene Luft bzw. Geräusche und Gerüche bedingt. Sie können sich durch Erkrankungen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Nebenhöhlenentzündungen, Übelkeit, Infektanfälligkeit, Augentrockenheit, nervöse oder psychische Störungen äußern. In mikrobiell kontaminierten Lüftungsanlagen bergen Bakterien, Pilze und deren Bestandteile zusätzliche Gefährdungen für die ArbeitnehmerInnen.

Die Arbeitsinspektion hat gemeinsam mit der AUVA eine Studie über Klimaanlagen durchgeführt und die Messergebnisse analysiert.

Mikrobiologische Überprüfungen Lüftungs und Klimaanlagen

Letzte Änderung am: 15.11.2017

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