Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Gesicherte Fluchtbereiche, Stiegenhäuser

Gesicherte Fluchtbereiche

Von jedem Punkt der Arbeitsstätte muss nach höchstens 40 m ein gesicherter Fluchtbereich erreichbar sein.

Anforderungen an den gesicherten Fluchtbereich

  • geringe Brandlast
  • Wände, Decken und Böden mindestens hochbrandhemmend
  • Beläge mindestens schwer brennbar und schwach qualmend
  • Türen mindestens brandhemmend und selbstschließend
  • Maßnahmen, die ein Verqualmen verhindern

Eine geringe Brandlast im Sinne des § 21 Abs. 1 AStV ist gegeben, wenn im gesicherten Fluchtbereich vorhandene Stoffe hinsichtlich Brennbarkeit, Entzündlichkeit und Menge bei Brandausbruch die Benützung des Fluchtwegs durch Brandtemperatur, Rauchgasbildung und Toxizität nicht verhindern.

§ 21 AStV

Brandverhalten- Europäische Baustoffklassen

  • A1 = nicht brennbar
  • A2 = nicht brennbar
  • B,C = schwer entflammbar
  • D,E = normal entflammbar
  • F = leicht entflammbar
  • s1 = keine/kaum Rauchentwicklung
  • s2 = begrenzte Rauchentwicklung
  • d0 = kein Abtropfen
  • d1 = begrenztes Abtropfen

Brandwiderstand

  • brandhemmend = EI 30 (Bauteile), EI2 30-C (Türen)
  • hochbrandhemmend = EI 60
  • brandbeständig = EI 90 (Bauteile)
  • Rauchabschluss: E 30-C (Türen) (ÖNORM B 3850)

Stiegenhäuser

Stiegenhäuser sind bei mehr als zwei Geschoßen erforderlich.

Anforderungen an Stiegenhäuser bei 3 bis 5 Geschoßen

  • geringe Brandlast
  • Wände, Decken, Stiegen und Böden mindestens hochbrandhemmend
  • Beläge mindestens schwer brennbar und schwach qualmend
  • Türen mindestens brandhemmend und selbstschließend
  • Maßnahmen, die ein Verqualmen verhindern

Anforderungen an Stiegenhäuser bei mehr als 5 Geschoßen

  • geringe Brandlast
  • Wände, Decken, Stiegen und Böden mindestens brandbeständig
  • Beläge nicht brennbar
  • Türen mindestens brandhemmend und selbstschließend
  • Maßnahmen, die ein Verqualmen verhindern

Brandverhalten- Europäische Baustoffklassen

  • A1 = nicht brennbar
  • A2 = nicht brennbar
  • B,C = schwer entflammbar
  • D,E = normal entflammbar
  • F = leicht entflammbar
  • s1 = keine/kaum Rauchentwicklung
  • s2 = begrenzte Rauchentwicklung
  • d0 = kein Abtropfen
  • d1 = begrenztes Abtropfen

Brandwiderstand

  • brandhemmend = EI 30 (Bauteile), EI2 30-C (Türen)
  • hochbrandhemmend = EI 60
  • brandbeständig = EI 90 (Bauteile)
  • Rauchabschluss: E 30-C (Türen) (ÖNORM B 3850)

§ 22 AStV

Spezialfall Glasportale als Trennung zwischen Stiegenhäusern und Gängen

Glasportale (Wandbereiche neben und über Türen) in Ausführung EI-30 bzw. E 30 sind unter Einhaltung bestimmter Bedingungen zulässig:

  • Geringe Brandlast zu beiden Seiten der Glasflächen,
  • Fläche des die Türen umgebenden Glasportals nicht mehr als etwa das Dreifache der Türblattfläche,
  • Brandwiderstand der Verglasung des Glasportals muss mindestens gleich derer der Glastür sein.

Hintergrund:

Türen sind unter bestimmten Voraussetzungen (insbesondere bei geringer Brandlast zu beiden Seiten der Türen) in brandhemmender Ausführung bzw. in Ausführung als Rauchabschluss (EI 2 30-C bzw. E 30-C, nach alter Normung T 30 bzw. R 30) zulässig. Unter den gleichen Voraussetzungen kann diese Bestimmung auch für Glasflächen im unmittelbaren, flächenmäßig eingeschränkten Umgebungsbereich der Türen (nicht mehr als etwa das Dreifache der Türblattfläche) zugelassen werden. Dafür muss die Verglasung des Portals der der Tür entsprechen, also EI 30 bzw. E 30, nach alter Normung Verglasung in F 30 bzw. G 30.

§ 22 AStV

 

Letzte Änderung am: 10.02.2017