Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Inhalt der Richtlinie 2013/35/EU

In der Richtlinie 2013/35/EU werden Mindestvorschriften zum Schutz vor elektromag­netischen Feldern (EMF) am Arbeitsplatz im Frequenzbereich zwischen 0 Hz und 300 GHz festgelegt.

Für zeitvariable, elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder mit Fre­quenzen von 0 bis 300 GHz sind Expositionsgrenzwerte festgelegt. Grundsätzlich dürfen ArbeitnehmerInnen nicht elektromagnetischen Feldern ausgesetzt werden, die diese Grenzwerte überschreiten.

Die im Richtlinienvorschlag festgelegten Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte beruhen hauptsächlich auf Empfehlungen der internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP).

Die Richtlinie 2013/35/EU sieht eine Gefährdungsbeurteilung (Evaluierung) vor, auf deren Grundlage Präventionsmaßnahmen zu setzen sind. Erforderlichenfalls ist ein Aktionsplan auszuarbeiten. Weiters werden Regelungen zur Information, Unterweisung und Beteiligung der ArbeitnehmerInnen sowie zur Gesundheitsüberwachung getroffen.

Im Auftrag der Europäischen Kommission wurde ein unverbindlicher Leitfaden zur EMF-Richtlinie erstellt, der zur Ermittlung und Beurteilung der Gefahren durch elektromagnetischer Felder am Arbeitsplatz herangezogen werden kann. Der Leitfaden besteht aus drei Teilen, wobei der Hauptteil (Praktischer Leitfaden) durch einen Teil mit Fallstudien ergänzt wird; ein weiterer Teil soll insbesondere KMU als Unterstützung bei der Feststellung dienen, ob Gefährdungen durch EMF vorliegen können:

Praktischer Leitfaden (Band 1)

Fallstudien (Band 2)

Leitfaden für KMU

Biologische Effekte

In der Richtlinien wird zwischen zwei Arten von direkten biologischen Effekten unterschieden, die durch Einwirkung von elektromagnetischen Feldern auf den mensch­lichen Körper hervorgerufen werden:

  1. Effekte, die durch Nervenreizung entstehen. Diese treten im Niederfrequenzbereich zwischen 0 Hz und 10 MHz auf. 
  2. Thermische Effekte aufgrund der Erwärmung von menschlichem Gewebe, die in einem höheren Frequenzbereich von 100 kHz bis 300 GHz auftreten.

Indirekte Effekte

Weiters werden folgende indirekte Effekte behandelt:

  • Funkenentladung 
  • Kontaktströme 
  • Projektilwirkung

Anhänge der Richtlinie 

In Anhang I sind die Definitionen der physikalischen Größen, die zur Festlegung der Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte herangezogen werden, enthalten.

Die Anhänge II und III enthalten die Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte für elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz, wobei Anhang II die Effekte durch Nerven­reizung und Anhang III die thermischen Effekte behandelt.

Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte 
Die Expositionsgrenzwerte sind jene Feldwerte im Gewebe, ab denen es zu ge­sundheits- oder sicherheitsgefährdenden Effekten kommen kann. Sie sind nicht messbar, können aber mit Hilfe aufwendiger Methoden berechnet werden.

Die Auslösewerte sind jene Feldwerte am Arbeitsplatz, deren Einhaltung auch die Einhaltung der Expositionsgrenze gewährleistet. Sie können gemessen bzw. relativ einfach bestimmt werden.

Ausnahmen

Im Unterschied zur EMF-RL 2004/40/EG werden nunmehr in Artikel 9a folgende Ausnahmen festgelegt:

  • Ausnahme im Bereich der Magnetresonanztomographie; Unter bestimmten Bedingungen können hier die Expositionsgrenzwerte überschritten werden. 
  • Ein spezifischeres Schutzsystem kann für das Personal, das in operativen militärischen Einrichtungen beschäftigt ist, angewendet werden. 
  • Weiters können die Mitgliedstaaten unter hinreichend begründeten Umständen gestatten, dass die Expositionsgrenzwerte in bestimmten Branchen oder für bestimmte Tätigkeiten, zeitweilig überschritten werden dürfen.
Letzte Änderung am: 01.07.2016

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