Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Sicherer Zustand und Verwendung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen sich stets in sicherem Zustand befinden, Mängel müssen unverzüglich behoben werden.

Wenn die Betriebsverhältnisse eine unverzügliche Mängelbehebung nicht zulassen, sind bis zur Mängelbehebung Maßnahmen zu treffen, die den Schutz der ArbeitnehmerInnen gewährleisten, und die betroffenen ArbeitnehmerInnen sind über die Gefahren und die getroffenen Schutzmaßnahmen zu informieren.

Falls von Anlagen oder Betriebsmitteln eine elektrische Gefahr ausgeht, dürfen diese nicht verwendet werden.

Es dürfen nur solche elektrischen Anlagen und Betriebsmittel verwendet werden, die im Hinblick auf Betriebsart und Umgebungseinflüsse den jeweiligen betrieblichen und örtlichen Anforderungen entsprechen und auftretenden Beanspruchungen (z. B. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und elektrische, mechanische oder chemische Beanspruchung) sicher widerstehen können.

§ 2 ESV 2012

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen haben dafür zu sorgen, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor Benutzung der Arbeitsmittel prüfen, ob diese offenkundige Mängel aufweisen.

§ 35 Abs. 3 Z 1 ASchG

Elektrische Anlagen müssen nach dem aktuellen Stand der Technik errichtet werden, den für Niederspannungsanlagen insbesondere die Normenreihe ÖVE/ÖNORM E 8001 darstellt. Folglich ist ein dreistufiges Sicherheitskonzept, bestehend aus Basisschutz, Fehlerschutz und, falls erforderlich, Zusatzschutz zu realisieren. Altanlagen müssen zumindest dem technischen Sicherheitsstandard zum Zeitpunkt ihrer Errichtung entsprechen, sind jedoch nach wesentlichen Erweiterungen oder Änderungen an die aktuellen Sicherheitsvorschriften anzupassen.

Falls in einer Arbeitsstätte die Steckdosen einer elektrische Altanlage noch nicht mittels Zusatzschutz in Form einer in die Anlage fest eingebaute Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit einem Nennfehlerstrom von max. 0,03 A geschützt sind, müssen ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel der Schutzklasse I, die in der Arbeitsstätte verwendet werden, einer wiederkehrenden Prüfung unterzogen werden.

§ 9 Abs. 1 Z 2 ESV 2012

Auf Baustellen (und ab 1. 3. 2013 auch auf auswärtigen Arbeitsstellen) dürfen vom Arbeitgeber oder von der Arbeitgeberin zur Verfügung gestellten, elektrisch betriebenen Arbeitsmittel an Steckdosen einer bestehenden Hausinstallation nur verwendet werden, wenn gesichert ist, dass die betreffende Steckdose mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) mit einem Nennfehlerstrom von max. 0,03 A geschützt ist. Dies kann durch Verwendung eines Adapters oder Verteilers mit integriertem FI erreicht werden.

§ 5 Z 3 ESV 2012

Letzte Änderung am: 29.01.2016