Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Arbeiten an oder in der Nähe von elektrischen Anlagen

Dieser Abschnitt enthält Bestimmungen für ein sicheres Arbeiten an elektrischen Anlagen oder in der Nähe von spannungsführenden Teilen.

Der Inhalt basiert auf dem Stand der Technik, insbesondere auf der ÖVE/ÖNORM EN 50110-1.

Arbeiten an elektrischen Anlagen im spannungsfreien Zustand

Solche Arbeiten dürfen nur von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen oder zumindest unter deren Aufsicht durchgeführt werden. Es darf nur gearbeitet werden, wenn die 5 Sicherheitsregeln eingehalten sind:

  1. Freischalten,
  2. gegen Wiedereinschalten sichern,
  3. Spannungsfreiheit feststellen,
  4. Erden und Kurzschließen jedenfalls in Hochspannungsanlagen und auch in anderen Anlagen, wenn in diesen die Gefahr besteht, dass die Anlage unter Spannung gesetzt wird,
  5. benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken.

§ 12 ESV 2012

Arbeiten unter Spannung

Solche Arbeiten dürfen nur von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen durchgeführt werden, die eine entsprechende Spezialausbildung erhalten haben. Weiters sind schriftliche Arbeitsanweisungen zu erstellen. Auf die Spezialausbildung bzw. die schriftlichen Arbeitsanweisungen kann verzichtet werden, wenn die Gefahrenbeurteilung ergibt, dass trotzdem sicher gearbeitet werden kann.

Bei Brand- oder Explosionsgefahr darf nicht unter Spannung gearbeitet werden. Abhängig von der Witterung sind die Arbeiten einzuschränken oder einzustellen.

Arbeitsmittel und persönliche Schutzausrüstung sind in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten.

§ 13 ESV 2012

Arbeiten in der Nähe spannungsführender Teile

Eine gefährlich Annäherung an unter Spannung stehende Teile, in deren Nähe gearbeitet wird, ist durch Schutzvorrichtungen (Abdeckung, Kapselung, isolierende Umhüllung) oder, wenn dies nicht möglich ist, durch das Einhalten eines Sicherheitsabstands zu vermeiden.

Der Sicherheitsabstand ist abhängig von

  • Art und Umstände der Arbeiten (Platzbedarf),
  • Ausbildung und Kenntnisse der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen,
  • Höhe der Spannung,
  • den verwendeten Arbeitsmitteln, Materialien und Ausrüstungen, wobei auch deren mögliche Bewegungen zu berücksichtigen sind.

Für elektrotechnische Laien ist grundsätzlich nur ein Abstand als sicher anzusehen, der größer ist als die Annäherungszone. In die Gefahrenzone darf keinesfalls eingedrungen werden.

Um festgelegte Sicherheitsabstände sicher einhalten zu können, dürfen nur Arbeitsmittel verwendet werden, die entsprechende Abmessungen nicht überschreiten. Weiters sind technische Maßnahmen zu treffen, wie Prallseile, Abschrankungen und Dreh-, Höhen- oder Auslegerbegrenzungen von Maschinen, oder organisatorische Maßnahmen, wie z. B. Warneinrichtungen.

Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind über die notwendigen Sicherheitsabstände eingehend zu informieren.

Bodenarbeiten in elektrischen Freiluftanlagen

§ 14 ESV 2012

Letzte Änderung am: 09.02.2017