Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen

Anwendung finden Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen (seilunterstützte Arbeitsverfahren) beispielsweise bei Fenster- und Fassadenreinigungsarbeiten sowie auch bei Instandhaltungsarbeiten an Gebäuden.

Beschreibung des Arbeitsverfahrens

Bei seilunterstützten Arbeitsverfahren (auch bezeichnet als „Höhenarbeit") werden unter Anwendung von Seiltechnik an vertikalen, hohen oder stark geneigten Fassaden, Bauten und Strukturen Arbeiten für den Unterhalt, Kontrollarbeiten, kleine Renovierungen, Montagen und Installationen durchgeführt. Es werden bei diesen Arbeitsverfahren zwei voneinander unabhängige Seile (Arbeits- und ein Sicherungsseil) verwendet. Das Sicherungsseil ist mit der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz, dem Auffanggurt (Sicherheitsgeschirr), verbunden. Zum Sicherungssystem gehören auch ein Falldämpfer und selbstsichernde Positionierungsgeräte (mitlaufende Auffanggeräte). Am Arbeitsseil wird ein Abseilgerät und entweder ein Arbeitssitz, ein Sitzbrett oder nur der Arbeitsgurt (Sicherheitsgeschirr) verwendet.

Anwendung von Rechtsvorschriften für seilunterstützte Arbeitsverfahren

Für Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen ist § 6 Abs. 7 und 8 Bauarbeiterschutzverordnung (BauV) anzuwenden.

§ 6 BauV

Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Anforderungen

  • Für Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen dürfen nur geeignete Arbeits- und Sicherungssysteme verwendet werden.
  • Arbeitssysteme und Sicherungssysteme dürfen nur an ausreichend tragfähigen Anschlagpunkten bzw. Anschlageinrichtungen befestigt werden.
  • Es dürfen für diese Arbeiten sowie für Planung und Aufsicht nur geeignete ArbeitnehmerInnen mit einschlägiger Ausbildung und Berufserfahrung herangezogen werden.
  • Bei länger als 30 min dauernden Arbeiten sind Sitzbretter bzw. Arbeitssitze zusätzlich zum Auffanggurt (Arbeitsgurt) zu verwenden. Bei einer Arbeitsdauer von mehr als 4 Stunden ist zusätzlich zum Auffanggurt ein Arbeitssitz mit Lordosenstütze und einer Möglichkeit zur Entlastung der Beine (bspw. Beinschlaufen) zu verwenden.

Erlass zu Positionierungsverfahren (Arbeitsverfahren) unter Zuhilfenahme von Seilen

Letzte Änderung am: 01.07.2016