Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Fußböden, Wände und Decken

Fußböden

  • Keine Stolperstellen
  • befestigt, trittsicher und rutschhemmend
  • leicht zu reinigen, erforderlichenfalls desinfizierbar
  • widerstandsfähig gegen chemische und physikalische Einwirkungen
  • an ortsgebundenen Arbeitsplätzen ausreichend wärmeisoliert
  • bei Verwendung großer Flüssigkeitsmengen Gefälle zu einem Abfluss mit Geruchsverschluss

§ 6 AStV

§ 22 Abs. 8 ASchG

Rutschhemmung von Böden

Gemäß § 6 Abs. 1 Z 2 AStV müssen Böden eine ausreichende Rutschhemmung aufweisen. Die Frage nach der ausreichenden Rutschhemmung eines Bodenbelages hängt insbesondere von dessen Material und Oberflächenstruktur, vom Verschmutzungs- und Schädigungsgrad, von den eingesetzten Reinigungsmitteln, von der Feuchtigkeit und meteorologischen Einflüssen, aber auch von der Gehgeschwindigkeit und der spezifischen körperlichen Verfassung eines Menschen sowie dessen Schuhwerk (Art und Zustand) ab.

Als Stand der Technik für die Beurteilung von Böden kann in Österreich die ÖNORM Z 1261, Ausgabe 2009-07-15, Begehbare Oberflächen - Messung des Gleitreibungskoeffizienten in Gebäuden und im Freien von Arbeitsstätten herangezogen werden. Die ÖNORM Z 1261 legt eine Klassifizierung und ein Verfahren zur Messung des Gleitreibungskoeffizienten von begehbaren Oberflächen in Gebäuden und im Freien von Arbeitsstätten fest.

Entsprechend der Norm ist eine ausreichende Rutschhemmung jedenfalls dann gegeben, wenn Böden der Klasse I verwendet werden (µ>0,44).

Zum jetzigen Zeitpunkt sind allerdings noch nicht alle Bodenbeläge hinsichtlich der ÖNORM Z 1261 eingestuft, man wird also in bestimmten Fällen noch auf andere Klassifikationen zurückgreifen müssen. Dazu zählt auch die Einstufung nach der BGR 181. Basis der BGR 181 ist die Messmethode „Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene", die nur im Labor durchgeführt werden kann. Eine Messung am verlegten Boden, insbesondere nach Abnutzung, ist mit dieser Methode nicht möglich. Hier ist ein ortsunabhängiges Messverfahren, wie das nach der ÖNORM Z 1261 einzusetzen.


Anwendung der ÖNORM Z 1261 auf Großküchen siehe Erlass Großküchen - Fußbodenoberflächen, Rutschhemmung

Wände und Decken

  • Leicht zu reinigen, erforderlichenfalls desinfizierbar
  • widerstandsfähig gegen chemische und physikalische Einwirkungen
  • im Brandfall nicht tropfend und keine toxischen Gase freisetzend
  • durchsichtige Wände:
    • deutlich gekennzeichnet
    • aus Sicherheitsmaterial oder gegen Anstoßen abgeschirmt

§ 6 AStV

Drahtglasscheiben sind, oberhalb bestimmter Parameter, nicht ohne weiteres als Sicherheitsmaterial im Sinne von § 6 Abs. 4 Z 2 und § 7 Abs. 1 Z 7 AStV anzusehen.

Typische Beispiele für solche Glasflächen sind:

  • Türfüllungen (insbesondere von Brandschutztüren)
  • Teile von Stiegengeländern
  • Glaswände

Drahtglasscheiben stellen dann eine Gefahr dar, wenn sie im Bereich von Verkehrswegen oder Arbeitsplätzen unterhalb einer Höhe von 2 m über dem Fußboden angebracht sind.

Die Erfahrung zeigt überdies eine Zunahme von Verletzungsrisiko und Unfallgefahr durch folgende Faktoren:

  • Mit zunehmendem Drahtabstand steigt die Splittergröße und somit auch das Verletzungsrisiko, welches durch die Gefahr des Drehens der Glassplitter um den Draht noch verstärkt wird.
  • Ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht bei Scheiben, die auf Grund ihrer Größe und Art der Verankerung das Risiko einer Durchschlagung durch unwillkürliche direkte Körpereinwirkung in sich bergen.

Welche Maßnahmen möglich sind und bei welchen Parametern der Verglasung Handlungsbedarf besteht, darüber informiert der Erlass Großflächige Drahtglasscheiben .

 

Letzte Änderung am: 19.04.2017