Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Glas als Baustoff

Glas gewinnt in der Architektur immer mehr an Bedeutung. Doch nicht immer erfüllt der Baustoff Glas die Anforderungen der gesetzlichen Bestimmungen.

Der ungebrochene Trend zum transparenten Bauen stellt Architekten, Planungsbüros und ausführende Betriebe immer häufiger vor die Anforderung, brandschutztechnische Aufgaben mit Glas zu lösen.

Die Arbeitsstättenverordnung definiert Grundanforderungen an Bauwerke und nimmt in der Regel keine Rücksicht auf den Baustoff mit welchem das Schutzziel erreicht wird. Der Baustoff Glas muss daher mit anderen Baustoffen vergleichbar und gleichwertig sein.

Ausnahmen

Brandschutzverglasungen

Brandschutzverglasungen sind Bauarten, die grundsätzlich aus einem Rahmen, einem oder mehreren lichtdurchlässigen Elementen, Halterungen, Dichtungen sowie Befestigungsmitteln bestehen.

Primäres Schutzziel der Brandschutzverglasungen ist die Verhinderung von Rauch- und Flammendurchtritt, also die Gewährleistung des Raumabschlusses.

In Abhängigkeit von der Feuerwiderstandsdauer wird zwischen Brandschutzverglasungen der Feuerwiderstandsklasse F und G unterschieden. Je nach Klassifizierung widerstehen sie 30, 60, 90 oder sogar 120 Minuten dem Angriff des Feuers. Die thermische Isolation ist das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen G- und F- Brandschutzverglasungen.

Die Bezeichnungen "F" und "G" sind die gemäß ÖNORM B 3800. Diese Norm wurde mittlerweile durch die ÖNORM EN 13501 ersetzt. Die Bezeichnung für die Bauteile mit den Kennbuchstaben "F" bzw. "G" lautet nunmehr nach der neuen Norm "EI" bzw. "E". Der Buchstabe "I" steht für die Klassifikation "thermische Isolation" (wie vorher für den Unterschied zwischen "G" und "F"). Gläser der Kategorie "E" (ohne den Buchstaben "I") gewährleisten, dass Rauch und Feuerdurchtritt verhindert ist, nicht jedoch der Durchtritt von Wärmestrahlung.

Gläser der Kategorie "EI" weisen eine zusätzliche thermische Isolation auf. Im Mittel darf die Ausgangstemperatur auf der feuerabgekehrten Seite der Verglasung für den angegebenen Zeitraum (bspw. 30 Minuten für EI 30) um nicht mehr als 140 K ansteigen. Die Kennbuchstaben werden, so wie bisher, durch die Angabe der Brandwiderstandszeit in Minuten ergänzt. Beispielsweise lautet die Bezeichnung für ein G 30 Glas nunmehr E 30 bzw. für ein Glas mit der Qualifiaktion F 30 nunmehr EI 30.

Wichtige Punkte beim Baustoff Glas

  • Definition des Einbauortes und Abklärung der grundsätzlichen Anforderungen an einen Baustoff in diesem Bereich. (Stiegenhäuser; Fluchtstiegen; Gänge; Außenwände, etc. haben unterschiedliche Anforderungen)
  • Glas muss den Anforderungen der Baustoffe für den gewünschten Bereich entsprechen. (bei einer F30 / EI 30 Wand ist eine G30 / E 30 Verglasung nicht ausreichend!)
  • Auswahl des Glases mit entsprechendem Nachweis vom Hersteller der „Gleichwertigkeit" für den gewünschten Bereich.

Spezialfall Glasportale als Trennung zwischen Stiegenhäusern und Gängen

Letzte Änderung am: 30.07.2018