Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Einweghandschuhe an Feinkosttheken

Die Arbeitsinspektion führt im Rahmen der Österreichischen Arbeitsschutzstrategie eine österreichweite Schwerpunktaktion zu Einweghandschuhen an Feinkosttheken durch.

Von der Arbeitsinspektion wird die Schwerpunktaktion durchgeführt mit dem Ziel aufzuzeigen wo Einweghandschuhe notwendig sind, als persönliche Schutzausrüstung, und wo sie nicht sinnvoll sind. Dadurch wollen wir die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen erhalten und Hautkrankheiten durch das Tragen von nicht notwendigen Einweghandschuhen an Feinkosttheken verhindern.

An Feinkosttheken wird aus vermeintlicher hygienischer Notwendigkeit üblicherweise von MitarbeiterInnen verlangt Einmalhandschuhe zu tragen. Das Tragen von Einmalhandschuhen beseitigt erwiesenermaßen jedoch nicht hygienische Defizite beim Umgang mit Lebensmitteln, sondern führt sowohl bei den VerwenderInnen als auch bei den KundInnen zu einem falschen Gefühl der Sicherheit und schädigt die Haut der MitarbeiterInnen.

Die Haut hat eine wichtige Funktion als Schutzbarriere gegen die Umwelt. Durch das längerfristige Tragen von nicht atmungsaktiven Einmalhandschuhen entsteht ein feuchtes Milieu und die Hautschichten werden dadurch aufgeweicht. Dies kann zu Juckreiz, Hautirritationen, aber auch durch Keime oder Allergene (im Handschuhmaterial enthalten) zu Hautkrankheiten führen.

Eine groß angelegte Studie aus Deutschland belegt, dass das Tragen von Handschuhen an Feinkostbedienungstheken keineswegs hygienischer ist als das Arbeiten mit bloßen Händen unter Verwendung geeigneter Werkzeuge (z.B. Zangen, Gabeln, Folien) (Quelle: www.bghw.de, BGHW-Forschungsbericht „Hygienische Aspekte beim Tragen von Einmalhandschuhen im Verkauf an Frischetheken“).

Diese Studie hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass bereits nach fünfminütigem Umgang mit Lebensmitteln auf Handschuhen, Händen und Geräten eine starke Bakterienbesiedlung vorhanden ist. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Versuchspersonen mit oder ohne Handschuhe gearbeitet haben.

Die Keimbelastung auf Händen oder Handschuhen erhöht sich durch die Häufigkeit der direkten Kontakte mit der Ware und dem Schneidbrett. Um einen hygienischen Umgang mit der Ware zu erreichen, reicht es den direkten Kontakt zu vermieden, beziehungsweise die Kontakthäufigkeit zu reduzieren. Hygienisch sauberes Arbeiten im Verkauf kann durch Benutzung beispielsweise von Gabeln, Greifzangen, Folien und Papier erreicht werden.

In Schulungen und Unterweisungen sollten den MitarbeiterInnen auch die Notwendigkeit, Umsetzung und Vorteile persönlicher Hautschutzmaßnahmen dargestellt werden. Den MitarbeiterInnen muss deutlich werden: Gepflegte, gesunde Hände und saubere Arbeitsutensilien sind hygienischer als jeder Einsatz von Einmalhandschuhen.

Im Zuge des österreichweiten Schwerpunktes werden in einzelnen Arbeitsstätten Erhebungen durchgeführt, die grundsätzlich auf Information und Beratung abzielen.

Als Informationsunterstützung dienen zwei Merkblätter: eines mit kurzgefasster Information und das andere mit ausführlichen Erklärungen und ein Kundeninformationsblatt.

Der Durchführungszeitraum der Phase 1 ist von Dezember 2017 bis Mai 2018. In dieser Zeit werden in Zentralen großer Handelsketten die ArbeitgeberInnen über die gesetzlichen Grundlagen und die Ziele im ArbeitnehmerInnenschutz beraten und zumindest 10 Arbeitsstätten unterschiedlicher ArbeitgeberInnen pro Arbeitsinspektorat besucht.

In Phase 2 werden in ausgewählten Arbeitsstätten Nachkontrollen hinsichtlich der Umsetzung durchgeführt.

Weiterführende Informationen zu PSA unter Persönliche Schutzausrüstung/Hautschutz.

Letzte Änderung am: 14.02.2018