Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Gute Beratung - Faire Kontrolle

Heimarbeit - Allgemeine Bestimmungen

Das Heimarbeitsgesetz regelt die Begründung und Beendigung von Heimarbeitsverhältnissen, den Nachweis über erbrachte Leistungen, Arbeitszeiten und den Gefahrenschutz. Die Überwachung dieser

HeimarbeiterInnen

HeimarbeiterInnen sind Personen, die in eigener Wohnung oder selbstgewählter Arbeitsstätte mit der Herstellung, Bearbeitung, Verarbeitung oder Verpackung von Waren beschäftigt sind. Sie sind keine Gewerbetreibenden und arbeiten im Auftrag von Personen die Heimarbeit vergeben (AuftraggeberInnen).

§ 2 Heimarbeitsgesetz 1960

Meldepflicht

AuftraggeberInnen sind verpflichtet die erstmalige Vergabe von Heimarbeit dem zuständigen Arbeitsinspektorat anzuzeigen.
Bis zum 15. Jänner eines jeden Jahres ist eine Liste aller beschäftigten HeimarbeiterInnen dem Arbeitsinspektorat zu übermitteln.

Die Meldung hat zu enthalten:

  • Name, Anschrift und Telefonnummer der Auftraggeberin/des Auftraggebers
  • Name und Anschrift der HeimarbeiterInnen
  • Art des Betriebes und Fachorganisation der Auftraggeberin/des Auftraggebers
  • Art der Beschäftigung und
  • Beginn des Beschäftigungsverhältnisses

§ 5 Heimarbeitsgesetz 1960

Arbeitszeiten

AuftraggeberInnen haben die Lieferfristen so zu bemessen, dass die Arbeiten in der gesetzlichen Normalarbeitszeit, ohne Sonn- und Feiertags- und ohne Nachtarbeit ausgeführt werden können.

Vereinbarungen über Vorleistungen der HeimarbeiterInnen für die Vergabe oder die Zusicherung der Vergabe von Heimarbeit sind rechtsunwirksam.

§ 14, § 15 Heimarbeitsgesetz 1960

Gefahrenschutz

Grundsätzlich müssen Gefahren für Leben und Gesundheit der HeimarbeiterInnen vermieden werden.

§ 16 Heimarbeitsgesetz 1960

Verboten ist daher die Ausführung von Arbeiten, bei denen sie der Einwirkung von gesundheitsgefährdenden, insbesondere giftigen, ätzenden, haut- oder schleimhautreizenden Stoffen oder Zubereitungen ausgesetzt sind (z.B. Blei, Pflanzenschutzmittel).

§ 17 Heimarbeitsgesetz 1960
Verordnung mit der die Verwendung von gefährlichen Stoffen oder
Zubereitungen in Heimarbeit verboten wird

Abrechnungsnachweise

Da das Entlohnungssystem in der Heimarbeit auf Stückleistung abgestellt ist, ist es für die HeimarbeiterInnen schwerer durchschaubar als die im Wesentlichen auf die im Betrieb verbrachte Arbeitszeit beruhende Zeitentlohnung. Daher sind die Angaben über die gebührenden Entgelte sehr detailliert. Es gilt der Grundsatz, dass die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit gewährleistet sein muss.

§ 10 Heimarbeitsgesetz 1960

Anspruch auf Urlaub

Voraussetzung ist ein ununterbrochenes Beschäftigungsverhältnis von jeweils sechs Monaten.

§ 20 Heimarbeitsgesetz 1960

Bezahlte Pflegefreistellung

Unter bestimmten Voraussetzungen (ein im gemeinsamen Haushalt lebendes erkranktes Kind unter 12 Jahren) haben HeimarbeiterInnen Anspruch auf max. 6 Tage bezahlte Pflegefreistellung pro Kalenderjahr.

§ 26 Heimarbeitsgesetz 1960

Ende des Heimarbeitsverhältnisses

Heimarbeitsverhältnisse können

  • zu einem ausdrücklichen Zeitpunkt,
  • 30 Tage nach Ablieferung des letzten Auftrages ohne weiteren Auftrag durch den/die AuftraggeberIn,
  • 30 Tage nach Ablieferung des letzten Auftrages wenn sich der/die HeimarbeiterIn grundlos weigert, einen weiteren Auftrag anzunehmen,

beendet werden.

Bei Beendigung des Heimarbeitsverhältnisses durch ausdrückliche Auflösungserklärung ist eine Frist von mindestens einer Woche einzuhalten.

§ 27a Heimarbeitsgesetz 1960

Abfindung und Urlaubsentschädigung

Bei Beendigung des Heimarbeitsverhältnisses gebührt dem/der HeimarbeiterIn eine Urlaubsabfindung bzw. -entschädigung.

§ 23 Heimarbeitsgesetz 1960

Abfertigung

Analog zu den Angestellten gebührt HeimarbeiterInnen bei Beendigung des Heimarbeitsverhältnisses eine Abfertigung.

§ 27b Heimarbeitsgesetz 1960

§ 23 und 23a Angestelltengesetz

Hinweis

In Zusammenhang mit Heimarbeit wird auf Folgendes hingewiesen:

  • Darauf achten, dass der/die HeimarbeitsanbieterIn zumindest den Betriebsnamen, die Betriebsanschrift, die zu verrichtende Tätigkeit und das zeitliche Ausmaß dieser Tätigkeit bekannt gibt!
  • Keine Verträge abschließen, in denen für die Vermittlung von Adressen oder für eine Abnahmeverpflichtung des Materials bzw. von Maschinen eine Anzahlung verlangt wird!
  • Den in Heimarbeit Beschäftigten stehen auch Urlaub und Sonderzahlungen zu!
  • Die Heimarbeitsvergebenden müssen die Vergabe der Heimarbeit dem zuständigen Arbeitsinspektorat melden!
  • In Zweifelsfällen wird empfohlen, sich an das örtlich zuständige Arbeitsinspektorat zu wenden.
Letzte Änderung am: 15.07.2016

Unterseiten zu diesem ThemaFurther Information

Dokumente zu diesem ThemaPublications