Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Gute Beratung - Faire Kontrolle

Referenzwerte und Leitlinien

Referenzwerte für Erwachsene

Biologische Arbeitsstoff-Referenzwerte (BAR) beschreiben die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Referenzpopulation aus nicht beruflich gegenüber dem Arbeitsstoff exponierten Personen im erwerbsfähigen Alter bestehende Hintergrundbelastung mit diesem Arbeitsstoff. Sie orientieren sich am 95. Perzentil, ohne Bezug zu nehmen auf gesundheitliche Effekte. Zu berücksichtigen ist, dass der Referenzwert der Hintergrundbelastung u.a. von Alter, Geschlecht, Sozialstatus, Wohnumfeld, Lebensstilfaktoren und der geografischen Region beeinflusst sein kann. (Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft. Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe: MAK- und BAT-Werte-Liste 2017. Maximale Arbeitsplatzkonzentrationen und Biologische Arbeitsstofftoleranzwerte. Mitteilung 52. Weinheim: Wiley-VCH 2016, 257;).

Der Referenzwert für einen Arbeitsstoff oder dessen Metaboliten im biologischen Material wird mit Hilfe der Messwerte einer Stichprobe aus einer definierten Bevölkerungsgruppe abgeleitet.

Krebserzeugende Stoffe mit BAR Werten, die gemäß den Bestimmungen der VGÜ für die Beurteilung der Notwendigkeit ärztlicher Untersuchungen relevant sein können, sind in der nachstehenden Tabelle angeführt: 

Krebserzeugender Arbeitsstoff 

Parameter

BAR-Wert

Arsen und anorganische Arsenverbindungen

anorganisches Arsen und methylierte Metaboliten (durch direkte Hydrierung
bestimmte flüchtige Arsenverbindungen)

15 µg/l Harn

Benzol

trans, trans-Muconsäure

150 µg/g Kreatinin bzw.
200 µg/l Harn

Cadmium und seine anorganischen Verbindungen

Cadmium

0,6 µg/g Kreatinin bzw. 0,8 µg/l Harn

Chrom(VI)-Verbindungen

Gesamt-Chrom

0,6 µg/l Harn

Cobalt und Cobaltverbindungen

Cobalt

1,5 µg/l Harn

Nickel und seine Verbindungen

Nickel

3 µg/l Harn

Weitergehende Informationen zu BAR-Werten, die von der BAuA regelmäßig veröffentlicht werden, finden Sie im Biomonitoring-Auskunftssystem.

Leitlinien

Spirometrien sind nach wissenschaftlich anerkannten Verfahren (wie z.B. die Leitlinien Lungenfunktionsprüfung der deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin) durchzuführen, wobei als Sollwerte die Werte nach Forche und Neuberger heranzuziehen sind.

Ergometrien sind nach den Praxisleitlinien Ergometrie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft durchzuführen.

Letzte Änderung am: 24.06.2019