Schutzmaßnahmen auf Baustellen

Mit Wirksamkeit 1. April 2021 ist für Betriebsstätten mit mehr als 51 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein COVID-19-Präventionskonzept auszuarbeiten und umzusetzen. Die WKO Geschäftsstelle Bau, hat nach Rückfrage beim Gesundheitsministerium, ein Rundschreiben zur Umsetzung dieser Verpflichtung, speziell für Baustellen, herausgegeben (https://www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/bau/covid-19-mitgliederinfo-26-03-2021.pdf ). 

Seitens der Sozialpartner wurde eine Handlungsanleitung für den Umgang mit Baustellen aufgrund von COVID-19 vereinbart (Zuletzt geändert mit der Version vom 29. Jänner 2021). 

Die Schutzmaßnahmen der 3. COVID-19-NotMV des Gesundheitsministeriums wurden in der  Handlungsanleitung der Sozialpartner vom 29. Jänner 2021 berücksichtigt.

Die aktuellen Schutzmaßnahmen des Gesundheitsministeriums haben Vorrang gegenüber den Schutzmaßnahmen in der Handlungsanleitung. Darauf wird im Punkt 1 der Handlungsanleitung auch hingewiesen.

Somit muss beim Betreten von Arbeitsorten zwischen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ein Abstand von 2 Metern eingehalten und eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung getragen werden, sofern ein physischer Kontakt zu anderen Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, nicht ausgeschlossen werden kann. Dies stellt eine strengere Regelung dar als jene, die im Punkt 4 der Handlungsanleitung der Sozialpartner für das Arbeiten im Freien vorgesehen wäre. Im Sinne der aktuellen Verordnung sind nun das Arbeiten im Freien und das Arbeiten in geschlossenen Räumen gleichgestellt. Die in der Handlungsanleitung vorgesehenen Maßnahmen beim Arbeiten in geschlossenen Räumen können somit auch für die Auslegung, der zu treffenden Schutzmaßnahmen im Freien herangezogen werden.

Ersatzweise können nach der Verordnung des Gesundheitsministeriums zwar technische Maßnahmen, wie Trennwände oder Plexiglaswänden, getroffen werden, allerdings ist eine derartige technische Maßnahme praktisch nur in Baustellenbüros, Besprechungs- oder Aufenthaltsräumen und ähnlichen Baustellenräumlichkeiten anwendbar. Im Regelfall werden daher die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Arbeiten auf Baustellen (im Freien sowie in geschlossenen Räumen) zumindest eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen haben.

Beim Unterschreiten des Abstandes von 2m zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard vorzugsweise vor einer nur den Mund- und Nasenbereich abdeckenden und eng anliegenden mechanischen Schutzvorrichtung zu verwenden.

Für die anderen Themenbereiche kann die Handlungsanleitung weiter als Hilfestellung für die Umsetzung von COVID-19 Schutzmaßnahmen auf Baustellen herangezogen werden.

Schutz vor COVID-19 - Mindestausstattung von sanitären Einrichtungen auf Baustellen

Der häufigste Übertragungsweg für virale und bakterielle Erkrankungen ist die Schmierinfektion. Die Hygiene auf Baustellen und an Arbeitsplätzen muss daher entsprechend vorhanden sein, damit die Gefahr für die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verringert und eine Infektion verhindert wird.

Waschgelegenheiten auf Baustellen

Grundsätzlich ist folgende Ausstattung erforderlich:

  • Einwandfreies fließendes Waschwasser
    • Auf Grund des Coronavirus (COVID-19), der über den Tag betrachtet ein häufiges Händewaschen erfordert und nur durch gründlichere Reinigungsmaßnahmen abgewaschen werden kann, ist  jedenfalls fließendes Waschwasser erforderlich. Für das Wohl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer  ist warmes fließendes Waschwasser zu bevorzugen.
  • Geeignete Hautmittel
    • Hautschutzmittel
    • Hautreinigungsmittel aus Seifenspendern und
    • Hautpflegemittel
  • Einmalhandtücher

Waschgelegenheiten und kurzfristige Bauarbeiten

Sofern weniger als 5 Beschäftigte bis zu 5 Arbeitstage auf einer Baustelle arbeiten, und die oben genannten Einrichtungen auf der Baustelle nicht vorhanden sind, so ist primär zu prüfen, ob die Baustelle nicht zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden könnte. Sofern das nicht möglich ist, müssen zumindest

  • geeignete Handreinigungsmittel und
  • Handdesinfektionsmittel

den Beschäftigten zur Verfügung stehen.

Aborte auf Baustellen

Sanitären Anforderungen sind:

  • Abortanlagen mit Wasserspülung oder
  • den Wasserspülungsanlagen gleichwertige Anlagen sowie
  • ausreichend Toilettenpapier

Sofern auf Abortanlagen in der Nähe der Baustelle zurückgegriffen werden soll, so ist vorher zu prüfen, dass diese den hygienischen Anforderungen entsprechen sowie eine ausreichende Desinfektion durchgeführt wird.

 Aborte und kurzfristige Bauarbeiten

Vorausgesetzt es werden weniger als 5 Beschäftigte bis zu 5 Arbeitstage auf einer Baustelle tätig und es sind

  • keine Abortanlagen auf der Baustelle vorhanden und es
  • können auch keine Abortanlagen in der Nähe der Baustelle benutzt werden, da Gasthäuser und andere ähnliche Betriebe geschlossen haben,

ist zu prüfen, ob die Baustelle

  • nicht zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden kann bei dem die Einrichtungen vorhanden sind oder
  • der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat für alternative Möglichkeiten zu sorgen.

§§ 34, 35 BauV

Fahrten von mehreren Personen in Kraftfahrzeugen

Für Fahrgemeinschaften aller Art, einschließlich der Verwendung von Fahrzeugen des Arbeitgebers zu beruflichen Zwecken, gilt: In jeder Sitzreihe dürfen einschließlich dem Lenker nur zwei Personen befördert werden. Zusätzlich ist eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard zu tragen.

Letzte Änderung am: 29.03.2021