Persönliche Schutzmaßnahmen - Allgemein

Auf Basis des COVID-19 Maßnahmengesetzes wurde nun mit BGBl. II Nr. 197/2020 die gesundheitsrechtliche COVID-19-Lockerungsverordnung – COVID-19-LV kundgemacht. Sie enthält in § 3 eine allgemeine Regelung zu Orten der beruflichen Tätigkeit. Bei den Regelungen zur Minimierung der Infektionsgefahr mit COVID-19 – auch bei der beruflichen Tätigkeit – handelt es sich um allgemeine Gesundheitsschutzregelungen.

Hinweis:  Welcher Atemschutz und weitere PSA im Gesundheitsbereich erforderlich sind, finden Sie auf der Themenseite Atemschutz und PSA im Gesundheitsbereich.

Ort der beruflichen Tätigkeit - Maßnahmen

  • Mindestabstand von 1 Meter zwischen Personen, sofern nicht durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann.
  • Tragen von einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung nur im Einvernehmen zwischen AG und AN zulässig (wenn nicht ohnehin auf Grund anderer Rechtsvorschriften verpflichtend, z.B. hygienerechtliche Vorschriften).
  • Wenn kein Mindestabstand von 1 Meter auf Grund der Eigenart der beruflichen Tätigkeit möglich: Sonstige geeignete Schutzmaßnahmen, die ein Infektionsrisiko minimieren.
  • Gilt auch für Fahrzeuge des Arbeitgebers, der Arbeitgeberin, wenn diese während der Arbeitszeit zu beruflichen Zwecken verwendet werden (d.h. entweder 1 m Mindestabstand im Fahrzeug, oder MNS/Gesichtsvisier für alle im Fahrzeug.
  • Kundenbereiche: Für das Betreten von Kundenbereichen bestehen besondere Bestimmungen zu persönlichen Schutzmaßnahmen, wie die generelle Einhaltung des Mindestabstandes von 1 Meter und die Verpflichtung, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Kundenkontakt  eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen (z.B. MNS, Gesichtsschild) tragen müssen, sofern zwischen den Personen keine sonstige geeignete Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung vorhanden ist, die das gleiche Schutzniveau gewährleistet.
    Siehe dazu auch die FAQ auf der Web-Site des Gesundheitsministeriums: Mechanische Schutzvorrichtung (MNS) 

Seitens des Gesundheitsministeriums wurden folgende Auslegungen bestätigt: 

Plexiglasscheiben an Kassen im Handel

Bei den z.B. an Kassen im Handel angebrachten angebrachten Plexiglasscheiben handelt es sich um eine räumliche Trennung im Sinn der COVID-19-LV. Es besteht also dann keine Verpflichtung eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen , wenn so eine räumliche Trennung entsprechend montiert ist. Aus technischer Sicht ist dies deswegen gerechtfertigt, weil eine Plexiglaswand, die ausreichend hoch und breit ist, um das Auftreffen von Tröpfchen zu verhindern, in der Schutzwirkung einem Gesichtsschutz (Visier) vergleichbar ist. Die erforderliche Größe der Plexiglaswand hängt vom Abstand der Person ab, vor deren Tröpfchen geschützt werden soll.

Für den Fall, dass der Kassenbereich verlassen wird und Kundenkontakt besteht (z.B. zum Abwiegen von Obst) hat der Betreiber nach sicherzustellen, dass seine Mitarbeiter eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung tragen.

§ 2 Abs. 1 Z 3 COVID-19-LV

Mund-Nasen-Schutzvorrichtungen im Handel

Es ist davon auszugehen, dass das Tragen der Mund-Nasen-Schutzvorrichtung bei Kundenkotakt verpflichtend ist, also ohne Vereinbarung zwischen Arbeitgeberin/Arbeitgeber und Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer angeordnet werden kann bzw. sogar muss.

§ 3 Abs. 2 COVID-19-LV

Schutzmaßnahme „Mund und Nasenschutz – MNS“

Mund und Nasenschutz Maske

Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz wird im Betrieb festgelegt und ist damit Vereinbarungssache zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, wo dies nicht ohnehin auf Grund anderer Rechtsvorschriften verpflichtend erforderlich ist.
Immer dann, wenn unklar ist, ob die grundlegende Schutzmaßnahme „1-m-Abstand“ durchgängig eingehalten werden kann, ist eine mögliche Schutzmaßnahme, dass alle Personen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Diese reduziert das Verbreiten von Viren. Durch das Tragen der Maske ist das Gegenüber geschützt.

Schutzmaßnahme Gesichtsschutz

Piktogramm Gesichts-PSA

Ein Gesichtsschutz ist eine weitere Möglichkeit sich vor dem Auftreffen von Tröpfchen zu schützen.

Der Gesichtsschutz ist stabiler und verrutscht in der Regel weniger.

Ein ständiges ins Gesicht Greifen zum Geraderichten – wie beim Mund-Nasen-Schutz – ist hier weniger oft der Fall und wird daher vor allem in Bereichen mit körperlichen Einsatz als praktikable Alternative verwendet.


Handschuhe

  • Es gilt die Grundregel: Handhygiene und die Vermeidung, sich ins Gesicht zu fassen, sind unumgänglich.
  • Handschuhe können natürlich einen Schutz bieten. Für den Umgang muss es aber klare Regeln geben. Viele Kontaminationen entstehen beim Ablegen von Schutzhandschuhen, weil dies nicht richtig erfolgt.
  • Lange Tragezeiten von Handschuhen führen zu einer hohen Belastung der Haut durch Feuchtigkeit, aber auch die oftmalige Reinigung und Desinfizierung der Hände führt zu einer hohen Belastung der Haut. Hier sind geeignete Hautmittel zur Verfügung zu stellen. Unter Einbeziehung der Präventivfachkräfte (Arbeitsmedizin) ist abzuklären welche Hautmittel (für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege) geeignet sind und nach welchem Hautschutzplan die Anwendung erfolgen soll.

Letzte Änderung am: 13.05.2020