Allgemeine Hinweise

Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit Erregern respiratorischer Infektionen sind eine gute Händehygiene, korrekte Hustenetikette, keine Berührungen des eigenen Gesichtes mit möglicherweise kontaminierten Händen, regelmäßiges Lüften von Arbeitsräumen und das Einhalten eines Mindestabstandes von 2 Meter.

Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen gibt es in 17 Sprachen auf der Web-Site des Österreichischen Integrationsfonds.

Aktuelles & COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den aktuellen Maßnahmen finden sich hier auf der Website des GesundheitsministeriumsDie gesundheitsrechtliche COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung – COVID-19-SchuMaV enthält auch allgemeine Regelungen zu Schutzmaßnahmen für Beschäftigte am Ort der beruflichen Tätigkeit vor der Infektionsgefahr mit COVID-19: 

  • Die berufliche Tätigkeit sollte vorzugsweise außerhalb der Arbeitsstätte stattfinden, sofern dies möglich ist und ein Einvernehmen über die Arbeitsverrichtung außerhalb der Arbeitsstätte gefunden wird. Für die Arbeitsverrichtung am Ort der beruflichen Tätigkeit gilt.
  • Es ist ein Mindestabstand von 2 Meter zwischen Personen einzuhalten und zusätzlich eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung (Mund-Nasen-Schutz) zu tragen.
  • Davon kann abgesehen werden, wenn der physische Kontakt zu anderen Personen ausgeschlossen ist (z.B. in Einzelbüros) oder sonstige geeignete Schutzmaßnahmen getroffen werden, die das Infektionsrisiko minimieren. Als solche Maßnahmen komm in erster Linie technische Maßnahmen, wie die Einrichtung von Trennwänden oder Plexiglasscheiben in Betracht. Wenn die Arbeitsverrichtung durch technische Maßnahmen jedoch unmöglich wird, können auch organisatorische Maßnahmen, wie das Bilden fester Teams, ergriffen werden.
  • Darüber hinaus können zwischen Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern strengere Vereinbarungen zum Tragen einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden und eng anliegenden mechanischen Schutzvorrichtung getroffen werden.
  • Testungen auf SARS-CoV-2:
    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer elementarer Bildungseinrichtungen, die im Rahmen der Betreuung und Förderung in unmittelbarem Kontakt mit Kindern stehen,
    • Lehrerinnen und Lehrer, die in unmittelbarem Kontakt mit Schülern stehen,
    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bereichen der Lagerlogistik, in denen der Mindestabstand von 2 m regelmäßig nicht eingehalten werden kann,
    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit unmittelbarem Kundenkontakt,
    • Personen, die im Parteienverkehr in Verwaltungsbehörden und Verwaltungsgerichten tätig sind

      dürfen ihre Arbeitsorte nur betreten, wenn sie spätestens alle sieben Tage einen Antigen-Test auf SARS-CoV-2 oder einen molekularbiologischen Test auf SARS-CoV-2 durchführen, dessen Ergebnis negativ sein muss. Darüber ist gegenüber dem Arbeitgeber ein Nachweis vorzuweisen und für die Dauer von sieben Tagen bereitzuhalten. Kommen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieser Verpflichtung nicht nach und kann ein solcher Nachweis nicht vorgelegt werden, müssen diese Personen in den genannten Bereichen eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard tragen. Sofern ein Nachweis vorliegt, müssen diese Personengruppen bei der Arbeit dennoch einen eng anliegenden Mund-Nasenschutz tragen (davon ausgenommen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in elementaren Bildungseinrichtungen im unmittelbaren Kontakt mit Kindern).

Die Verpflichtungen zur Testung auf SARS-CoV-2 bzw. zum Tragen einer FFP2-Maske bestehen auch in anderen Berufsfeldern, wie insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich, Taxis oder in Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben. Eine Übersicht darüber finden Sie unter:
Persönliche Schutzmaßnahmen – Allgemein, Kapitel: „Testungen auf SARS-CoV-2 und Schutzmaßnahme FFP2-Maske“

Diese Regelungen gelten auch für auswärtige Arbeitsstellen im Sinne des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes. Damit wird klargestellt, dass auch Hausbesuche von der Verordnung erfasst sind. Auswärtige Arbeitsstellen dürfen durch Erbringer körpernaher Dienstleistungen (z.B. Friseur) nur betreten werden, wenn ein negatives Ergebnis eines Antigen-Tests auf SARS-CoV-2, dessen Abnahme nicht länger als 48 Stunden zurückliegt, oder eines molekularbiologischen Tests auf SARS-CoV-2, dessen Abnahme nicht länger als 72 Stunden zurückliegt, vorliegt. Erbringer mobiler Pflege- und Betreuungsdienstleistungen dürfen auswärtige Arbeitsstellen nur betreten, wenn ein Antigen-Test oder ein negativer molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 vorliegt, dessen Abnahme nicht länger als sieben Tage zurückliegt. Zudem haben Erbringer mobiler Pflege- und Betreuungsdienstleistungen eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske (CPA), eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eine Maske mit höher genormtem Standard zu tragen.

In Fahrzeugen des Arbeitgebers, die zu beruflichen Zwecken genützt werden, gelten die allgemeinen Maßnahmen für die gemeinsame Benützung von Fahrzeugen: Beförderung von maximal 2 Personen pro Sitzreihe, einschließlich dem Lenker. Zusätzlich ist eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard zu tragen.

Ab 1. April 2021 haben Betreiber einer Betriebsstätte mit mehr als 51 Arbeitnehmern basierend auf einer Risikoanalyse ein dem Stand der Wissenschaft entsprechendes COVID-19-Präventionskonzept zur Minimierung des Infektionsrisikos auszuarbeiten und umzusetzen. Das COVID-19-Präventionskonzept hat insbesondere zu enthalten:

  • spezifische Hygienevorgaben,
  • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion,
  • Risikoanalyse,
  • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen,
  • Regelungen für Mitarbeiter- und Kundenströme,
  • Entzerrungsmaßnahmen, wie Absperrungen und Bodenmarkierungen

Der Betreiber einer Betriebsstätte mit mehr als 51 Arbeitnehmern hat die Einhaltung dieser Bestimmungen durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen.



Risikogruppen

Aktuelle Informationen zum Schutz von Risikogruppen finden Sie auf der Homepage des Gesundheitsministeriums. Die österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin veröffentlichte einen Leitfaden  (aktualisierte Version) für den Umgang mit Risikogruppen im betrieblichen arbeitsmedizinischen Setting.

Schutzmaßnahmen im Betrieb 

Räumliche oder arbeitsorganisatorische Maßnahmen, z.B. nur eine gewisse Anzahl von Personen in Geschäfte einlassen um einen ausreichenden Abstand zwischen den einzelnen Personen und dem Personal sicher zu stellen (wichtig: pro Kunde in einem Kundenbereich müssen 20m2 Platz sein), eventuell sogenannte „Diskretionszonen“ mit ausreichend Abstand am Boden kennzeichnen.

Eine weitere organisatorische Maßnahme zur Minimierung der Ansteckungsgefahr und zur Aufrechterhaltung von Betrieben zur Versorgung der Bevölkerung, wäre ein mehrschichtiger Betrieb.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten wie in der Schichtarbeit in Arbeitsteams eingeteilt werden, und es soll gewährleistet werden, dass ein Arbeitsteam nicht mit einem anderen in Kontakt kommt, auch nicht bei „Schichtwechsel“.  

Sollte in einer Gruppe ein Verdachtsfall auftreten, dann wird die gesamte Gruppe bis zur Klärung der Situation abgezogen, das Geschäft wird desinfiziert und ein anderes Arbeitsteam kann übernehmen.

  • Bauliche Maßnahmen, wie Plexiglasscheiben zwischen Kundinnen und Kunden und dem Verkaufspersonal. ,s. hier
  • Persönliche Schutzausrüstung in Bereichen, wo vermehrt mit infektiösen Personen zu rechnen ist. Hier muss im Betrieb evaluiert werden, ob dies notwendig ist.

Lüftung von Innenräumen

Arbeitsräume regelmäßig mehrmals täglich lüften!

Arbeiten Menschen in schlecht oder nicht belüfteten Büros, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, selbst wenn der Mindestabstand zwischen den Personen eingehalten wird. Regelmäßiger Luftaustausch hilft, die Viruslast zu senken. Wie Büro und andere Innenräume während der Corona-Pandemie richtig und effizient gelüftet werden können, zeigt das neue Fachbereich AKTUELL der DUGUV "SARS-CoV-2: Empfehlungen zum Lüftungsverhalten an Innenraumarbeitsplätzen". 

Beim Lüften unterscheidet man zwischen der natürlichen Lüftung und der mechanischen Lüftung.

Bei der natürlichen Lüftung ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit geöffneten Türen am effektivsten. Das Lüften über gekippte Fenster kann als Ergänzung zur Stoßlüftung sinnvoll sein, um ein zu schnelles, starkes Ansteigen der Virenkonzentration zu vermeiden. Als Faustregel für Büroräume gilt: stündlich über die gesamte Fensterfläche zwischen 3 Minuten (im Winter) und 10 Minuten (im Sommer) lüften; Besprechungs- und Seminarräume sollten in Abhängigkeit von der Rumkubatur und der Anzahl der anwesenden Personene öfter gelüftet werden. 

Online-Lüftungsrechner der DGUV

Zur Unterstützung vor allem kleinerer Betriebe beim Thema "Infektionsschutzgerechtes Lüften" hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) einen Online-Lüftungsrechner veröffentlicht. Mit Hilfe einer Rechenscheibe können die Lüftungsintervalle bestimmt werden.
Zum Online-Lüftungsrechner

Vernebelung von Desinfektionsmitteln und anderen Chemikalien in Räumen

Grundsätzlich gilt, dass in Arbeitsräumen und Betriebsräumen ausreichend gesundheitszuträgliche Atemluft vorhanden sein muss. Eine Vernebelung oder Verdampfung von bestimmten Chemikalien zur Desinfektion der Luft oder der Oberflächen in einem Raum führt zu einer Beeinträchtigung der Atemluft. Dadurch kann die Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefährdet werden.

Aus Sicht des Arbeitnehmerschutzes sind solche Verfahren zur Raumluftdesinfektion für Räume, in denen sich Beschäftigte aufhalten, nicht geeignet.

Die empfohlenen Lüftungsmaßnahmen reduzieren das Risiko einer Ansteckung effizienter und führen zu keiner Beeinträchtigung der Gesundheit durch kontaminierte Atemluft.

Weiterführende Informationen:

Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin

https://www.oeghmp.at/media/raumdesinfektion_eine_sinnvolle_intervention_gegen_sars-cov-2.pdf

Österreichischer Biozid-Helpdesk

https://www.biozide.at/corona/raumluftdesinfektion

Mechanische Lüftung - Raumlufttechnische Anlagen (RLT)
Das Übertragungsrisiko über RLT ist insgesamt als gering einzustufen. Von einer Abschaltung von RLT insbesondere in Räumen, in denen Infizierte behandelt werden oder mit infektiösen Materialien hantiert wird, wird abgeraten, da dies zu einer Erhöhung der Aerosolkonzentration in der Raumluft und damit zur Erhöhung des Infektionsrisikos führen kann.

Empfehlungen für den Betrieb von RLT:

  • RLT-Anlagen mit Außenluft nicht abschalten, die Außenluftvolumenströme nicht reduzieren.
  • Außenluftströme wenn möglich erhöhen.
  • Umluftanteile, soweit in den Anlagen vorhanden, zugunsten der Außenluftanteile soweit wie möglich reduzieren.
  • In Rotationswärmetauschern Kondensation verhindern sowie höherer Druck im Zuluftteil als im Abluftteil.
  • Wärmeübertrager (wie z.B. Plattenwärmetauscher), die eine weitgehend vollständige Trennung zwischen Zu- und Abluft garantieren, sind jedenfalls geeignet.


Weitere organisatorische Maßnahmen

  • Waschgelegenheiten nur mit fließendem, warmem Wasser, Seifenspender, Einweghandtücher, Desinfektionsmittel und Hautpflegemittel.
  • Türgriffe, Liftknöpfe, Treppengeländer, Kaffeemaschinen, und andere Objekte, die oft von mehreren Personen angefasst werden regelmäßig reinigen.
    (Möglicherweise ist es notwendig, die Ressourcen für die Reinigung zu erhöhen oder ihre Arbeit neu zu organisieren, um die Reinigungstätigkeiten zu priorisieren.)
  • In Pausenbereichen und Pausenräumen, bei Tischplatten, Stühlen, Oberflächen von Koch- und Kühleinrichtungen auf Sauberkeit achten und regelmäßig desinfizieren.
  • Regelmäßige Reinigung und Desinfektion der sanitären Einrichtungen.
  • Zeitliche Staffelung der Arbeitspausen z.B. für die Einnahme des Mittagessens, um den nötigen Abstand zwischen den Personen wahren zu können.
  • Zeitliche Staffelung des Arbeitsbeginns, um den nötigen Abstand zwischen den Personen in Umkleidebereichen wahren zu können.

Arbeitsplatzgestaltung

  • Trennen von Arbeitsbereichen in den Arbeitsräumen bzw. „auseinanderrücken“ der Arbeitsplätze, allenfalls Trennwände vorsehen.
  • Zeitliche Staffelung der Arbeiten – Arbeiten gleichzeitig nur sofern technisch erforderlich.
  • Arbeitsverfahren anwenden, die durch eine Arbeitnehmerin/einen Arbeitnehmer alleine durchgeführt werden können.
  • Werkzeuge und Arbeitsmittel sind nach Möglichkeit personenbezogen zu verwenden. Wo das nicht möglich ist, ist eine regelmäßige Reinigung insbesondere vor der Übergabe an andere Personen vorzusehen. Andernfalls sind bei der Verwendung der Werkzeuge geeignete Schutzhandschuhe zu verwenden, sofern hierdurch nicht zusätzliche Gefahren (z.B. Erfassung durch rotierende Teile) entstehen.
  • Ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung.

Besprechungen, Sitzungen

  • Besprechungen und Sitzungen wenn möglich vermeiden oder mittels Videokonferenz abwickeln.
  • Wenn wirklich unbedingt erforderlich, dann unter Einhaltung des Schutzabstandes, was notwendigerweise dazu führt, dass die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reduziert werden muss.
  • Auf gute Lüftung des Besprechungsraumes achten, wenn möglich alle 30 Minuten lüften.

Homeoffice - Organisatorische Maßnahmen

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen mit dem Corona-Virus beinhalteten auch den verstärkten Einsatz von Homeoffice. Diese Maßnahme traf viele Arbeitnehmer,  Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeberinnen, Arbeitgeber teilweise unvorbereitet. Aus den Erfahrungen lassen sich folgende Empfehlungen für einen allfälligen weiteren Einsatz von Homeoffice ableiten:

  • Erlauben Sie den Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die Arbeitsmittel befristet mit nach Hause zu nehmen (wenn diese das selbst nicht bewerkstelligen können, sorgen Sie eventuell für einen Transport). Die Arbeitsmittel sind z.B. Computer, Monitor, Tastatur, Maus, Drucker aber auch das eine oder andere Büromöbel, wie z.B. eine Fußstütze.
  • Erstellen Sie ein Merkblatt, wie ein Homeoffice-Arbeitsplatz ergonomisch richtig eingerichtet werden sollte, dazu zählen insbesondere Informationen zur richtigen Arbeitshaltung am Schreibtisch aber auch, dass Pausen bzw. Tätigkeitswechsel erfolgen sollen.
  • Ermutigen Sie Ihre Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in regelmäßigen Zeitabständen die Arbeit zu unterbrechen, aufzustehen und Ausgleichsübungen zu machen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Unterstützung und Beratung für die Benutzung der Hard- und Software erhalten können. Videokonferenzen werden jetzt eventuell öfters oder überhaupt zum ersten Mal in Anspruch genommen, sind aber für viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ungewohnt.
  • Stellen Sie sicher, dass auf allen Ebenen gut miteinander kommuniziert wird. Das umfasst neben den strategischen Informationen durch die Führungskräfte an deren Organisationseinheiten auch die routinemäßige soziale Interaktion innerhalb der Kollegenschaft. Die Kommunikation zwischen den Führungskräften aber auch zu deren Organisationseinheiten kann relativ einfach durch geplante Online-Meetings erfolgen (Teambesprechungen). Für die soziale Interaktion innerhalb der Kollegenschaft, könnten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beispielsweise ermutigt werden, an virtuellen Kaffee-Meetings teilzunehmen.
  • Unterschätzen Sie nicht psychische Belastungen, die durch die Isolation am Arbeitsplatz im Homeoffice und Arbeitsdruck entstehen können. Gute Kommunikation und Unterstützung durch Führungskräfte und auch durch informelle Kontakte mit anderen Kollegen ist wichtig. Die schon angesprochenen virtuellen Teambesprechungen aber auch Rotation zwischen den am Arbeitsplatz anwesenden Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind insbesondere dann sinnvoll, wenn bereits der Übergang zum Normalbetrieb eingeleitet wurde.
  • Gerade in Zeiten von Homeoffice fließen Arbeit und Freizeit ineinander. Sorgen Sie daher für eine gesunde Abgrenzung, kommunizieren Sie daher klar, wann von Ihren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erwartet wird, dass sie arbeiten und erreichbar sind.
  • Bedenken Sie auch, dass Ihre Mitarbeiterin, Ihr Mitarbeiter neben der Arbeit im Homeoffice auch noch Kinder betreuen und unterrichten oder auch andere Betreuungspflichten, wie z.B. für Eltern, bestehen. Unter diesen Umständen ist es sehr wichtig, dass die Arbeitszeit flexibel gestaltet werden kann, was auch die Zeitpunkte der Kontaktaufnahme mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen aber auch für Termine von Meetings umfassen soll.

Allgemeine Informationen zur Telearbeit und zu Homeoffice finden Sie hier.

Auswärtige Arbeitsstellen, Fahrten zu Kunden, Lieferdienste

  • Auf auswärtigen Arbeitsstellen sind die generellen Maßnahmen für Orte der beruflichen Tätigkeit einzuhalten (vgl. dazu oben).
  • Keine Arbeiten bei Kunden, die unter Quarantäne stehen!
  • Reduzierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf ein Mindestmaß – insgesamt, aber auch für die einzelnen Arbeitsschritte.

  • Arbeitsabläufe so gestalten, dass vereinzeltes Arbeiten möglich ist, falls dadurch nicht zusätzliche Gefährdungen entstehen. Andernfalls sind möglichst kleine, feste Teams (z.B. 2 bis 3 Personen) vorzusehen, um wechselnde Kontakte innerhalb der Betriebsangehörigen bei Fahrten und Arbeitseinsätzen außerhalb der Arbeitsstätte zu reduzieren.

  • Personenkreis, der ein Fahrzeug gemeinsam – gleichzeitig oder nacheinander - benutzt, möglichst beschränken. Die gemeinsame Benützung von Kraftfahrzeugen durch Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ist nur zulässig, wenn in jeder Sitzreihe einschließlich dem Lenker nur zwei Personen befördert werden. Zusätzlich ist eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard zu tragen.
  • Innenräume der Firmenfahrzeuge sind regelmäßig zu reinigen, insbesondere bei Nutzung durch mehrere Personen.
  • Fahrten zur Materialbeschaffung bzw. Auslieferung sind nach Möglichkeit zu reduzieren, Tourenplanungen sind entsprechend zu optimieren. Bei Transport- und Lieferdiensten sind bei der Tourenplanung auch Möglichkeiten zur Nutzung sanitärer Einrichtungen zu berücksichtigen, da wegen der aktuellen Schließung vieler öffentlich zugänglicher Toiletten und Waschräume Handhygiene nur eingeschränkt möglich ist.
  • Zusätzlich sind für diese Tätigkeiten Einrichtungen zur häufigen Handhygiene zu schaffen. Firmenfahrzeuge sind mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln auszurüsten.

Unterweisung der Beschäftigten

Unabhängig davon, welche Schutzmaßnahmen getroffen werden, ist es essentiell, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch entsprechend unterwiesen werden.

Insbesondere in Zusammenhang mit persönlicher Schutzausrüstung und persönlichen Maßnahmen ist eine verständliche, umfassende Unterweisung erforderlich (z.B. richtiges Händewaschen, Verwenden von Desinfektionsmitteln, An- und Ablegen von Masken).

Jährliche Brandalarm- und Räumungsübungen (§ 45 AStV)

Verpflichtende einmal jährliche Brandalarm- und Räumungsübungen können im vorliegenden Ausnahmefall der Infektionsgefahr mit SARS-CoV-2 auf einen oder auch mehrere Teilbereiche einer Arbeitsstätte beschränkt werden, wenn

  • der oder die Bereiche repräsentativ für die Arbeitsstätte sind (z.B. Teil der Verwaltung und Teil der Produktion mit Rückschluss auf die gesamte Arbeitsstätte) und
  • die im vorhergehenden Kalenderjahr erfolgte Brandalarm- und Räumungsübung keine Mängel aufgezeigt hat oder diese Mängel behoben wurden und erforderlichenfalls die Brandalarm- und Räumungsübung wiederholt wurde (siehe § 45 Abs. 5 AStV).

In diesen Fällen muss bei einer Brandalarm- und Räumungsübung nicht die gesamte Arbeitsstätte geräumt werden.

Eine vollständige Brandalarm- und Räumungsübung ist im Folgejahr wieder durchzuführen.

Nähere Informationen enthält der Erlass  Brandalarm und Räumungsübungen.

VGÜ-Untersuchungen

Folgeuntersuchungen oder wiederkehrende Untersuchungen der Hörfähigkeit, die aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie im laufenden Kalenderjahr 2020 nicht zeitgerecht erfolgen können, sind bis spätestens 30.6.2021 nachzuholen (VGÜ-Novelle – BGBl. II Nr. 550/2020). Folgeuntersuchungen oder wiederkehrende Untersuchungen der Hörfähigkeit sind innerhalb dieses Zeitraums ehestmöglich durchzuführen. Die Verlängerung des Zeitabstandes gilt auch bei einer Zusammenführung von Untersuchungszeitpunkten, die denselben Arbeitnehmer / dieselbe  Arbeitnehmerin betreffen.

Untersuchungspflichten bei besonders gefährlicher arbeitsbedingter Exposition (akute Vergiftungsgefahr) sind von der Fristverlängerung ausgenommen (Blei, Quecksilber, Benzol bei bestimmten Arbeiten), ebenso Folgeuntersuchungen mit verkürztem Zeitabstand.

Durchführung von Spirografien und Ergometrien im Rahmen der arbeitnehmerschutzrechtlichen Gesundheitsüberwachung in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie:

Alle Untersuchungen können unter Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen durchgeführt werden:

Bezüglich der Geräte sind die Standardhygienemaßnahmen einzuhalten.
Für den Untersucher / die Untersucherin wird empfohlen eine FFP2- Maske zu tragen. Das ist einerseits für alle Untersuchungen mit höherem Aerosolausstoß geeignet und andererseits kann diese Ausrüstung in den Betrieb mitgenommen werden. Zusätzlich gilt natürlich die Abstandsregel.

Der Proband / die Probandin muss bis zum Test und danach MNS-Maske tragen.

Informationen zu arbeitszeitrechtlichen Vorschriften

Letzte Änderung am: 26.03.2021