Allgemeine Hinweise

Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit Erregern respiratorischer Infektionen sind eine gute Händehygiene, korrekte Hustenetikette, keine Berührungen des eigenen Gesichtes mit möglicherweise kontaminierten Händen und regelmäßiges Lüften von Arbeitsräumen.

Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen gibt es in 17 Sprachen auf der Web-Site des Österreichischen Integrationsfonds.

Aktuelles & COVID-19-Maßnahmenverordnung

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den aktuellen Maßnahmen finden sich hier auf der Website des GesundheitsministeriumsDie gesundheitsrechtliche 2.COVID-19-Maßnahmenverordnung – 2.COVID-19-MV enthält auch allgemeine Regelungen zu Schutzmaßnahmen für Beschäftigte am Ort der beruflichen Tätigkeit vor der Infektionsgefahr mit COVID-19: 

Arbeitsorte dürfen durch 

  • Inhaberinnen bzw. Inhaber, Betreiberinnen bzw. Betreiber und Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer mit unmittelbarem Kundenkontakt,
  • Personen, die im Parteienverkehr in Verwaltungsbehörden und Verwaltungsgerichten tätig sind,

    nur betreten werden, wenn sie bei Kundenkontakt und bei Parteienverkehr in geschlossenen Räumen eine Maske (aktuell FFP2-Maske) tragen, sofern das Infektionsrisiko nicht durch sonstige geeignete Schutzmaßnahmen minimiert wird.
    In öffentlichen Apotheken, im Lebensmitteleinzelhandel, in Banken und der Post („lebensnotwendige“ Bereiche) muss diese Maskenpflicht jedenfalls eingehalten werden. An anderen Arbeitsorten mit Kundenbereichen sind nachweislich geimpfte und genesene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Maskenpflicht befreit.
    ACHTUNG: Strengere Regelungen auf Landesebene sind möglich (z.B. Maskenpflicht im gesamten Handel/Landesrecht Wien)
  • Die genannten Verpflichtungen bestehen auch für das Betreten auswärtiger Arbeitsstellen gemäß § 2 Abs. 3 letzter Satz ASchG (damit sind Hausbesuche von diesen Regelungen erfasst)
  • Die Nachweise für geimpfte, genesene und getestete Personen („3-G-Regel“) unterscheiden sich in ihrem Gültigkeitszeitraum.
    Nähere Informationen zu den Nachweisarten finden Sie auf der Website des Sozialministeriums.
  • Nachweispflicht bei der Arbeit
    • Erbringerinnen bzw. Erbringer mobiler Pflege- und Betreuungsdienstleistungen dürfen Mund-Nasen-Schutz tragen, müssen aber auch über einen Nachweis (3-G-Regel) verfügen. Testnachweise sind in diesem Fall grundsätzlich alle 7 Tage zu erneuern. Sofern die für Testnachweise im Allgemeinen festgelegte Gültigkeitsdauer aber überschritten wird, ist bei Patientenkontakt kein Mund-Nasen-Schutz mehr ausreichend, sondern muss auch eine CPA-Maske oder eine FFP2-Maske getragen werden.
    • Nähere Informationen zur Gültigkeitsdauer der Nachweise finden Sie auf der Website des Sozialministeriums.
    • Die Nachweispflicht  beim Betreten des Arbeitsortes, besteht außerdem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
      • Alten- und Pflegeheimen sowie stationären Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe
      • Krankenanstalten und Kuranstalten und sonstigen Orten, an denen Gesundheitsdienstleistungen erbracht werden.
        Nachweise sind für die jeweilige Gültigkeitsdauer bereit zu halten. In geschlossenen Räumen haben diese Berufsgruppen außerdem zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Testnachweise müssen alle 7 Tage erneuert werden. Sofern ein Nachweis seine Gültigkeitsdauer überschritten hat, muss im Umgang mit Patientinnen und Patienten statt dem Mund-Nasen-Schutz entweder eine CPA-Maske oder FFP2-Maske getragen werden.
  • Näheres zur Maskenpflicht finden Sie hier: Persönliche Schutzmaßnahmen – Allgemein
  • Präventionskonzept

Seit 1. April 2021 haben Betreiberinnen bzw. Betreiber einer Betriebsstätte mit mehr als 51 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern basierend auf einer Risikoanalyse ein dem Stand der Wissenschaft entsprechendes COVID-19-Präventionskonzept zur Minimierung des Infektionsrisikos auszuarbeiten und umzusetzen. Das COVID-19-Präventionskonzept hat insbesondere zu enthalten:

  • spezifische Hygienevorgaben,
  • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion,
  • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen,
  •  gegebenenfalls Regelungen betreffend die Konsumation von Speisen und Getränken,
  •  Regelungen zur Steuerung der Personenströme und Regulierung der Anzahl der Personen
  • Entzerrungsmaßnahmen, wie Absperrungen und Bodenmarkierungen
  • Vorgaben zur Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf Hygienemaßnahmen und die Durchführung eines SARS-CoV-2-Antigentests.

Risikogruppen

Aktuelle Informationen zum Schutz von Risikogruppen finden Sie auf der Homepage des Gesundheitsministeriums. Die österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin veröffentlichte einen Leitfaden  (aktualisierte Version) für den Umgang mit Risikogruppen im betrieblichen arbeitsmedizinischen Setting.

Schutzmaßnahmen im Betrieb 

Räumliche oder arbeitsorganisatorische Maßnahmen, z.B. nur eine gewisse Anzahl von Personen in Geschäfte einlassen um einen ausreichenden Abstand zwischen den einzelnen Personen und dem Personal sicher zu stellen, eventuell sogenannte „Diskretionszonen“ mit ausreichend Abstand am Boden kennzeichnen.

Eine weitere organisatorische Maßnahme zur Minimierung der Ansteckungsgefahr und zur Aufrechterhaltung von Betrieben zur Versorgung der Bevölkerung, wäre ein mehrschichtiger Betrieb.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten wie in der Schichtarbeit in Arbeitsteams eingeteilt werden, und es soll gewährleistet werden, dass ein Arbeitsteam nicht mit einem anderen in Kontakt kommt, auch nicht bei „Schichtwechsel“.  

Sollte in einer Gruppe ein Verdachtsfall auftreten, dann wird die gesamte Gruppe bis zur Klärung der Situation abgezogen, das Geschäft wird desinfiziert und ein anderes Arbeitsteam kann übernehmen.

  • Bauliche Maßnahmen, wie Plexiglasscheiben zwischen Kundinnen und Kunden und dem Verkaufspersonal.
  • Persönliche Schutzausrüstung in Bereichen, wo vermehrt mit infektiösen Personen zu rechnen ist. Hier muss im Betrieb evaluiert werden, ob dies notwendig ist.

Lüftung von Innenräumen

Arbeitsräume regelmäßig mehrmals täglich lüften!

Arbeiten Menschen in schlecht oder nicht belüfteten Büros, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, selbst wenn der Mindestabstand zwischen den Personen eingehalten wird. Regelmäßiger Luftaustausch hilft, die Viruslast zu senken. Wie Büro und andere Innenräume während der Corona-Pandemie richtig und effizient gelüftet werden können, zeigt das neue Fachbereich AKTUELL der DUGUV "SARS-CoV-2: Empfehlungen zum Lüftungsverhalten an Innenraumarbeitsplätzen". 

Beim Lüften unterscheidet man zwischen der natürlichen Lüftung und der mechanischen Lüftung.

Bei der natürlichen Lüftung ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit geöffneten Türen am effektivsten. Das Lüften über gekippte Fenster kann als Ergänzung zur Stoßlüftung sinnvoll sein, um ein zu schnelles, starkes Ansteigen der Virenkonzentration zu vermeiden. Als Faustregel für Büroräume gilt: stündlich über die gesamte Fensterfläche zwischen 3 Minuten (im Winter) und 10 Minuten (im Sommer) lüften; Besprechungs- und Seminarräume sollten in Abhängigkeit von der Rumkubatur und der Anzahl der anwesenden Personen öfter gelüftet werden. 

Online-Lüftungsrechner der DGUV

Zur Unterstützung vor allem kleinerer Betriebe beim Thema "Infektionsschutzgerechtes Lüften" hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) einen Online-Lüftungsrechner veröffentlicht. Mit Hilfe einer Rechenscheibe können die Lüftungsintervalle bestimmt werden.
Zum Online-Lüftungsrechner

Mechanische Lüftung - Raumlufttechnische Anlagen (RLT)
Das Übertragungsrisiko über RLT ist insgesamt als gering einzustufen. Von einer Abschaltung von RLT insbesondere in Räumen, in denen Infizierte behandelt werden oder mit infektiösen Materialien hantiert wird, wird abgeraten, da dies zu einer Erhöhung der Aerosolkonzentration in der Raumluft und damit zur Erhöhung des Infektionsrisikos führen kann.

Empfehlungen für den Betrieb von RLT:

  • RLT-Anlagen mit Außenluft nicht abschalten, die Außenluftvolumenströme nicht reduzieren.
  • Außenluftströme wenn möglich erhöhen.
  • Umluftanteile, soweit in den Anlagen vorhanden, zugunsten der Außenluftanteile soweit wie möglich reduzieren.
  • In Rotationswärmetauschern Kondensation verhindern sowie höherer Druck im Zuluftteil als im Abluftteil.
  • Wärmeübertrager (wie z.B. Plattenwärmetauscher), die eine weitgehend vollständige Trennung zwischen Zu- und Abluft garantieren, sind jedenfalls geeignet.

Vernebelung von Desinfektionsmitteln und anderen Chemikalien in Räumen

Grundsätzlich gilt, dass in Arbeitsräumen und Betriebsräumen ausreichend gesundheitszuträgliche Atemluft vorhanden sein muss. Eine Vernebelung oder Verdampfung von bestimmten Chemikalien zur Desinfektion der Luft oder der Oberflächen in einem Raum führt zu einer Beeinträchtigung der Atemluft. Dadurch kann die Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefährdet werden.

Aus Sicht des Arbeitnehmerschutzes sind solche Verfahren zur Raumluftdesinfektion für Räume, in denen sich Beschäftigte aufhalten, nicht geeignet.

Ausführliche Informationen sowie den Erlass zum Einsatz von Luftreinigern finden Sie hier.

Weiterführende Informationen:

Arbeitskreis Innenraumluft

Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin

Österreichischer Biozid-Helpdesk

Weitere organisatorische Maßnahmen

  • Waschgelegenheiten nur mit fließendem, warmem Wasser, Seifenspender, Einweghandtücher, Desinfektionsmittel und Hautpflegemittel.
  • Türgriffe, Liftknöpfe, Treppengeländer, Kaffeemaschinen, und andere Objekte, die oft von mehreren Personen angefasst werden regelmäßig reinigen.
    (Möglicherweise ist es notwendig, die Ressourcen für die Reinigung zu erhöhen oder ihre Arbeit neu zu organisieren, um die Reinigungstätigkeiten zu priorisieren.)
  • In Pausenbereichen und Pausenräumen, bei Tischplatten, Stühlen, Oberflächen von Koch- und Kühleinrichtungen auf Sauberkeit achten und regelmäßig desinfizieren.
  • Regelmäßige Reinigung und Desinfektion der sanitären Einrichtungen.
  • Zeitliche Staffelung der Arbeitspausen z.B. für die Einnahme des Mittagessens, um den nötigen Abstand zwischen den Personen wahren zu können.
  • Zeitliche Staffelung des Arbeitsbeginns, um den nötigen Abstand zwischen den Personen in Umkleidebereichen wahren zu können.

Arbeitsplatzgestaltung

  • Trennen von Arbeitsbereichen in den Arbeitsräumen bzw. „auseinanderrücken“ der Arbeitsplätze, allenfalls Trennwände vorsehen.
  • Zeitliche Staffelung der Arbeiten – Arbeiten gleichzeitig nur sofern technisch erforderlich.
  • Arbeitsverfahren anwenden, die durch eine Arbeitnehmerin/einen Arbeitnehmer alleine durchgeführt werden können.
  • Werkzeuge und Arbeitsmittel sind nach Möglichkeit personenbezogen zu verwenden. Wo das nicht möglich ist, ist eine regelmäßige Reinigung insbesondere vor der Übergabe an andere Personen vorzusehen. Andernfalls sind bei der Verwendung der Werkzeuge geeignete Schutzhandschuhe zu verwenden, sofern hierdurch nicht zusätzliche Gefahren (z.B. Erfassung durch rotierende Teile) entstehen.
  • Ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung.

Besprechungen, Sitzungen

  • Besprechungen und Sitzungen wenn möglich vermeiden oder mittels Videokonferenz abwickeln.
  • Wenn wirklich unbedingt erforderlich, dann unter Einhaltung des Schutzabstandes, was notwendigerweise dazu führt, dass die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reduziert werden muss.
  • Auf gute Lüftung des Besprechungsraumes achten, wenn möglich alle 30 Minuten lüften.

Telearbeit, Homeoffice

Allgemeine Informationen zur Telearbeit und zu Homeoffice finden Sie hier.

Auswärtige Arbeitsstellen

  • Auf auswärtigen Arbeitsstellen sind die generellen Maßnahmen für Orte der beruflichen Tätigkeit einzuhalten (vgl. dazu oben, insbesondere Ausführungen betreffend Erbringerinnen bzw. Erbringer mobiler Pflege- und Betreuungsdienstleistungen)

Unterweisung der Beschäftigten

Unabhängig davon, welche Schutzmaßnahmen getroffen werden, ist es essentiell, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch entsprechend unterwiesen werden.

Insbesondere in Zusammenhang mit persönlicher Schutzausrüstung und persönlichen Maßnahmen ist eine verständliche, umfassende Unterweisung erforderlich (z.B. richtiges Händewaschen, Verwenden von Desinfektionsmitteln, An- und Ablegen von Masken).

Jährliche Brandalarm- und Räumungsübungen (§ 45 AStV)

Verpflichtende einmal jährliche Brandalarm- und Räumungsübungen können im vorliegenden Ausnahmefall der Infektionsgefahr mit SARS-CoV-2 auf einen oder auch mehrere Teilbereiche einer Arbeitsstätte beschränkt werden, wenn

  • der oder die Bereiche repräsentativ für die Arbeitsstätte sind (z.B. Teil der Verwaltung und Teil der Produktion mit Rückschluss auf die gesamte Arbeitsstätte) und
  • die im vorhergehenden Kalenderjahr erfolgte Brandalarm- und Räumungsübung keine Mängel aufgezeigt hat oder diese Mängel behoben wurden und erforderlichenfalls die Brandalarm- und Räumungsübung wiederholt wurde (siehe § 45 Abs. 5 AStV).

In diesen Fällen muss bei einer Brandalarm- und Räumungsübung nicht die gesamte Arbeitsstätte geräumt werden.

Eine vollständige Brandalarm- und Räumungsübung ist im Folgejahr wieder durchzuführen.

Nähere Informationen enthält der Erlass  Brandalarm und Räumungsübungen.

VGÜ-Untersuchungen

Folgeuntersuchungen oder wiederkehrende Untersuchungen der Hörfähigkeit, die aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie im laufenden Kalenderjahr 2020 nicht zeitgerecht erfolgen können, sind bis spätestens 30.6.2021 nachzuholen (VGÜ-Novelle – BGBl. II Nr. 550/2020). Folgeuntersuchungen oder wiederkehrende Untersuchungen der Hörfähigkeit sind innerhalb dieses Zeitraums ehestmöglich durchzuführen. Die Verlängerung des Zeitabstandes gilt auch bei einer Zusammenführung von Untersuchungszeitpunkten, die denselben Arbeitnehmer / dieselbe  Arbeitnehmerin betreffen.

Untersuchungspflichten bei besonders gefährlicher arbeitsbedingter Exposition (akute Vergiftungsgefahr) sind von der Fristverlängerung ausgenommen (Blei, Quecksilber, Benzol bei bestimmten Arbeiten), ebenso Folgeuntersuchungen mit verkürztem Zeitabstand.

Durchführung von Spirografien und Ergometrien im Rahmen der arbeitnehmerschutzrechtlichen Gesundheitsüberwachung in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie:

Alle Untersuchungen können unter Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen durchgeführt werden:

Bezüglich der Geräte sind die Standardhygienemaßnahmen einzuhalten.
Für den Untersucher / die Untersucherin wird empfohlen eine FFP2- Maske zu tragen. Das ist einerseits für alle Untersuchungen mit höherem Aerosolausstoß geeignet und andererseits kann diese Ausrüstung in den Betrieb mitgenommen werden. Zusätzlich gilt natürlich die Abstandsregel.

Der Proband / die Probandin muss bis zum Test und danach MNS-Maske tragen.

Informationen zu arbeitszeitrechtlichen Vorschriften

Letzte Änderung am: 17.09.2021