Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Koordination/Überlassung

Koordination

Werden ArbeitnehmerInnen (AN) mehrerer ArbeitgeberInnen (AG) in einer Arbeitsstätte oder auf einer Baustelle beschäftigt, müssen die AG bei der Durchführung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenarbeiten (Koordination).

Insbesondere haben sie die

  • Tätigkeiten auf dem Gebiet der Gefahrenverhütung zu koordinieren und
  • einander, AN und Belegschaftsorgane über Gefahren zu informieren.

Die für die Arbeitsstätte verantwortlichen AG haben bzgl. der betriebsfremden AN

  • erforderlichenfalls für deren Information der über die in der Arbeitsstätte bestehenden Gefahren und für deren entsprechende Unterweisung zu sorgen,
  • die erforderlichen Schutzmaßnahmen wegen Gefahren in der Arbeitsstätte im Einvernehmen mit deren AG festzulegen
  • deren AG im erforderlichen Ausmaß Zugang zu den Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumenten zu gewähren und
    für die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen zu sorgen.

Folder: Koordination der ArbeitgeberInnen bei der Durchführung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes (pdf-53 kB)

Die Koordination auf Baustellen ist im Bauarbeitenkoordinationsgesetz geregelt

§ 8 Arbeit­nehmerInnen­schutz­gesetz

Überlassung

Eine Überlassung im Sinne des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) liegt vor, wenn AN Dritten zur Verfügung gestellt werden, um für sie und unter deren Kontrolle zu arbeiten.

ÜberlasserInnen sind jene AG, die AN zur Arbeitsleistung an Dritte verpflichten. BeschäftigerInnen sind jene AG, die diese AN zur Arbeitsleistung einsetzen. BeschäftigerInnen gelten für die Zeit der Überlassung als AG im Sinne des ASchG und es treffen sie daher auch alle Aufgaben der AG nach dem ASchG.

In Zusammenhang mit einer Überlassung von Arbeitskräften (z.B. Personal-Leasing) sind ergänzend spezielle Verpflichtungen für BeschäftigerInnen, aber auch für ÜberlasserInnen, vorgesehen.

So haben BeschäftigerInnen vor der Überlassung sowie vor jeder Änderung der Verwendung von überlassenen ArbeitnehmerInnen

  • die ÜberlasserInnen über erforderliche Eignung, erforderliche Fachkenntnisse und notwendige gesundheitliche Eignung sowie über die besonderen Merkmale des zu besetzenden Arbeitsplatzes nachweislich schriftlich zu informieren,
  • den ÜberlasserInnen die für den zu besetzenden Arbeitsplatz oder die vorgesehene Tätigkeit relevanten Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente nachweislich zu übermitteln und sie von jeder Änderung in Kenntnis zu setzen,
  • sich nachweislich zu überzeugen, ob Eignungs- und Folgeuntersuchungen durchgeführt wurden, und die gesundheitliche Eignung gegeben ist.

ÜberlasserInnen haben

  • die AN vor einer Überlassung sowie vor jeder Änderung ihrer Verwendung
    • über die Gefahren, denen sie auf dem zu besetzenden Arbeitsplatz ausgesetzt sein können,
    • über die für den Arbeitsplatz oder die Tätigkeit erforderliche Eignung,
    • die erforderlichen Fachkenntnisse sowie über die Notwendigkeit von Eignungs- und Folgeuntersuchungen nachweislich schriftlich zu informieren.
  • die Pflichten bzgl. der Aufzeichnungen bei Eignungs- und Folgeuntersuchung (siehe § 57 Abs. 1 und § 58 Abs. 4 bis 7 ASchG) zu erfüllen (BeschäftigerInnen haben diesbezüglich die erforderlichen Informationen und Unterlagen zur Verfügung zu stellen).


§ 9 Arbeit­nehmerInnen­schutz­gesetz
§ 6 des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes

Arbeitskräfteüberlassung und Arbeitnehmerschutz

Grenzüberschreitende Entsendungen oder Überlassungen in der EU

Letzte Änderung am: 22.06.2016