Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Evaluierung - Allgemeines

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Präventiver Arbeitsschutz setzt die Kenntnis der Gefährdungen voraus, denen die ArbeitnehmerInnen (AN) bei ihrer Tätigkeit ausgesetzt sind.

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und eine Reihe anderer Gesetze verpflichten daher ArbeitgeberInnen, die für die Sicherheit und Gesundheit der AN bestehenden Gefahren zu ermitteln und zu beurteilen und auf dieser Grundlage Maßnahmen zur Gefahren- Verhütung festzulegen.

Dieser, in Österreich pauschal als "Evaluierung" bezeichnete Prozess ist umfassend zu gestalten, d.h. es sind

  • alle Arbeitsplätze und Arbeitsvorgänge zu erfassen,
  • Wartungs- und Reparaturarbeiten, Störungsbehebung,
  • Not- und Rettungsmaßnahmen,
  • und nicht zuletzt die AN als konkrete Personen zu berücksichtigen (insbes. Jugendliche, Ältere, Schwangere, Invalide, Konstitution, Qualifikation).

Haben sich die Voraussetzungen, unter denen die Evaluierung durchführt worden ist, geändert (z. B. Einführung neuer Arbeitsverfahren, Arbeitsstoffe usw.), ist ein Unfall geschehen oder besteht der Verdacht auf arbeitsbedingte Erkrankungen, so ist die Evaluierung zu überprüfen und, wenn erforderlich, anzupassen.

Die Ergebnisse der Evaluierung und die daraus resultierenden Maßnahmen zur Gefahrenverhütung sind im Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument (SGD) festzuhalten.

Gesetzliche Bestimmungen zur Evaluierung

ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG, BGBl. 450/1994):

§ 4 (Gefahrenermittlung und Maßnahmenfestlegung),
§ 5 (Dokumentation),
§ 7 (Grundsätze der Gefahrenverhütung),
§ 11 (Beteiligung der Sicherheitsvertrauenspersonen),
§ 41 (Arbeitsstoffe),
§ 64 (Handhabung von Lasten),
§ 65 (Lärm),
§ 68 (Bildschirmarbeit).


Mutterschutzgesetz (MSchG, BGBl. 221/1997):

§ 2a und § 2b (Gefahrenermittlung und Maßnahmenfestlegung)

Bundesgesetz über die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen (KJBG, BGBl. 599/1987):

§ 23 (Gefahrenermittlung und Maßnahmenfestlegung),
§ 25 (Jugendlichenuntersuchungen auf Grund der Evaluierungsergebnisse).

Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V, BGBl. II Nr.124/1998):

§ 8 (Feststellung, ob Bildschirmarbeit)

Arbeitsmittelverordnung (AM-VO, BGBl. II Nr. 164/2000):

§ 3 (im Anlassfall Überprüfung der vom Arbeitsmittel ausgehenden Gefahr, Maßnahmenfestlegung und Dokumentation)


Verordnung persönliche Schutzausrüstung (PSA-V, BGBL. II Nr. 77/2014):

§§ 4, 5 und 6 Arbeitsplatzevaluierung, Bewertung und Auswahl von PSA

Verordnung biologische Arbeitsstoffe (VbA, BGBl. II Nr. 237/1998):

§ 3 (Evaluierung bei beabsichtigter Verwendung),
§ 4 (Evaluierung bei unbeabsichtigter Verwendung).

Verordnung explosionsfähige Atmosphären (VEXAT, BGBl. II Nr. 309/2004):

§ 4 (Ermittlung und Beurteilung der Explosionsgefahren),
§ 5 (Explosionsschutzdokument).

Optische Strahlung

Für natürliche optische Strahlung: Leitfaden - Gefahrenevaluierung für natürliche optische Strahlung

Tagbauarbeitenverordnung

§ 4 Arbeiten mit besonderen Gefahren, Arbeitsfreigabe
§ 7 Abs. 2 bis 5 – Verkehrswege
§ 8 Ermittlung und Beurteilung von Gefahren, Festlegung von Maßnahmen
§ 9 Tagbauzuschnittsparameter
§ 10 Tagbauspezifische Gefahrenbereiche
§ 12 Etagen, Arbeitsetagen
§ 14 Einsatz von Arbeitsmitteln in tagbauspezifischen Gefahrenbereichen

Psychische Belastungen

Merkblatt Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG)

Leitfaden der Arbeitsinspektion zur Bewertung der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastungen bei der Kontroll- und Beratungstätigkeit

Letzte Änderung am: 29.01.2016