Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Erfolgsgeschichten der Arbeitsinspektion

Die Tätigkeit der Arbeitsinspektorate ist derzeit in aller Munde. Allerdings wird sie mitunter nur als angeblich "schikanöses" Beharren auf (vermeintlich) sinnlosen Vorschriften wahrgenommen. Doch was machen die ArbeitsinspektorInnen eigentlich wirklich – und was bewirken sie mit ihrer Arbeit? In dieser Rubrik wollen wir Ihnen wahre Geschichten aus dem Alltag der Arbeitsinspektorate erzählen. Im Mittelpunkt sollen nicht Zahlen und Fakten oder Vorschriften stehen, sondern was in konkreten Situationen für die ArbeitnehmerInnen erreicht werden konnte – und das bei oft nur geringem Aufwand für die ArbeitgeberInnen.

Mai 2017 – Faire Erfassung der Arbeitszeiten

Fall 1

Die Arbeitsinspektion stellte in einem Betrieb fest, dass die Arbeitszeiten so erfasst wurden, dass sie – stets zu Ungunsten der ArbeitnehmerInnen – auf- bzw. abgerundet wurden. Obwohl sich die Arbeitgeberin dadurch oft gar nicht viel „ersparte“, führte diese Vorgangsweise zu erheblicher Unzufriedenheit unter den ArbeitnehmerInnen.

Die Arbeitsinspektion konnte durch ihre beratende Tätigkeit erreichen, dass diese Praxis abgestellt wurde. Nunmehr werden die Arbeitszeiten korrekt erfasst, wodurch sich auch das Arbeitsklima im Betrieb deutlich verbessert hat.

Fall 2

Beim Betriebsbesuch eines Wohnhauses für Menschen mit besonderen Bedürfnissen wurde festgestellt, dass die Nachtdienststunden zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr nicht als Arbeitszeiten aufgezeichnet wurden und auch nicht als Arbeitszeiten gerechnet wurden; mit dem Argument, dass diese Zeiten Bereitschaftszeiten seien und nicht voll bezahlt wurden. Nach der Aufforderung den gesetzlichen Zustand herzustellen hat der Betrieb gemeldet, dass nunmehr die Zeiten der Nachtbereitschaft als Arbeitszeit gerechnet würden. Ca. 5 Jahre später lernte ich eine Mitarbeiterin im privaten Rahmen (wieder) kennen. Sie sagte zu mir: "Ich weiß genau wer du bist; wegen dir haben wir Gott sei Dank – damals zwei Mitarbeiterinnen mehr bekommen. – DANKE" Und das bei einem MitarbeiterInnenstand von um die 6 Personen.

April 2017 – Weniger ist oft mehr!

Ein Anruf genügt – und manchmal kann das Leben von ArbeitnehmerInnen leichter gemacht werden. Wie konkret kann man sich das vorstellen? Eine Firma wollte allen ihren Reinigungskräften Sicherheitsdatenblätter zu allen Reinigungsmitteln mit auf den Weg geben – schließlich gehören ArbeitnehmerInnen doch über die Gefahren von Arbeitsstoffen informiert. In einem klärenden Gespräch mit dem Arbeitsinspektorat kam der Aha-Effekt: es war nicht gefordert, dass alle ArbeitnehmerInnen möglichst viel Informationen erhalten, sondern dass Informationen möglichst verständlich sind und dass grundlegende Gefahren und – ebenso wichtig – die Möglichkeit sich davor zu schützen, kommuniziert werden.

Das Ergebnis dieses Informationsgesprächs ist beeindruckend: es konnten auf einer A4-Seite mit Bildern und etwas Text alle Gefahren und alle Schutzmaßnahmen (Tragen von Handschuhen, Verwendung von und Umgang mit Reinigungsmitteln, aber auch ergonomische Fragen) übersichtlich und gut verständlich dargestellt werden. Ebenso wurden im Zuge der Arbeitsstoffevaluierung viele Reinigungsmittel durch weniger gefährliche ersetzt. Was haben nun die ArbeitnehmerInnen davon? Nicht nur verwenden sie weniger gefährliche Arbeitsstoffe, sondern es genügt ein A4-Zettel für ihre schriftliche Arbeitsanweisung – anstelle möglicherweise einen dicken Ordner mit Sicherheitsdatenblättern mitnehmen zu müssen, wie der Arbeitgeber es ursprünglich wollte.

Letzte Änderung am: 28.04.2017

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