Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Alternsgerechte Arbeitsgestaltung

Die Arbeit sollte dem Prozess des Alterns entsprechend gestaltet werden. Der Prozess des Alterns setzt bereits in der Jugend an, deshalb soll eine "alternsgerechte Arbeitsgestaltung" schon bei jungen ArbeitnehmerInnen beginnen.

Vom Sozialministerium wurde in Kooperation mit den Sozialpartnern (AKÖ, WKÖ, ÖGB, IV), der AUVA und der Österreichischen Ärztekammer das Merkblatt Alternsgerechte Arbeitsgestaltung erarbeitet und nun auch in englisch Ageing-appropriate work design veröffentlicht.

Hier finden sie zusätzliche Checklisten und Informationen für die Berücksichtigung des Alters bei der Arbeitsplatzevaluierung.

Der Folder der Arbeitsinspektion Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung - Mit Arbeit gesund älter werden! - informiert ebenfalls über den Weg zur Umsetzung der Gefahrenbeurteilung.

 

Was kann in den Betrieben getan werden?

Für die Förderung und den Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten sind vier wesentliche Säulen von Bedeutung.

  • Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen:
    Gefahrenverhütung, Ergonomie, Arbeitszeit, Arbeitshygiene, Arbeitsklima
  • Alter(n)sgerechte Prävention:
    Arbeitsplatzgestaltung, technische und organisa­torische Maßnahmen, arbeitsmedizinische Sonderprogramme
  • Gesunde Arbeitsorganisation:
    Führungsqualität, Teamgeist, Leitbilder und Werte, Wissensmanagement, altersverträgliche humane Gruppenarbeit und Pausenorganisation
  • Gesundheit und Kompetenz des Individuums fördern

Im Alter zunehmende Fähigkeiten wie
  • Erfahrungswissen
  • Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit bei komplexeren Zusam­menhängen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Gesprächsführung
  • Zuverlässigkeit
  • kritisches Denken
  • Verantwortungsgefühl
  • Stabilität
  • innere Sicherheit
  • Arbeitsbewusstsein
  • Loyalität zum Betrieb
  • Motivation
  • Verständnis
  • "Weisheit"

sollen positiv bewertet werden.

Im Alter abnehmende Fähigkeiten, wie

  • körperliche Leistungsfähigkeit,
  • Merkfähigkeit
  • Umstellungsfähigkeit
  • Veränderungs­willen

können einerseits durch neue Technologien und ergonomische Hilfsmittel, andererseits durch Teams aus Jung und Alt kompensiert werden.

Was ist bei der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen?

  • Erleichterung der physischen Arbeit durch Einsatz technischer Hilfsmittel
  • Organisation der Arbeit nach individuellen Ressourcen
  • Keine Altersgrenzen für interne Karrieren, Weiterqualifizierung und Kompetenzerweiterung, alternsgerechte Didaktik
  • ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, zum Beispiel Anpassung des Arbeitsplatzes an den individuellen Aktionsradius, doppelte Beleuchtungsstärke entsprechend der Ö-Norm EN 12464
  • Reduktion der Kälte- und Hitzearbeitsplätze, Hebehilfen und Reduktion von Zwangshaltungen
  • Exposition gegenüber gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen verringern
  • altersgerechte Schichtpläne, Arbeitszeit- und Pausengestaltung
  • "Bunte Generationen-Mischung" im Team
  • effiziente Erholungsmöglichkeiten durch Kurzpausen
  • Förderung eines Klimas der Anerkennung und Wertschätzung verschiedener Altersgruppen
  • Informationsaustausch zwischen den Generationen
  • Bewusstseinsbildung bei Führungskräften

Für die Durchführung einer Altersstrukturanalyse im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsplatzevaluierung) gem. § 4 ASchG hat die Arbeitsinspektion ein Erhebungstool entwickelt. Dieses und der Folder Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung - Mit Arbeit gesund älter werden! steht den Betrieben zur Verfügung.

Weitergehende Informationen

  • aktuelle, sehr umfassende Informationen zum Präventionsschwerpunkt 2016/17 der AUVA
  • Arbeit & Alter - altersgerechte Arbeitsorganisation - umfangreiche Informationen auf der gemeinsamen Webseite der Sozialpartner, enthält Beschreibungen betrieblicher Umsetzungsbeispiele und Erfahrungen aus der Praxis sowie Tipps und Lösungen
  • das Projekt fit2work unterstützt Personen und Betriebe bei der (Wieder-)Eingliederung von Menschen mit Erkrankungen. Die Finanzierung erfolgt mit Mitteln des Arbeitsmarktservice (AMS), der Gebietskrankenkassen (GKK), der Pensionsversicherung (PV), der Allg. Unfallversicherungsanstalt (AUVA), des Sozialministeriumservice.
  • das Gütesiegel Nestor Gold des Sozialministeriums für Unternehmen und Organisationen, die die Potentiale und Bedürfnisse ihrer älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Dialog zwischen den Generationen fördern und sich einem speziellen Zertifizierungsprozess unterziehen
  • das WAI-Netzwerk Austria - eine Plattform für den Dialog rund um das Thema Erhalt und Förderung der Arbeitsfähigkeit zwischen ExpertInnen und AnwenderInnen.
  • SAFE - die österreichische Plattform für den Erhalt des Arbeitsvermögens und mehr Lebensqualität im Beruf
  • das deutsche Netzwerk zur Anwendung des Arbeitsfähigkeitsindex
  • PFIFF - weiter denken! Ein Programm zur Förderung und zum Erhalt Intellektueller Fähigkeiten für ältere ArbeitnehmerInnen in Deutschland
  • Informationen zum Madrider Internationalen Aktionsplan zum Altern (MIPAA) und der UNECE-Implementierungsstrategie (RIS)
  • Von der European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions in Dublin wurde eine Datenbank zum Thema "alternde Belegschaft" eingerichtet.
    In dieser Datenbank sind Best-Practice-Modelle im Bereich Arbeit und Alter aus unterschiedlichen Ländern und Branchen erfasst. Es werden unterschiedliche Themenfelder wie beispielsweise Rekrutierung, Training, Personalentwicklung, flexibles Arbeiten, Gesundheit, Ergonomie im Hinblick auf eine alternsgerechte Arbeitswelt auf betrieblicher Ebene in diesen Fallstudien behandelt und detailliert beschrieben.
Letzte Änderung am: 07.12.2016

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