Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Optische Strahlung

Was ist optische Strahlung?

Die optische Strahlung umfasst die Infrarotstrahlung (IR), das für den Menschen sichtbare Licht (VIS) und die ultraviolette Strahlung (UV). Sie ist Teil des elektromagnetischen Spektrums im Wellenlängenbereich von 100 nm bis 1 mm, das insbesondere für Augen und Haut eine Gefahr darstellen kann. Optische Strahlung wird als nicht-ionisierend bezeichnet, da die Energie nicht ausreicht, um Atome im Gewebe zu ionisieren. Auf Grund unterschiedlicher biologischer Wirkung, werden die einzelnen Wellenlängenbereiche nochmals wie folgt unterteilt.

  • UV-C: Wellenlängenbereich λ = 100 nm – 280 nm 
  • UV-B: Wellenlängenbereich λ = 280 nm – 315 nm 
  • UV-A: Wellenlängenbereich λ = 315 nm – 400 nm 
  • VIS: Sichtbares Licht - Wellenlängenbereich λ = 400 nm – 780 nm 
  • IR-A: Wellenlängenbereich λ = 780 nm – 1400 nm 
  • IR-B: Wellenlängenbereich λ = 1400 nm – 3000 nm 
  • IR-C: Wellenlängenbereich λ = 3000 nm – 1 mm

Weiters unterscheidet man inkohärente optische Strahlung, die künstlich von Lampen und Lampensystemen sowie natürlich von der Sonne emittiert wird von kohärenter optischer Strahlung, die von Lasersystemen emittiert wird. 
Laser ist die Abkürzung für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation" (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung).

Gefahren durch optische Strahlung

Biologische Gefahren (direkte Wirkung)

Optische Strahlung hat Eindringtiefen in Haut und Auge, die von der Wellenlänge abhängig sind. In Verbindung mit der Absorption im jeweiligen Gewebe kann dies zu Gefahren führen. D.h. in Abhängigkeit des jeweiligen Wellenlängenbereichs kann die direkte Einwirkung von optischer Strahlung (direkter oder reflektierter Strahl) zu folgenden Schädigungen beim Menschen führen:

  • UV-C, UV-B: Schwächung des Immunsystems, kann DNA schädigen
    Haut: frühzeitige Alterung, Hautkrebs, UV-Erythem (UV-C: z.B. beim Schweißen, UV-B: z.B. Sonnenbrand)
    Auge: Horn- und Bindehautentzündung, UV-B zusätzlich: grauer Star
  • UV-A: Schwächung des Immunsystems, kann freie Radikale erzeugen
    Haut: frühzeitige Alterung, Hautkrebs, UV-Erythem (z.B. Sonnenbrand)
    Auge: Grauer Star, Netzhautschädigung (nicht ganz auszuschließen)
  • sichtbares Licht: Haut: Verbrennungen; Auge: Blendung, Blaulichtgefahr, Netzhautschädigung
  • IR-A: Haut: Verbrennungen; Auge: Netzhautschäden
  • IR-B: Haut: Verbrennungen; Auge: Grauer Star
  • IR-C: Haut: Verbrennungen; Auge: Grauer Star

Indirekte Gefahren

Von indirekten Gefahren spricht man, wenn durch die Wechselwirkung von optischer Strahlung mit der Umgebung Gefahren für den Menschen auftreten. Dies kann beispielsweise Brand- oder Explosionsgefahr sein, indem direkte Strahlung auf ein brennbares Material oder auf eine explosionsfähige Atmosphäre einwirkt. Weiters kann die Gefahr aus der Quelle selbst kommen, z.B. aus der Art der Anwendung beim Schneiden und Schweißen entsprechender Materialien.

  • Ozon: Entsteht bei Einwirkung bestimmter UV-C-Strahlung auf Luft. Bei Einwirkung von solarem UV-A und UV-B auf "verschmutzte" Luft kann bodennahes Ozon entstehen.
  • Phosgen: Entsteht bei Einwirkung von UV-C-Strahlung auf chlorierte Lösungs- oder Reinigungsmittel.
  • Dämpfe: Entstehen bei Trocknungsprozessen mittels UV-A-Strahlung (z.B. Aushärtung).

Indirekte Gefahren bei Lasern

  • Rauche und Stäube: Können lungengängige Schwebstoffe beinhalten. Ob sie krebserregend, lungenbelastend oder toxisch wirken, hängt vom bearbeiteten Material ab (auf Unterschreitung der MAK achten).
  • Begleitstrahlung:
    Röntgenstrahlung: Entsteht durch Wechselwirkung mit extremer Pulsleistung mit Schwermetallen.
    UV-Strahlung: Entsteht in laserinduziertem Plasma (bei Laserschweißen im Schweißplasma) und kann stark genug sein, um das Auge zu schädigen.
  • Brand- und Explosionsgefahr: Bei leistungsstarken Lasern der Klasse 3B und 4 besteht Brandgefahr durch entflammbares Material im Strahlführungssystem, an der Bearbeitungsstelle und in der Umgebung, in sauerstoffangereicherter Umgebung erhöht; bei explosionsfähiger Atmosphäre ist Vorsicht geboten, da bei einer relativ geringen Leistung von über 35 mW (bei entsprechender Leistungsdichte) eine Zündung erfolgen kann; bei Hochleistungslasern kann die Strahlung in Lösungsmitteldämpfen, Rauch und entflammbaren Gasen als Zündquelle dienen, was Explosionen zur Folge haben kann.

Praxis der Gefahrenermittlung und -beurteilung von künstlicher optischer Strahlung

Kann auf Grund nachfolgender Beurteilungen die Überschreitung von Expositionsgrenzwerten nicht ausgeschlossen werden, werden Verpflichtungen nach § 3 Abs. 2 VOPST ausgelöst.

Lampen oder Lampensysteme (inkohärente Strahlung)

Die biologischen Gefahren von Lampen oder Lampensystemen können im Allgemeinen über deren Risikogruppen (RG) nach Stand der Technik oder anderen geeigneten Angaben über mögliche Gefahren, die von HerstellerInnen oder InverkehrbringerInnen anzugeben sind (erforderlichenfalls Klärung mit HerstellerInnen oder InverkehrbringerInnen), ermittelt und beurteilt werden.

Allgemeingebrauchslampen

sind Lampen, die dafür gedacht sind, Orte zu beleuchten, an denen sich Leute aufhalten oder die von Leuten betrachtet werden, z.B. Lampen zur Beleuchtung von Büros, Schulen, Fabriken, Straßen. Sie stellen im Allgemeinen bei bestimmungsgemäßer Verwendung keine Gefahr dar hinsichtlich ihres sichtbaren und Infrarot-Strahlungsanteils. Weisen sie einen UV-Strahlungsanteil auf, kann eine Gefahr nicht generell ausgeschlossen werden. In diesem Fall ist eine Klärung erforderlich, z.B. mit HerstellerInnen.

Arbeiten unter Verwendung von Lampen der RG 3 oder vergleichbarer Intensität ist für Jugendliche verboten. Davon ausgenommen sind Jugendliche in Ausbildung unter Aufsicht nach 18 Monaten.

Laser (kohärente Strahlung)

Die biologischen Gefahren von Lasern können über deren Klassifizierung nach dem Stand der Technik ermittelt und beurteilt werden.

Die Verwendung von Laser der Klassen 3R, 3B und 4 ist für Jugendliche verboten. Davon ausgenommen sind Jugendliche in Ausbildung unter Aufsicht nach 18 Monaten.

Übersicht zur Gefahrenermittlung und -beurteilung, Leitfäden

Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitskleidung bei künstlicher optischer Strahlung

In Bereichen, in denen die Expositionsgrenzwerte für optische Strahlung überschritten werden können, sind je nach Gefahr für Augen oder Haut Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung (Schutzbrillen, Schweißerschirm) den ArbeitnehmerInnen zur Verfügung zu stellen und von diesen zu benutzen.

Praxis der Gefahrenermittlung und -beurteilung von natürlicher optischer Strahlung

Der Bereich natürlicher optischer Strahlung reicht von Infrarot- oder Wärmestrahlung, sichtbarem Licht bis zur Ultraviolettstrahlung. Natürliche optische Strahlung, die von der Sonne emittiert wird, bezeichnet man auch als solare Strahlung.

Gefahren durch solare Strahlung

Betreffend solare IR-Strahlung, die zur Hitzebelastung beiträgt, wird auf das Merkblatt der Arbeitsinspektion „Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung bei hohen Temperaturen" verwiesen.

Sichtbares Licht der Sonne trägt zur Hitzebelastung bei und kann insbesondere bei Vorliegen von Reflexionen eine Belastung oder Gefahr durch Blendung darstellen (siehe Abschnitt "Persönliche Schutzausrüstung").

Die größte Gefahr, die von solarer Strahlung ausgeht, betrifft die UV-Strahlung. Da das solare UV-C in sonnennahen Schichten der Atmosphäre absorbiert wird (Ozonschicht), setzt sich natürliche UV-Strahlung aus Anteilen von UV-A und UV-B zusammen.

Indirekte Gefahren auf Grund solarer UV-Einwirkung entstehen durch die vorzeitige Alterung von Kunststoffen und Bildung von bodennahem Ozon.

Beurteilung von solarer UV-Strahlung

Möglichkeiten der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren:

  • Mittels UV-Index (http://www.uv-index.at/). Je nach Hauttyp ist eine Bereitstellung von PSA ab UV-Index 3 bis 4 von der WHO (World Health Organisation, UV index) empfohlen und jedenfalls ab einen UV-Index von 5 ab einer Aufenthaltsdauer von insgesamt mehr als 20 bis 30 min notwendig.
  • Alternativ kann auch die sogenannte Schattenregel angewendet werden. Sie besagt, dass zu Tageszeiten, an denen der Körperschatten kleiner als die Körpergröße ist, PSA bereit zu stellen ist. Für Höhenlagen gilt, dass je zusätzliche 1000 m Seehöhe, die UV-Belastung um ca. 20 % steigt, was entsprechend zu berücksichtigen ist.
  • Eine relativ einfache aber grobe Methode besteht darin für bestimmte Jahres- und Tageszeiten, bei denen bekannterweise ein UV-Index von 4 bis 5 überschritten werden kann, PSA zur Verfügung zu stellen. Dies ist von April bis September mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) in der Zeit von ca. 11.00 bis 15.00 Uhr in Bereichen bis maximal 1000 m Seehöhe der Fall.

Verstärkungen der UV-Belastung müssen, Abschwächungen können berücksichtigt werden.

Eine detaillierte Übersicht zur Gefahrenermittlung und -beurteilung solarer UV-Strahlung bietet der Leitfaden natürliche optische Strahlung - UV-Strahlung im Freien (pdf-315 kB).

Zu diesem Leitfaden ist der Folder Gefährdung durch Sonneneinstrahlung (pdf-1408 kB) verfügbar.

Persönliche Schutzausrüstung

Für den UV-Schutz von nicht durch Kleidung bedeckte Teile der Haut sind den ArbeitnehmerInnen UV-Sonnenschutzmittel mit geeignetem Lichtschutzfaktor zur Verfügung zu stellen. Der erforderliche Lichtschutzfaktor richtet sich im Wesentlichen nach dem Hauttyp und der Verweildauer in der Sonne.

Zum Schutz der Augen sind den ArbeitnehmerInnen geeignete Schutzbrillen mit UV-Filterwirkung und Tönung gegen Blendung durch sichtbares Licht zur Verfügung zu stellen.

Die Verordnung optischer Strahlung - VOPST

Aktuelle Fassung der Verordnung optische Strahlung – VOPST (mit Anhängen)

Die VOPST gilt in Arbeitsstätten, auf Baustellen und auf auswärtigen Arbeitsstellen. Die VOPST regelt im Detail künstliche optische Strahlung. Für optische Strahlung natürlichen Ursprungs verweist die VOPST auf Paragraphen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetztes, die anzuwenden sind.

Die VOPST ändert

Die folgenden Ergänzungen der VGÜ betreffen künstliche optische Strahlung:

  • Inhalt der medizinischen Untersuchung und die empfohlenen Untersuchungsintervalle
  • Möglichkeit für ArbeitnehmerInnen, die in Gefahrenbereichen künstlicher optischer Strahlung tätig sind, sich "freiwillig" (ArbeitnehmerInnen können, müssen aber nicht)einer Gesundheitsüberwachung zu unterziehen.

Die Änderungen der KJBG-VO betreffen die Einschränkung von Arbeiten für Jugendliche mit bestimmten Lasern und Lampen.

Letzte Änderung am: 29.06.2016

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