Sozialministerium - Arbeitsinspektion
Arbeitsinspektion

Vibrationen

Wo können Vibrationen auftreten?

Hand-Arm-Vibrationen

beim Arbeiten mit vibrierenden Handmaschinen, z.B. Bohrhämmer, Aufbruchhämmer, Schleifmaschinen

Ganzkörper-Vibrationen

auf mobilen Arbeitsmaschinen, z.B. Traktoren, Baggern, Gabelstapler, Gradern, Rad- und Kettenladern;
an stationären Arbeitsplätzen neben großen Maschinen, z.B. Kompressoren, Stanzen.

Arten der Vibrationseinwirkung

Vibrationen, mechanische Schwingungen oder Erschütterungen sind Einwirkungen, die durch kraftschlüssigen Kontakt, z.B. über Hände, Füße oder Gesäß, auf den menschlichen Körper übertragen werden. Folgende zwei Arten der Vibrationseinwirkung auf den Menschen sind zu unterscheiden:

  • Hand-Arm-Vibrationen (Teilköper-Vibrationen)
    Die Übertragung (Einleitung) der mechanischen Schwingungen in das Hand-Arm-System des Menschen erfolgt durch kraftschlüssigen Kontakt der Hand mit einem vibrierenden Arbeitsmittel (§ 2 Z 1 lit. a VOLV).
  • Ganzkörper-Vibrationen,
    Hier erfolgt eine Übertragung auf den gesamten Körper durch kraftschlüssigen Kontakt mit vibrierenden Arbeitsmitteln z.B. über Füße oder Gesäß (§ 2 Z 1 lit. b VOLV).

Gefahren für Gesundheit und Sicherheit

Zu vermeiden sind

  • Störwirkungen und individuell mögliche Reaktionen
    Wo möglich sollte der Auslösewert von 2,5 m/s² für Hand-Arm-Vibrationen und 0,5 m/s² für Ganzkörper-Vibrationen nicht überschritten werden (§ 4 Abs. 1 Z 1 und 2 VOLV).
    In Räumen mit geistigen Tätigkeiten, einfachen Bürotätigkeiten und vergleichbaren Tätigkeiten sowie in Aufenthalts-, Bereitschafts-, Sanitäts- und Wohnräumen ist die Vibrationsexposition so niedrig wie möglich zu halten und darf maximal den Auslösewert von 0,5 m/s² für Ganzkörper-Vibrationen erreichen (§ 5 VOLV).
  • statistisch relevante Gefährdungen
    Die persönliche Vibrationsexposition darf die Expositionsgrenzwerte für Ganzkörper-Vibrationen von 1,15 m/s² (Jugendliche 0,5 m/s²) und für Hand-Arm-Vibrationen 5 m/s² (Jugendliche 2,5 m/s²) nicht überschreiten (§ 3 Abs. 1 Z 1, 2 und 4 VOLV),
    wobei wirkungsverstärkende Komponenten, wie körperliche Schwerarbeit, kalt-feuchte Umgebungsbedingungen und die gleichzeitige Einwirkung von Lärm bei der Beurteilung zu berücksichtigen sind (§ 7 Abs. 2 lit. 1, 2 und 4 VOLV).
  • störende Auswirkungen
    auf die Stabilität von Strukturen, die Festigkeit von Verbindungen, das korrekte Handhaben von Bedienungselementen oder das Ablesen von Anzeigen (§ 7 Abs. 2 lit. c VOLV).

VIBRATIONEN - Wirkungen und Gefahren für die Gesundheit

Gesetzliche Vorschriften

Neben dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz - ASchG (§ 66 Abs. 1 und 3)
regelt die Verordnung Lärm und Vibrationen - VOLV den Schutz der ArbeitnehmerInnen vor der Gefährdung durch Vibrationen.

Die Gesundheitsüberwachung für Vibrationen ist in der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung 2014 - VGÜ 2014 festgelegt,
siehe "Gesundheit im Betrieb - Gesundheitsüberwachung".

Kurzinformationen zur Gesundheitsüberwachung

Für jugendliche ArbeitnehmerInnen gelten gemäß § 3 Abs. 1 Z 4 VOLV die Auslösewerte für Vibrationen als Expositionsgrenzwerte.
Weitere Vorschriften bei Einwirkung von Vibrationen für Jugendliche und werdende Mütter, siehe "Personengruppen".

Kurzinformationen zu den Vorschriften für Jugendliche und werdende Mütter

  • Beschäftigungsverbote und -beschränkungen für Jugendliche: § 4 Abs. 1 KJBG-VO (Vibrationen, allgemein) und § 6 Abs. 1 Z 1 KJBG-VO (für Jugendliche unter bestimmten Voraussetzungen bei Kettensägen - Antivibrationsgriffe und Antivibrations-Handschuhe),
  • Beschäftigungsverbot für werdende Mütter: § 4 Abs. 5 Z 2 MSchG (Entscheidung des Arbeitsinspektorates, falls Körper übermäßigen Vibrationen (Erschütterungen) ausgesetzt ist.

Die Verordnung Lärm und Vibrationen - VOLV

Die Verordnung Lärm und Vibrationen gilt in Arbeitsstätten, auf Baustellen und an auswärtigen Arbeitsstellen im Sinne des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes für Tätigkeiten, bei denen ArbeitnehmerInnen einer Gefährdung durch Lärm oder durch Vibrationen ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können.

Aktuelle Fassung der Verordnung Lärm und Vibrationen – VOLV.

Letzte Änderung am: 08.02.2016

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