Schwerpunktaktion der Arbeitsinspektion: Gesund arbeiten im Hotel- und Gastgewerbe

Die Arbeitsinspektion führt im Rahmen der Österreichischen Arbeitsschutzstrategie und der europäischen Inspektionskampagne zur Evaluierung psychosozialer Risiken eine österreichweite Schwerpunktaktion im Hotel- und Gastgewerbe durch. Im Mittelpunkt dieser Schwerpunktaktion steht die Prävention von physischen und psychischen Fehlbelastungen.

180.964 Menschen, Frauen 107.455 (59,3%), Männer 73.509 (40,6%), waren laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger 2010 im Gastgewerbe/Beherbergung und in der Gastronomie beschäftigt.

Die Arbeit in dieser Branche stellt hohe körperliche und psychische Anforderungen und führt häufig zu Fehlbelastungen und daraus resultierenden gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen. Die Beschwerden sind bei weiblichen und männlichen Beschäftigten unterschiedlich ausgeprägt, da auch die Belastungen unterschiedlich sind. Dies ist bei der Evaluierung, ebenso wie die kulturellen Hintergründe der Beschäftigten zu berücksichtigen.

62% der im Rahmen des Arbeitsklimaindex und Gesundheitsmonitors der Arbeiterkammer Oberösterreich (IFES Sonderauswertung für das BMASK, 2011) befragten Beschäftigten geben an, Kreuzschmerzen und Probleme mit dem Rücken zu haben. Sieben von zehn Betroffenen führen diese auch auf ihre Arbeitstätigkeit zurück. 58% haben Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Kopfschmerzen und Migräne werden von 55% der Befragten angeführt, über Schmerzen in den Beinen klagen 38%.

Ziel dieser zweijährigen Schwerpunktaktion der Arbeitsinspektion ist, durch eine vereinheitlichte Beratungs- und Kontrollinitiative in dieser Branche eine Optimierung der Ermittlung und Beurteilung der Gefährdungen und Belastungen und der Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zu bewirken und damit langfristig eine Reduktion dieser arbeitsbedingten Fehlbelastungen und Beschwerden zu erreichen.

Fehlbelastungen durch stehende Tätigkeit bzw. Arbeit unter Zwangshaltungen, dauernder Parteienverkehr/Kundenkontakt, einseitige körperliche Belastung, schwere körperliche Anstrengung/Heben, unregelmäßige und überlange Arbeitszeiten, stehen dabei im Mittelpunkt.

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Kontakt: VII4@bmask.gv.at
Letzte Änderung am: 6.2.2012