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Psycho-soziale Fehlbelastungen sind neben den physischen Belastungen des Muskel-Skelett-Apparates eine häufige Ursache für arbeitsbedingte Beschwerden und Erkrankungen. Sie verursachen viel menschliches Leid, aber auch enorme betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Kosten.
Die ÖNORM EN ISO 10075 "Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastungen"
wurde durch eine Arbeitsgruppe des Internationalen Normenausschusses Ergonomie (ISO TC 159) erarbeitet. Sie schafft ein gemeinsames Grundverständnis und besteht aus
Teil 1: Allgemeines und Begriffe (ÖNORM EN ISO 10075-1:2000)
Teil 2: Gestaltungsgrundsätze (ÖNORM EN ISO 10075-2:2000)
Teil 3: Grundsätze und Anforderungen an Verfahren zur Messung und Erfassung psychischer Arbeitsbelastungen (ÖNORM EN ISO 10075-3:2004)
Die DIN EN ISO 9241, Teil 2 spiegelt den Stand der gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zur menschengerechten Arbeitsgestaltung wieder.
Die Ursachen psychosozialer Fehlbelastungen sind häufig:
Die beispielhaft angeführten Belastungen treten aber meist in Kombination auf und nicht isoliert, z.B. Zwangshaltungen und Zeitdruck
Psychische Belastungen verursachen aber nicht nur psychische Störungen und Erkrankungen, sondern verstärken auch andere Erkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Magenbeschwerden, Schlafstörungen, Diabetes.
In einigen Untersuchungen wurde insbesondere die Wechselwirkung zwischen psychosozialen Faktoren und Muskel-Skelett-Erkrankungen beschrieben.
Die Änderungen im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, die seit 1.1.2002 in Kraft getreten sind, tragen diesem Umstand und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung. Neben Arbeitsmediziner/innen können Arbeitgeber/innen nun auch Arbeitspsycholog/innen zur Beratung bezüglich psychosozialer Fehlbelastungen beiziehen. Dies ist vor allem im Hinblick auf die Ermittlung und Beurteilung von psychosozialen Gesundheitsgefahren und der Umsetzung von Maßnahmen wichtig.
Die Arbeits- und Organsiationspsychologie befasst sich mit den psychologischen Faktoren arbeitender Menschen in Organisationen. Sie beobachtet und analysiert Arbeitsbedingungen und Arbeitsaufgaben und die Ressourcen der arbeitenden Menschen.
Von einer Expert/innengruppe (BÖP, GkPP, AK-Wien, Universität Graz, AUVA) wurde eine übersichtliche Zusammenfassung der zentralen Gegenstände und Themenfelder, Ziele, Methoden, Erhebungsinstrumente und Techniken der Arbeits- und Organisationspsychologie erstellt.
Vom Berufsverband der österreichischen Psycholog/innen (BÖP) und der Gesellschaft kritischer Psycholog/innen (GkPP) wurden Qualifikationskriterien für Arbeitspsycholog/innen erarbeitet; auf dieser Grundlage haben die beiden Fachgesellschaften Arbeitspsycholog/innen zertifiziert. Die Gesamtliste dieser anerkannten Arbeitspsycholog/innen ist in der CD-ROM-Datenbank "ArbeitnehmerInnenschutz expert" enthalten.
Arbeitgeber/innen sind verpflichtet für Sicherheit und Gesundheitschutz der Arbeitnehmnr/innen in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen zu sorgen. Dies schließt auch Maßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Gefahren durch eine geeignete Arbeitsorganisation mit ein. Dabei ist der neueste Stand der Erkenntnisse auf dem Gebiet der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen.
§ 3 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz
Arbeitgeber/innen haben die Ursachen von arbeitsbedingten psychischen Fehlbelastungen zu ermitteln und zu beurteilen und Maßnahmen zur Verbesserung des psychosozialen Arbeitsumfeldes zu treffen. Die Ergebnisse der Ermitlung und Beurteilung sowie die durchgeführtten Maßnahmen sind in in einer geeigneten Artund Weise nachvollziehbar zu dokumentieren.
Im Rahmen eines Schwerpunktprojektes der Arbeitsinspektionen wurde in Kooperation mit einem Team von externen Arbeitspsychologinnen ein Leitfaden für die Arbeitsinspektionen zur Bewertung der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastung ausgearbeitet und in der Praxis erprobt.
Der Leitfaden beschreibt die Ziele, die Aufgaben, das Vorgehen der Arbeitsinspektion bei ihrer Kontroll- und Beratungstätigkeit. Die Grundlagen für die Bewertung der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastung durch die Arbeitsinspektion finden sich in einem Kriterienkatalog und in einer Übersichtstabelle. Der Anhang 1 enthält einen Auszug aus anerkannten Verfahren zur Erhebung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastungen und im Anhang 2 finden Sie ausführliche Erläuterungen zum Leitfaden.
Dieser Leitfaden soll auch Orientierungshilfe und Anhaltspunkt für Betriebe (Arbeitgeber/innen, Arbeitnehmer/innen, Betriebsrat, Präventivfachkräfte und sonstige Fachleute, insbesondere Arbeitspsycholog/innen) bei der Durchführung der Evaluierung sein.
Weitere Informationen zur Gefährdungsbeurteilung finden Sie hier:
Zu den derzeit bekanntesten psychosozialen (Fehl)Belastungen zählen Zeit-, Termindruck und Mobbing, häufige Beanspruchungen sind arbeitsbedingter Stress und Burnout.
Kontakt:
VII4@bmask.gv.at
Letzte Änderung am: 27.1.2012
• Stress - "Würze des Lebens oder Gifthauch des Todes"
• Burnout - "Wer ausbrennt, muss vorher gebrannt haben!"
• Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz
In der gemeinsamen Resolution zur österreichischen Arbeitsschutzstrategie 2007 - 2012 (pdf-658 kB) ist die Bewußtseinsbildung und die Stärkung der Prävention und Verbesserung der Hilfestellung bei Gewalt am Arbeitsplatz (interne und externe Gewalt) ein wichtiges Ziel.
• Europäische Inspektionskampagne 2012 zur Prävention psychosozialer Risiken 
Das Ziel dieser europaweiten Kampagne ist es, die arbeitsbedingten psychosozialen Risiken bei der Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen und vor allem bei der präventiven Maßnahmenumsetzung besonders zu berücksichtigen.