Alter(n)sgerechte Arbeitswelt
Die Arbeit sollte dem Prozess des Alterns entsprechend gestaltet werden. Der Prozess des Alterns setzt bereits in der Jugend an, deshalb soll "Altersgerechtes Arbeiten" schon bei jungen Arbeitnehmer/innen beginnen.
Der Folder der Arbeitsinspektion Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung - Mit Arbeit gesund älter werden! - informiert über den Weg zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung.
Was kann in den Betrieben getan werden?
Für die Förderung und den Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten sind vier wesentliche Säulen von Bedeutung.
- Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen: Gefahrenverhütung, Ergonomie, Arbeitszeit, Arbeitshygiene, Arbeitsklima
- Alter(n)sgerechte Prävention: Arbeitsplatzgestaltung, technische und organisatorische Maßnahmen, arbeitsmedizinische Sonderprogramme
- Gesunde Arbeitsorganisation: Führungsqualität, Teamgeist, Leitbilder und Werte, Wissensmanagement, altersverträgliche humane Gruppenarbeit und Pausenorganisation
- Gesundheit und Kompetenz des Individuums fördern
- Teamarbeit als eine „gesunde Mischung" von Jung und Alt
Im Alter zunehmende Fähigkeiten
- Erfahrungswissen
- Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit bei komplexeren Zusammenhängen
- Kommunikationsfähigkeit
- Gesprächsführung
- Zuverlässigkeit
- kritisches Denken
- Verantwortungsgefühl
- Stabilität
- innere Sicherheit
- Arbeitsbewusstsein
- Loyalität zum Betrieb
- Motivation
- Verständnis
- „Weisheit"
sollen positiv bewertet werden.
Im Alter abnehmende Fähigkeiten
- körperliche Leistungsfähigkeit,
- Merkfähigkeit
- Umstellungsfähigkeit
- Veränderungswillen
können einerseits durch neue Technologien und ergonomische Hilfsmittel, andererseits durch Teams aus Jung und Alt kompensiert werden.
Was ist bei der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen?
- Erleichterung der physischen Arbeit durch Einsatz technischer Hilfsmittel
- Organisation der Arbeit nach individuellen Ressourcen
- Keine Altersgrenzen für interne Karrieren, Weiterqualifizierung und Kompetenzerweiterung, alternsgerechte Didaktik
- ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, zum Beispiel Anpassung des Arbeitsplatzes an den individuellen Aktionsradius, doppelte Beleuchtungsstärke entsprechend der Ö-Norm EN 12464
- Reduktion der Kälte- und Hitzearbeitsplätze, Hebehilfen und Reduktion von Zwangshaltungen
- Exposition gegenüber gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen verringern
- altersgerechte Schichtpläne, Arbeitszeit- und Pausengestaltung
- "Bunte Generationen-Mischung" im Team
- effiziente Erholungsmöglichkeiten durch Kurzpausen
- Förderung eines Klimas der Anerkennung und Wertschätzung verschiedener Altersgruppen
- Informationsaustausch zwischen den Generationen
- Bewusstseinsbildung bei Führungskräften
Schwerpunkt der AI seit 2007 zu alter(n)sgerechter Arbeitsgestaltung
Die österreichische Arbeitsinspektion führt seit 2007 eine Beratungs- und Kontrollschwerpunktaktion in Klein- und Mittelbetrieben durch.
Ziel der Schwerpunktaktion ist es die Betriebe zu motivieren eine "Altersstrukturanalyse" durchzuführen, alterskritische Arbeitsvorgänge und Einwirkungen zu ermitteln und alter(n)sförderliche Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Für die Durchführung einer Altersstrukturanalyse im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (Evaluierung) gem. § 4 ASchG hat die Arbeitsinspektion ein Erhebungstool entwickelt. Dieses und der Folder Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung - Mit Arbeit gesund älter werden! steht den Betrieben zur Verfügung.
Weitergehende Informationen finden sie hier:
- das WAI (WAI - Work Ability Index) Netzwerk in Österreich - eine Plattform für den Dialog rund um das Thema Erhalt und Förderung der Arbeitsfähigkeit zwischen Expert/innen und Anwender/innen.
- das Gütesiegel Nestor Gold des BMASK für Unternehmen und Organisationen, die die Potentiale und Bedürfnisse ihrer älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Dialog zwischen den Generationen fördern und sich einem speziellen Zertifizierungsprozess unterziehen
- Fit für die Zukunft - Arbeitsfähigkeit erhalten, ein Projekt der PVA und AUVA von 2008 bis 2012
- Arbeit & Alter - altersgerechte Arbeitsorganisation - umfangreiche Informationen auf der gemeinsamen Webseite der Sozialpartner, enthält Beschreibungen betrieblicher Umsetzungsbeispiele und Erfahrungen aus der Praxis
- WAGE - Winning Age, Getting Futur - ein vom Land Oberösterreich und der EU gefördertes Projekt, unterstützt von den Sozialpartnern und zahlreichen anderen Partner/innen
- SAFE - die österreichische Plattform für den Erhalt des Arbeitsvermögens und mehr Lebensqualität im Beruf
- das deutsche Netzwerk zur Anwendung des Arbeitsfähigkeitsindex
- PFIFF - weiter denken! Ein Programm zur Förderung und zum Erhalt Intellektueller Fähigkeiten für ältere Arbeitnehmer/innen in Deutschland
- Informationen zum Madrider Internationalen Aktionplan zum Altern (MIPAA) und die UNECE-Implementierungsstrategie (RIS)
- Von der European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions in Dublin wurde eine Datenbank zum Thema "alternde Belegschaft" eingerichtet. In dieser Datenbank sind Best-Practice-Modelle im Bereich Arbeit und Alter aus unterschiedlichen Ländern und Branchen erfasst. Es werden unterschiedliche Themenfelder wie beispielsweise Rekrutierung, Training, Personalentwicklung, flexibles Arbeiten, Gesundheit, Ergonomie im Hinblick auf eine alternsgerechte Arbeitswelt auf betrieblicher Ebene in diesen Fallstudien behandelt und detailliert beschrieben.
Kontakt:
VII4@bmask.gv.at
Letzte Änderung am: 9.3.2010