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Nanotechnologien gelten als Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sie sind damit auch ein wichtiges Thema für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Derzeit stellen Nanotechnologien insbesondere aber der Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz auf Grund der noch bestehenden Wissenslücken eine große Herausforderung für Risikobewertung und Risikomanagement in der Arbeitswelt dar.
Einen Überblick über österreichische Nano-Akteure/innen, Nano-Aktivitäten und Perspektiven gibt der Österreichische Aktionsplan Nanotechnologie. Er wurde am 2.3.2010 von der Bundesregierung verabschiedet.
In dem im Jahr 2009 erarbeiteten Nano-Aktionsplan wurden Chancen und Risiken der Nanotechnologien für Österreich analysiert und Handlungsempfehlungen für spezifische österreichische Maßnahmen erarbeitet. Der Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz und mögliche damit verbundene Risiken für Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten wurden als eines von vier Hauptthemen behandelt. Spezifische Handlungsempfehlungen zielen auf die stetige Stärkung des Wissens und die Schaffung der Grundlagen für eine wirksame Risikokontrolle für Nanomaterialien am Arbeitsplatz ab.
Ein Umsetzungsbericht zum Nano-Aktionsplan ist für 2012 geplant.
Ende 2010 wurde anschließend an die Ergebnisse eines Nano-Erhebungsprojektes ein Leitfaden für das Risikomanagement beim Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz fertiggestellt. Dieser Leitfaden soll Betriebe bei der Nano-Risikobewertung auf der Basis des derzeitigen Wissens anleiten und unterstützen. Damit soll ein Beitrag zu sicherer und gesunder "Nanoarbeit" in Österreich geleistet werden.
Eine Erhebung zum Thema Umgang mit Nano im Betrieb wurde Ende 2009 abgeschlossen. Die übliche Praxis bei Umgang und Risikomanagement von Nanomaterialien am Arbeitsplatz wurde untersucht, Perspektiven für weiterführende Aktivitäten der Arbeitsinspektion zu diesem Thema aufgezeigt. Die Erhebung soll im Sinn des Nano-Aktionsplans die Wissensbasis zum Thema Nanotechnologie am Arbeitsplatz verbessern.
Ende 2010 wurde von der AUVA unter Mitarbeit des Zentral-Arbeitsinspektorates das Merkblatt M 310 Nanotechnologien Arbeits- und Gesundheitsschutz veröffentlicht. Es bietet grundlegende Informationen aus Sicht des ArbeitnehmerInnenschutzes in Österreich.
Im Juni 2010 publizierte der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. einen Leitfaden für den Umgang mit Nanoobjekten am Arbeitsplatz. Er bezieht sich auf den Einsatz von Nanotechnologie im Bereich Farben und Lacke. Umfassendere Informationen zum gleichen Thema finden Sie auch im Betriebsleitfaden Sichere Verwendung von Nanomaterialien in der Lack- und Farbenbranche.
Eine Arbeitshilfe für Arbeitsmediziner/innen bei Tätigkeiten mit Nanomaterialien bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung an.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet ebenso wie das Institut für Arbeitsschutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung umfassende Nano-Informationen.
Der Leitfaden der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und des Verbandes der chemischen industrie ("BAUA/VCI-Leitfaden") und der Leitfaden des Chemikalienherstellers BASF geben eine Orientierung über Schutzmaßnahmen bei der Herstellung und Verwendung von Nanomaterialien am Arbeitsplatz.
Ein Bericht des Landes Baden Württemberg (Stand 2009) gibt einen Überblick über Nanomaterialien und ArbeitnehmerInnenschutz und empfiehlt Schutzmaßnahmen.
Der Schweizer Sicherheitsdatenblatt Leitfaden für synthetische Nanomaterialien (Stand 2010, pdf-343 kB) betont die Schlüsselrolle des Sicherheitsdatenblattes für die weiterverarbeitende Industrie und das Gewerbe, mögliche Gefährdungen durch synthetische Nanomaterialien während der Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse zu erkennen und zu beurteilen.
Die Informationsplattform Nanosicherheit.de will den sicheren Einsatz von Nanomaterialien erleichtern und Unternehmen, Wissenschaftler/innen sowie Verwender/innen und Interessierten helfen, rasch einen Überblick über die aktuellen Forschungsaktivitäten und die Diskussion um potenzielle Risiken der Nanotechnologie zu gewinnen.
Kontakt:
VII4@bmask.gv.at
Letzte Änderung am: 1.8.2011