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Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat beim neunten Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen 2008/09 zum Thema „Gefährdungsbeurteilung" das österreichische Unternehmen Rio Tinto Minerals Austria mit einer „Empfehlung" ausgezeichnet.
Das nachhaltig orientierte Unternehmen hat eine Gruppe von Journalisten und Fachleuten in den Tagbau am Rabenwald in der Oststeiermark eingeladen, um zu erklären, was Sicherheit am Arbeitsplatz für das Unternehmen bedeutet – und was es in der Praxis heißt.
„Die Rabenwalder bewegen Berge.", sagt Sonja Kainz, Sicherheitsmanagerin der Rio Tinto Minerals Austria (RTM), als sie über das Gelände des nördlichen Tagbaus am Rabenwald blickt. Und das tun sie wirklich, die Rabenwalder. Bis zu 15 Tonnen Erdreich bewegt der riesige Raupenbagger mit einer Schaufelhebung, um die unter der Erde befindlichen Talkstätten aufzudecken.

Die Regenfälle der vergangenen Wochen haben den Boden aufgeweicht, wodurch der Tagbau als Arbeitsplatz gewisse Gefahren birgt. RTM hat vorgesorgt: Egal bei welchem Wetter, alle Besucher und Mitarbeiter müssen einen Helm, eine Schutzbrille, Sicherheitswesten und festes Schuhwerk tragen, sobald sie das Gelände betreten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RTM tragen zusätzlich natürlich noch robuste Arbeitshandschuhe und andere für den Arbeitseinsatz relevante Schutzkleidung.
Sicherheit geht bei RTM nicht nur vor modischen Trends. „Sicherheit ist unser wichtigster Unternehmenswert.", erklärt Franz Friesenbichler, der Geschäftsführer von RTM Austria, für den die Sicherheit seiner rund 150 Mitarbeiter so wichtig scheint wie die Sicherheit seiner eigenen Familie. Dabei legt er auf eine „nachhaltige Sicherheitskultur" besonderen Wert. Dass das für ihn und sein Team wichtig ist, lässt sich nicht nur aus der Strategy Map des Unternehmens herauslesen, auf der Sicherheit an erster Stelle steht. Selbst in Zeiten der Krise wurde das Budget für Sicherheitsmanagement nicht gekürzt.

Zu Beginn eines Besuches wird jede Person umfassend mit den Sicherheitsvorschriften am Tagbau Rabenwald vertraut gemacht. Ähnlich gibt es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeder Arbeitsbesprechung, egal ob am Tagbau oder in der Zentrale in Graz, ein so genanntes „Safety Share", in welchem über Risiken und Beinahe-Unfälle gesprochen wird, um das Bewusstsein um die Gefahren am Arbeitsplatz zu erhöhen. Friesenbichler sieht die eigentliche Gefahr nicht in der Hantierung mit Sprengstoff, Gestein oder den schweren Arbeitsgeräten. „Die eigentliche Gefahr ist die Betriebsblindheit und die Routine der Mitarbeiter in den Arbeitsprozessen. Die Gewohnheit und Erfahrung ist die Gefahrenquelle Nummer Eins. Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter der Gefahren, denen sie sich aussetzen, bewusst werden." Deshalb hat Friesenbichler bei der Zusammenstellung seines „Health, Safety and Environment"-Teams (HSE) einen neuen Ansatz gewählt.
Sonja Kainz hat auf dem zweiten Bildungsweg eine Ausbildung zur Sicherheitstechnikerin absolviert. Eigentlich ist die HSE-Managerin von RTM ausgebildete Pädagogin. Eine unkonventielle, aber erfolgreiche Wahl. Denn mit dieser Entscheidung geht der Arbeitsschutz bei RTM Austria einen Schritt über technische und prozessorientierte Methoden hinaus.
Die Kombination ihrer Ausbildungen lässt Sonja Kainz Arbeitsschutz umfassender betrachten. Die Sicherheitsmanagerin will ihre Mitarbeiter zu Eigenverantwortung und Risikobewusstsein anhalten und motivieren. So hat Kainz unter anderem ein „Sicherheitsmanual" gestaltet, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erleichtert, ihre Arbeitsaufgaben durchzudenken, Risiken zu erkennen und zu bewerten und dementsprechend Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Ein solches Manual muss von jedem Mitarbeiter einmal im Monat ausgefüllt und in der Zentrale abgegeben werden, wo der Inhalt der Hefte analysiert wird, um aus den Einschätzungen und Erfahrungen der Mitarbeiter zu lernen. Außerdem müssen alle Unfälle, aber auch Beinahe-Unfälle gemeldet werden und der betroffene Mitarbeiter wird zu einem Gespräch eingeladen, um ähnlichen Fällen in Zukunft vorzubeugen. Das kostet alles viel Zeit und Geld. Nicht für Friesenbichler: „Ich wünsche mir, dass sich jeder Mitarbeiter einmal pro Stunde ein paar Minuten Zeit nimmt und seine Tätigkeit überdenkt. Allein in 30 Sekunden kann unser Gehirn derartig viel Information bearbeiten, dass das Risiko einen Arbeitsunfall zu haben drastisch sinkt. 95 Prozent aller Unfälle passieren aufgrund menschlichen Versagens." Auf die Frage, was Sicherheit am Arbeitsplatz für ihn bedeute, antwortet der Manager: „Sicherheit ist für mich eine persönliche Wertschätzung."
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr drei Arbeitsunfälle beim Talkproduzenten registriert, davon zwei „leichte". Im dritten Fall brach sich eine Mitarbeiterin das Bein, weil sie beim Eingang über eine Fußmatte stolperte. So etwas kann passieren. Nicht bei RTM. Das Unternehmen hat die Fußmatten international und konzernweit durch sicherere Versionen ausgetauscht.
Rio Tinto Minerals Austria - Fakten und Daten
Rio Tinto Minerals Austria
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Letzte Änderung am: 7.5.2012