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Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat eine europaweite Informationskampagne für Gefährdungsbeurteilung entwickelt. Die Kampagne richtet sich insbesondere an Hochrisikobranchen und an kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Die Gefährdungsbeurteilung ist der Eckpfeiler des europäischen Konzepts für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Dafür gibt es gute Gründe. Wird der Prozess der Gefährdungsbeurteilung - der Ausgangspunkt des Risikomanagementkonzepts - nicht gut oder überhaupt nicht durchgeführt, sind aller Voraussicht nach auch keine geeigneten Präventionsmaßnahmen vorhanden.
Kontext
2004 wurde eine Mitteilung der Europäischen Kommissionion über die praktische Durchführung der Rahmenrichtlinie 89/391 und ihrer ersten fünf Einzelrichtlinien herausgegeben. Das Dokument unterstrich die Notwendigkeit einer allgemeinen Verbreitung der Gefährdungsbeurteilung. Außerdem betonte es die Notwendigkeit, die Durchführung und Qualität der Gefährdungsbeurteilung zu verbessern..
Gefährdungsbeurteilung kann – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen – eine große Herausforderung darstellen, das muss aber nicht so sein. Durch die Kampagne zur Gefährdungsbeurteilung soll Folgendes erreicht werden:
Letztendlich geht es natürlich um einen Beitrag dazu, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund ihrer Arbeit Verletzungen oder gesundheitliche Schäden erleiden, jetzt und in Zukunft geringer wird.
Beginnend mit der Kampagne zur Gefährdungsbeurteilung (2008-2009) geht EU-OSHA erstmals zu einem zweijährigen Kampagnenzyklus über. Dies soll einer wirksameren Umsetzung der Kampagnen im Hinblick auf die Verwirklichung der Ziele der Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007-2012 dienen.
Mit der Durchführung der Europäischen Woche in einem auf zwei Jahre verlängerten Zeitraum bleibt mehr Zeit für die Vorbereitung und für Folgemaßnahmen, für die Planung der Kampagnenstrategie und für die Vergabe von Aufträgen für neues Kampagnenmaterial und dessen Übersetzung, Herstellung und Verteilung.
Der Erfolg der Kampagne hängt von der aktiven Unterstützung und Zusammenarbeit eines breiten Spektrums an Akteuren/Akteurinnen und Kampagnenpartner/innen ab, darin eingeschlossen die EU-OSHA-Focalpoints, d. h. in der Regel die in den verschiedenen Mitgliedstaaten für Gesundheit und Sicherheit zuständigen nationalen Behörden. Daher hat das neue Modell einen stärkeren Schwerpunkt auf einer netzwerkbasierten Kampagnenführung. Damit bleibt auch mehr Zeit für Folgemaßnahmen, d. h. insbesondere für die Förderung guter praktischer Lösungen und den Aufbau von Partnerschaften.
Ferner soll die Kampagne ein breites Spektrum von Unternehmen und Organisationen dazu veranlassen, dass sie ihren Zulieferern, Subunternehmen und Nachbarn/Nachbarinnen die zentralen Aussagen der Kampagne vermitteln und sie zur Teilnahme ermutigen. Große Unternehmen haben ein besonderes Interesse daran, die kleineren Unternehmen in ihrer Zuliefererkette zu unterstützen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um Erfahrungen und Fachkenntnisse auszutauschen.
Die Kampagne hat die Unterstützung der EU-Ratspräsidentschaften Sloweniens und Frankreichs 2008 und der Tschechischen Republik und Schwedens 2009, des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und der europäischen Sozialpartner.
Die Kampagne läuft über die Jahre 2008 und 2009; in ihrem Verlauf werden zwei Europäische Wochen für Sicherheit und Gesundheitsschutz (im Oktober 2008 und im Oktober 2009) veranstaltet, und ihren Höhepunkt wird im November 2009 ein Gipfel zum Thema Gefährdungsbeurteilung bilden.
2008
13. Juni
Start der Kampagne in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel20. – 26. Oktober
Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (43. Kalenderwoche)3. – 4. November
FITS (Forum International Travail Santé – Internationales Forum für betrieblichen Gesundheitsschutz) in Zusammenarbeit mit der französischen EU-RatspräsidentschaftNovember/Dezember
Bewertung der auf EU-Ebene eingereichten Vorschläge für den Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen (European Good Practice Award)
2009
Februar/März
Konferenz und Preise für gute praktische Lösungen in Zusammenarbeit mit der tschechischen RatspräsidentschaftFebruar bis September
Themengestützte Tätigkeiten; lokaler und sektoraler Schwerpunkt19. -25. Oktober
Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (43. Kalenderwoche)Oktober/November
Konferenz mit der schwedischen RatspräsidentschaftNovember
Abschlussveranstaltung der Kampagne
Nach der Verkündung der Sieger des Wettbewerbs für gute praktische Lösungen wird im Jahr 2009 für deren vorbildliche Lösungen geworben.
Kontakt:
VII6@bmask.gv.at
Letzte Änderung am: 10.9.2009
• Gefährdungsbeurteilung – ein Gewinn für alle! - Veranstaltung
Eine Veranstaltung im Rahmen der europäischen Kampagne zur Gefährdungsbeurteilung
• Europäischer Wettbewerb für gute praktische Lösungen 2008/09 - Ergebnisse
Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz rief auch im Zuge der Europäischen Kampagne 2008/09 zum Thema "Gefährdungsbeurteilung" zur Einreichung von Beiträgen für den neunten Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen („European Good Practice Award") im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit auf.
• Exkursion zu Rio Tinto Minerals Austria
Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat beim neunten Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen 2008/09 zum Thema „Gefährdungsbeurteilung" das österreichische Unternehmen Rio Tinto Minerals Austria mit einer „Empfehlung" ausgezeichnet.