Unfall in einer pyrotechnischen Fabrik

Der schwerste Unfall geschah in einer pyrotechnischen Fabrik, nachdem bereits vorher aufgrund der starken Rauchentwicklung nach einer Explosion eines Leuchtsterns zwei Arbeitnehmer erstickt waren. Ing. Micko beschreibt den Unfall folgendermaßen:

„2 Monate nachher ereignete sich in dieser Fabrik ein katastrophales Explosions- und Brandunglück, wobei 2 männliche und 12 weibliche Arbeiter ums Leben kamen und 7 Arbeiterinnen schwere Brandwunden erlitten. Den Explosions- und Brandherd bildete die Raketenabteilung, in welcher Handleuchtraketen teilweise von Hand aus scharf adjustiert wurden. Die Scharfadjustierung erfolgte durch Einführung eines Schutzringes auf die Friktionszündung, Füllung derselben mit Schwarzpulver, Aufsetzen eines durchlochten Filzpfropfens, Daraufsetzen des Leuchtsternes und Verschließen mit einem vollen Filzpfropfen. Nach den Erhebungsergebnissen ist mit aller Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die das Scharfadjustieren besorgende Arbeiterin vergessen hatte, den notwendigen Schutzring und den Filzpfropfen vorher in die Rakete einzuführen, und so der Leuchtstern in unmittelbare Berührung mit der Friktionsmasse gekommen war, wodurch sich letztere entzündete. Die Flamme dürfte das übrige Material ergriffen haben. Die umherfliegenden Raketen dürften in den nebenliegenden Packraum gelangt sein und hierbei Explosionen der sich dort befundenen Leuchtsterne herbeigeführt haben. Durch den Wind begünstigt, ergriff der Brand nicht nur die nächsten Objekte, insbesondere die Pressenhäuser sondern auch die weiterliegenden Baulichkeiten des Betriebes."

Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesen Unfällen wurden zur Einrichtung entsprechender Schutzvorrichtungen genutzt.

(Ing. Micko, Wiener Neustadt)

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Kontakt: uwe.stecher@arbeitsinspektion.gv.at
Letzte Änderung am: 29.11.2005